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nnz-Rückspiegel: 11. April 2001

Donnerstag, 11. April 2002, 07:25 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
Neue Kreisstrukturen, Vermarktung, Ernstfall


Über Strukturen frühestens in zehn Jahren nachdenken
Neben der Diskussion über die finanzielle Schieflage der Stadt Nordhausen ist in den zurückliegenden Tagen auch einer erneute Diskussion zu neuen Gebietsstrukturen in Nordthüringen entfacht worden. „Der Landkreis Nordhausen ist zu klein, die Stadt zu groß. Deshalb müsse über einen neuen Zuschnitt im Norden nachgedacht werden“, meinte gestern Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Bereits am Montag hatte sie eine Zahl von 120.000 bis 150.000 Einwohnern genannt. Davon hält Landrat Joachim Claus überhaupt nichts. Seiner Ansicht nach könne die kommunale Struktur in zehn bis 15 Jahren auf den Prüfstand gebracht werden. Jetzt müsse man in den jetzigen, seit 1994 bestehenden Strukturen, auskommen. Auch der Landrat des Landkreises Eichsfeld, Dr. Henning (CDU), hatte einem Großkreis „Nordthüringen“ eine deutliche Absage erteilt... ausführlich im nnz-Archiv.


Anstoß: Harz künftig einheitlich vermarkten
Um den Harz und seine Vermarktung kümmern sich mehrere Vereine und Verbände. Das könnte sich in Zukunft ändern. In Nordhausen fand gestern dazu ein erstes Sondierungsgespräch statt. Der Anschub, über eine Neuorientierung der Vermarktung der Harzregion in ihrer Gesamtheit nachzudenken, kam von den Landräten der Landkreise Nordhausen und Sangerhausen, Joachim Claus und Dr. Volker Pietsch (beide CDU). Ins Landgasthaus „Zur Goldenen Aue“ hatte Joachim Claus neben Vertretern der acht Harzlandkreise auch den Geschäftsführer des Regionalverbandes Harz eingeladen. Hintergrund der Einladung ist die Vorstellung, den Tourismus im Harz, aber auch alle naturschutzrechtlichen Aktivitäten in einem Verband zu bündeln. Das würde die Arbeit nicht nur konzentrieren, sondern auch viel effektiver gestalten. „Eine einheitliche Vermarktung und Betreuung einer ganzen Region wird letztlich Vorteile für alle Landkreise mit sich bringen“, so Claus zur nnz. Auf vornehme Zurückhaltung stößt die Idee nach nnz-Recherchen vorerst noch in den sogenannten West-Harz-Kreisen. Die gewachsenen Strukturen im Westharz müssen immer mehr mit der aufkommenden Konkurrenz aus dem „Osten“ zurechtkommen. Warum also diese Situation weiter verstärken, warum miteinander statt gegeneinander agieren, fragt Joachim Claus...ausführlich im nnz-Archiv


Landkreis Nordhausen auf „Ernstfall“ vorbereitet
Noch ist die Maul- und Klauenseuche (MKS) nicht in Deutschland ausgebrochen. Experten rechnen jedoch damit, daß ein Ausbruch nur eine Frage der Zeit sei. Alle Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Einheitsgemeinden des Landkreises Nordhausen seien in die Vorbereitungen einbezogen, mit Bürgermeistern und Ortsteilbürgermeistern seien die entsprechenden Maßnahmen abgesprochen, informierte Amtsleiter Dr. Uwe Landsiedel nnz. So sei zum Beispiel zugesagt worden, die entsprechenden Schutz und Sperrmaterialien zu bevorraten. Zur Errichtung von zwei Schleusen wurden die entsprechenden Materialien, einschließlich Desinfektionsgeräte und ­mittel angeschafft. Immer wieder wurden in den zurückliegenden Tagen und Wochen Landwirtschaftsbetriebe durch das Veterinäramt kontrolliert. Hier mußte leider festgestellt werden, daß ein Teil der Unternehmen ihrer Sorgfaltspflicht immer noch nicht nachgekommen ist, bedauert Dr. Landsiedel. Verboten sind auch weiterhin der Transport von Klauentieren sowie Pferdesportveranstaltungen. Pferdefreunde werden sich voraussichtlich bis Mitte gedulden müssen. Sollte MKS im Landkreis Nordhausen ausbrechen, dann sei eine notwendige Ring- oder Notimpfung aus tierärztlicher Sicht jederzeit möglich. Nach dem Osterfest wird sich der Krisenstand im Nordhäuser Landratsamt erneut mit der Situation beschäftigen.


CDU-Stadtratsfraktion: Verantwortungslos und stillos
Mit massiver Kritik am Verhalten von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) wartete heute die CDU-Stadtratsfraktion auf. Unter anderem wurde die Art und Weise der Darstellung der Nordhäuser Finanzsituation als verantwortungslos bezeichnet. Die CDU-Stadträte fühlen sich durch die Informationspolitik der Rathausspitze mehr als verschaukelt. Bislang hätten sie nur durch die Medien über die Situation um den städtischen Haushalt erfahren. Eine offizielle Information habe es bislang nicht gegeben. Die werden die CDU-Fraktionäre wohl auch erst am 24. April erhalten, dann ist die 17. Sitzung des Nordhäuser Stadtrates angesetzt. Schon jetzt aber erwartet man aus dem Rathaus, daß die Fraktionen Vorschläge zur Konsolidierung des Haushaltes machen sollen. „Erneut will sich die Stadtverwaltung aus ihrer eigentlichen Verantwortung stehlen“, meinte Norbert Klodt zur nnz. „In erster Linie ist der Verwaltungsapparat gefragt, wenn es um Vorschläge geht. Die Stadträte müssen dann die Varianten abwägen und schließlich politisch entscheiden“. Gleichzeitig wurde angemahnt, daß es keine Schnellschüsse geben dürfe. Die Leistung, von der man sich eventuell trennen werden, sei dann so schnell nicht zurückzuholen. Die Fraktionen im Stadtrat müßten genügend Zeit erhalten, um abwägen zu können...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnz

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