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Neue Stolpersteine

Freitag, 14. Dezember 2007, 17:01 Uhr
Nordhausen (nnz). Erinnern an getötete Mitbürger sollen Gunter Demnings Stolpersteine. Drei neue wurden heute in Nordhausen verlegt. Einer auch an der Stelle der ehemaligen Sandstraße 12.


14.000 Stolpersteine hat Gunter Demning bereits verlegt, 17 davon in Nordhausen. Einen setzte der Kölner Künstler heute in der Nähe der ehemaligen Sandstraße 12 in den Gehweg. Die Originalbebauung ist nicht mehr erhalten, deswegen mußte ein Platz in der Nähe gefunden werden. In dem Haus lebte der Jude Theodor Wolff mit seiner nichtjüdischen Frau und zwei Söhnen.

Rinke, Wolff (Foto: Wiethoff) Rinke, Wolff (Foto: Wiethoff)

Einer davon ist Kurt Wolff, der heute bei der Stolpersteinlegung dabei war. Sein Vater wurde im März 1943 nach Auschwitz gebracht und starb schon Anfang Mai. Er hatte von der Flucht seines Bruders gewußt und ihm durch die Zusendung von Reisebrotmarken geholfen. Als der Bruder erwischt wurde, fand man Theodor Wolffs Brief bei ihm. Diese Hilfe war Verbrechen genug ihn ins Konzentrationslager zu schicken. Nur weil seine Frau Deutsche war, erfuhr sie relativ schnell vom Tod ihres Mannes. An das Leben von Theodor Wolff erinnerte der ehemalige Bürgermeister Manfred Schröter. Er erbat zudem eine Schweigeminute für den ermordeten Nordhäuser.

Stolpersteine (Foto: Wiethoff) Stolpersteine (Foto: Wiethoff)

Gunter Demning war heute zum dritten Mal in Nordhausen und verlegte drei Steine. Die anderen befinden sich an der Blödaustraße 26, in der Rudolf Gerson wohnte, und in der Arnoldstraße 17, wo heute das Jugendsozialwerk seinen Sitz hat und damals das Ehepaar Theodor und Emma Stern lebte. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke erinnerte die Bürger daran, daß die Zeit des Nationalsozialismus nicht verharmlost werden dürfe. Dabei wies sie besonders auf den kürzlich beschlossenen Aktionsplan gegen Rechts hin.
Autor: wf

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