nnz on tour: Alpen Spezial 2007 (2)
Montag, 17. Dezember 2007, 10:00 Uhr
Die zweite Etappe unser Alpenüberquerung 2007 führte uns von Dalaas nach Klosters. Der Tag begann sehr früh und es sollte mitten im August sch... kalt und nass werden.
19. August 2007 Dalaas – Klosters
Dalaas – Kristberg – Schruns – Galgenul – Gargellen – Schlappinerjoch – Schlappin – Klosters
Wach wurde Volker bereits gegen sechs Uhr. Durch das angekippte Fenster drangen Geräusche vom nahe liegenden Balkon. Kurze Zeit später hörte man jemanden brechen. Nun war endgültig Schluss mit schlafen. Eigentlich wollten wir erst um sieben Uhr aufstehen, und so überbrückte Volker die Zeit mit lesen. In einem Anfall von »Leichtigkeit« hatte er diesmal eine Zeitung im Rucksack.
Frisch geduscht und relativ ausgeschlafen starteten wir den Tag mit einem Frühstücksbuffet. Es gab alles, was unsere Sportlerherzen begehrten.
Um halb neun ging es mit Fahren los und das auch gleich »sportlich«. Von 800 ging es gleich auf 1486 Meter hinauf zum Kristbergsattel. Die Strecke war gut fahrbar, auch wenn wir Stellenweise das Gefühl hatten, uns auf einer Bundesstraße für Mountainbiker zu befinden. Auf keiner der bisherigen Touren habe ich an einem Berg so viele Fahrer gesehen. Ein paar überholte ich, ein paar überholten mich. Oben waren dann alle irgendwie versammelt.
Wie sich bei genauerem Hinsehen herausstellte, hatten andere versucht bei schwierigen Passagen ihre Grenzen etwas zu erweitern, zur Not wie uns schien auch mit Gewalt. Eine der Mitfahrerinnen war berghoch schwer gestürzt und blutete am Knie und am Unterschenkel. Wir sahen wieder einmal wie schnell es gehen kann.
Es ging bergab nach Schruns. Kleinere Unwegbarkeiten mit dem GPS (wir sind zweimal falsch abgebogen) verschafften uns hierbei etwas Verwirrung und ein paar Höhenmeter extra. Zum Glück merkt man Abweichungen von der Tour mit dem GPS immer relativ schnell.
In Schruns angekommen hatten wir zwar den tiefsten Punkt der Tour erreicht, aber noch nicht einmal die Hälfte der Höhenmeter für diesen Tag geschafft. Es war ein »Zweibergtag« und das »beste« lag noch vor uns. Schruns markierte aber den tiefsten Punkt.
Mittag gab es 14 Uhr in Gargellen. Es war so lecker. Saftgoulasch mit Knödel. Einen großen Teil der Fahrer vom Kristbergsattel trafen wir hier wieder.
Knapp einen Kilometer nach unserer Mittagsstelle begann der Regen. Alle Aussagen über schnelle Wetterwechsel in den Bergen sind wahr. Es ging sehr schnell. Zu unserem Glück waren wir noch nicht oberhalb der Baumgrenze und so konnten wir uns unter eine große Tanne retten. Es war nicht nur Regen, sondern auch etwas Hagel. Nach zehn Minuten war alles vorbei. Vorerst. Das dicke Ende sollte noch kommen. Wir fuhren weiter, der Regen hörte aber nicht mehr auf. Zunächst ging es auf teils asphaltierten, teils schottrigen Wegen leicht nach oben.
hinauf zum Schlappiner Joch (Foto: VGF)
300 Höhenmeter vor dem Schlappinerjoch war Schluss mit fahren und so quälten wir uns bei leichtem Regen zu Fuß den Berg hinauf. Der schmale Pfad führte im unteren Teil durch dichtes Strauchwerk, weiter oben dann nur noch über Geröll. Der Regen kam und ging in Wellen.
Oben angekommen erlebte ich, wie innerhalb von Sekunden eine Nebelwand über uns hinweg zog. So klar und schnell habe ich die Grenze zwischen klarer Sicht und totalem Nebel noch nie wahrgenommen. Die Sicht lag plötzlich unter 15 Metern.
Doppelt grenzwertig war hierbei, dass wir dabei genau auf der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz standen.
Das Wetter wurde nicht besser und so schoben wir auf der anderen Seite, bei Regen und dichtem Nebel bergab nach Schlappin. Im unteren Teil des Trails wurde aus den Steinen wieder Schlamm und wir hatten stellenweise das Gefühl in einem Bachbett zu laufen.
Fahren konnten wir erst ab Schlappin wieder.
Bei der Abfahrt nach Klosters, dem Ziel der Etappe, versagten zum ersten mal Anastazias hintere Bremsen. Wahrscheinlich war Wasser im System, so das sich bei hohen Temperaturen Wasserdampf bildete, der den Druck aus dem System nahm.
Nach zehn Stunden und 19 Minuten erreichten wir völlig durchnässt aber heilfroh unser Hotel in Klosters. Glücklicherweise konnten wir unsere nassen Klamotten und Schuhe im Heizungsraum des Hotels trocknen.
Insgesamt war es ein eher »bescheidener« Tag. Der viele Regen, die Kälte, die schlechte Sicht und der anstrengende Weg ließen uns schon manchmal Fragen »Warum?«. Einen Tag wie diesen hatten wir bisher auf keiner unserer drei Alpenüberquerungen erlebt. Es sollte aber »noch besser« kommen ...
