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85 mal "A - rhesus positiv"

Freitag, 05. April 2002, 19:32 Uhr
Nordhausen/Wipperdorf (nnz). Es war im Jahr 1963. Der damals 29jährige Adolf Kiel spendete zum ersten Mal in seinem Leben Blut. Heute, 39 Jahre danach, wurde er ausgezeichnet. nnz war am Abend dabei.


85 mal: Kiel und Thielemann Damals, 1963, da lag die Mutter von Adolf Kiel im Krankenhaus in Nordhausen. Sie benötigte dringend Blutkonserven, 60 an der Zahl. Damals stand für Adolf Kiel (im Bild links) fest ­ ich werde Blutspender. Die ersten 450 Milliliter wurden dem Bergmann aus Wipperdorf im Kalischacht Bleicherode „abgezapft“. Natürlich gab es damals auch einige Anreize: Eine halbe Schicht war frei, eine ordentliches Spenderfrühstück und „satte“ 48 Mark gab es auf die Hand - viel Geld damals.

Doch Adolf Kiel hat nicht nur gegen Materielles sein Blut gegeben, in der Kartei der Blutspendezentrale des Südharzkrankenhauses steht ausgewiesen: Adolf Kiel hat 85 mal unentgeltlich Blut gespendet. Hoch gerechnet waren es rund 130 mal. Wie viele Leben der Wipperdorfer damit gerettet hat, das ist nicht nachzuweisen. Für ihn reicht es zu wissen, dass man sich auf ihn verlassen konnte, dass er helfen konnte. Er gab einen Teil von sich, um Menschenleben zu retten.

Die Blutspende nahm und nimmt der ehemalige Kumpel auch heute noch ernst. Fast 40 junge Menschen hat er zu Blutspendern geworben, bei der eigenen Verwandtschaft blitzte er jedoch ab. Bei den 85 Blutspenden wird es bleiben, Adolf Kiel scheidet aus dem Kreis der aktiven Blutspender aus. Das Alter setzt die Grenze. Heute abend wurden er und Karl-Heinz Thielemann für jeweils 85 Blutspenden geehrt. Im DRK-Pflegeheim Nordhausen-Nord fand das schon zur Tradition gewordene Blutspenderforum statt. Rund 100 der aktivsten Spender waren eingeladen. Mit einem Büffet sagte man ihnen Danke für etwas, was so einfach, aber eben doch nicht alltäglich ist.
Autor: nnz

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