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nnz-Rückspiegel: 4. April 2001

Donnerstag, 04. April 2002, 08:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
“Nordhausen ist Pleite“, Badewanne, Kandidat


OB Rinke will ihr Kreistagsmandat niederlegen
Krisenstimmung im Nordhäuser Rathaus. Nach nnz-Informationen ist die Stadt nach dem gestrigen Beschluß des Kreistages zum Haushalt der Kreisverwaltung pleite! Bereits in dieser Woche will Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) den Rotstift ansetzen. „Eine Nacht lang habe ich ernsthaft über meinen Rücktritt von diesem Amt nachgedacht“ so Rinke im Gespräch mit nnz. Sie hätte damit zwar ein Zeichen setzen können, doch geändert hätte sich die Situation der Nordhäuser Finanzen kaum. Die sind mehr als angespannt, denn im beschlossenen aber noch nicht genehmigten Nordhäuser Haushalt sind lediglich 14 Millionen Mark als Kreisumlage eingeplant. Die gestern im Kreistag beschlossene Kreisumlage geht von einem Nordhäuser Anteil in Höhe von 16 Millionen Mark aus. Seit dem frühen Morgen tagt im Rathaus eine Krisenrunde. Erste Entscheidung: Das Sozialamt der Stadtverwaltung soll aufgelöst, den Mitarbeitern zum 30. Juni gekündigt werden...ausführlich im nnz-Archiv


Nur 48 Pfennige für eine volle Badewanne
Aus gegebenem Anlaß möchte der Wasserverband Nordhausen (WVN) noch einmal darauf hinweisen, daß die Gebühren des Verbandes nicht nur sozialverträglich sind, sondern auch auf Grund der niedrigen Gebühr je Kubikmeter günstig für Industrie und Gewerbe sind. Eine vierköpfige Familie muß jährlich zirka 520 Mark für die Trinkwasserversorgung zahlen. Das sind pro Person und Tag mal gerade 48 Pfennige. Das benötigte Wasser für eine Badewanne (ca. 100 Liter) kostet in Nordhausen 30 Pfennige. Weniger als dieser Preis muß noch einmal für die Abwasserentsorgung entrichtet werden. Die Energiekosten für das Erwärmen dieser Wassermenge betragen allein 65 Pfennige, vorausgesetzt, es wird Erdgas als Brennstoff benutzt...ausführlich im nnz-Archiv


Situation für künftige Azubis immer noch angespannt
Das Arbeitsamt Nordhausen legte heute ein erstes Zwischenergebnis bei der Vermittlung von Ausbildungsplätzen vor. Erneut zeigt sich die Situation in Nordthüringen, aber auch im Landkreis Nordhausen sehr ernst. Im Landkreis Nordhausen sind dem Arbeitsamt durch Unternehmen bislang 474 Ausbildungsstellen gemeldet worden. Dem gegenüber stehen 934 noch nicht vermittelte Bewerber, 291 Stellen waren bis Ende März noch nicht besetzt. Im Bereich des Arbeitsamtes sprachen seit Oktober des vergangenen Jahres 9.465 Schüler bei den Berufsberatern vor, um sich über die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zu informieren und Rat zur Berufswahl zu holen. Aus den Ausbildungsbetrieben der Region konnten 1.285 Lehrstellen durch die Berufsberater gewonnen werden...ausführlich im nnz-Archiv


Gemischte Reaktionen auf Rinke-Androhung
Oberbürgermeisterin Barbara Rinke hat schwere Geschütze aufgefahren. Nach nnz-Informationen will sie sogar ihr Kreistagsmandat niederlegen. nnz hat erste Reaktionen eingeholt. „Inhaltlich kann ich die Haltung der Stadt Nordhausen und damit auch von Barbara Rinke verstehen“, meinte die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Dagmar Becker. Die Konstruktion zwischen Stadt und Landkreis sei in der gegenwärtigen Konstellation sehr schwierig und kompliziert. Die Veränderung dieser Situation und eine damit verbundene Änderung der Gebietsstruktur sei in der Landeshauptstadt in dieser Legislaturperiode kein Thema. Becker persönlich habe keine Problem mit einem Großkreis „Südharz/Kyffhäuser“. Das müsse allerdings freiwillig geschehen. Bevor Barbara Rinke ihr Mandat abgebe, müsse man noch einmal darüber reden. Sie hoffe, daß die Oberbürgermeisterin dann ihr Vorhaben aufgeben werde. Hier hofft Becker insbesondere auf die Vermittlung von Matthias Jendricke und Winfried Theuerkauf...ausführlich im nnz-Archiv


Neue Kandidaten für eine neue Runde
Die erste Runde der Wahl zu den hauptamtlichen Beigeordneten geht vermutlich in den nächsten Wochen ihrem Ende entgegen. Klaus Gorges (damals noch PDS) hatte kurz nach der Anfechtung der Wahl das Handtuch geworfen, Matthias Jendricke (SPD) hielt bis jetzt durch. Bis jetzt! Sollte das von Jendricke angestrengte Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht ebenfalls negativ beschieden werden, wird Jendricke nicht wieder für eine Wahl zur Verfügung stellen. Nach nnz-Informationen habe er das bereits vor zwei Wochen während der SPD-Klausur in Neustadt verkündet. Doch die erneute Ausschreibung für die beiden Stellen naht und sowohl PSD als auch SPD werden neue Bewerber ins Rennen schicken. Auf Seiten der PDS könnte das Loni Grünwald sein. Für die Sozialdemokraten hat nach nnz-Informationen Winfried Theuerkauf sein Interesse bekundet. Erste Gespräche soll es bereits innerhalb der Kreistagsfraktion gegeben haben. Weitere werden im SPD-Kreisvorstand folgen. Auch Dagmar Becker zeigte sich nicht abgeneigt gegenüber einer Kandidatur von Theuerkauf...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnz

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