Autor: vgf19. August 2007 Dalaas – Klosters
Dalaas – Kristberg – Schruns – Galgenul – Gargellen – Schlappinerjoch – Schlappin – Klosters
Wach wurde Volker bereits gegen sechs Uhr. Durch das angekippte Fenster drangen Geräusche vom nahe liegenden Balkon. Kurze Zeit später hörte man jemanden brechen. Nun war endgültig Schluss mit schlafen. Eigentlich wollten wir erst um sieben Uhr aufstehen, und so überbrückte Volker die Zeit mit lesen. In einem Anfall von »Leichtigkeit« hatte er diesmal eine Zeitung im Rucksack.
Frisch geduscht und relativ ausgeschlafen starteten wir den Tag mit einem Frühstücksbuffet. Es gab alles, was unsere Sportlerherzen begehrten.
Um halb neun ging es mit Fahren los und das auch gleich »sportlich«. Von 800 ging es gleich auf 1486 Meter hinauf zum Kristbergsattel. Die Strecke war gut fahrbar, auch wenn wir Stellenweise das Gefühl hatten, uns auf einer Bundesstraße für Mountainbiker zu befinden. Auf keiner der bisherigen Touren habe ich an einem Berg so viele Fahrer gesehen. Ein paar überholte ich, ein paar überholten mich. Oben waren dann alle irgendwie versammelt.
Wie sich bei genauerem Hinsehen herausstellte, hatten andere versucht bei schwierigen Passagen ihre Grenzen etwas zu erweitern, zur Not wie uns schien auch mit Gewalt. Eine der Mitfahrerinnen war berghoch schwer gestürzt und blutete am Knie und am Unterschenkel. Wir sahen wieder einmal wie schnell es gehen kann.
Es ging bergab nach Schruns. Kleinere Unwegbarkeiten mit dem GPS (wir sind zweimal falsch abgebogen) verschafften uns hierbei etwas Verwirrung und ein paar Höhenmeter extra. Zum Glück merkt man Abweichungen von der Tour mit dem GPS immer relativ schnell.
In Schruns angekommen hatten wir zwar den tiefsten Punkt der Tour erreicht, aber noch nicht einmal die Hälfte der Höhenmeter für diesen Tag geschafft. Es war ein »Zweibergtag« und das »beste« lag noch vor uns. Schruns markierte aber den tiefsten Punkt.
Mittag gab es 14 Uhr in Gargellen. Es war so lecker. Saftgoulasch mit Knödel. Einen großen Teil der Fahrer vom Kristbergsattel trafen wir hier wieder.
Knapp einen Kilometer nach unserer Mittagsstelle begann der Regen. Alle Aussagen über schnelle Wetterwechsel in den Bergen sind wahr. Es ging sehr schnell. Zu unserem Glück waren wir noch nicht oberhalb der Baumgrenze und so konnten wir uns unter eine große Tanne retten. Es war nicht nur Regen, sondern auch etwas Hagel. Nach zehn Minuten war alles vorbei. Vorerst. Das dicke Ende sollte noch kommen. Wir fuhren weiter, der Regen hörte aber nicht mehr auf. Zunächst ging es auf teils asphaltierten, teils schottrigen Wegen leicht nach oben.
hinauf zum Schlappiner Joch (Foto: VGF)
300 Höhenmeter vor dem Schlappinerjoch war Schluss mit fahren und so quälten wir uns bei leichtem Regen zu Fuß den Berg hinauf. Der schmale Pfad führte im unteren Teil durch dichtes Strauchwerk, weiter oben dann nur noch über Geröll. Der Regen kam und ging in Wellen.Oben angekommen erlebte ich, wie innerhalb von Sekunden eine Nebelwand über uns hinweg zog. So klar und schnell habe ich die Grenze zwischen klarer Sicht und totalem Nebel noch nie wahrgenommen. Die Sicht lag plötzlich unter 15 Metern.
Doppelt grenzwertig war hierbei, dass wir dabei genau auf der Grenze zwischen Österreich und der Schweiz standen.
Das Wetter wurde nicht besser und so schoben wir auf der anderen Seite, bei Regen und dichtem Nebel bergab nach Schlappin. Im unteren Teil des Trails wurde aus den Steinen wieder Schlamm und wir hatten stellenweise das Gefühl in einem Bachbett zu laufen.
Fahren konnten wir erst ab Schlappin wieder.
Bei der Abfahrt nach Klosters, dem Ziel der Etappe, versagten zum ersten mal Anastazias hintere Bremsen. Wahrscheinlich war Wasser im System, so das sich bei hohen Temperaturen Wasserdampf bildete, der den Druck aus dem System nahm.
Nach zehn Stunden und 19 Minuten erreichten wir völlig durchnässt aber heilfroh unser Hotel in Klosters. Glücklicherweise konnten wir unsere nassen Klamotten und Schuhe im Heizungsraum des Hotels trocknen.
Insgesamt war es ein eher »bescheidener« Tag. Der viele Regen, die Kälte, die schlechte Sicht und der anstrengende Weg ließen uns schon manchmal Fragen »Warum?«. Einen Tag wie diesen hatten wir bisher auf keiner unserer drei Alpenüberquerungen erlebt. Es sollte aber »noch besser« kommen ...











