nnz-online

Unglaublich, aber wahr

Freitag, 14. Dezember 2007, 14:53 Uhr
In der Vorweihnachtszeit sollen drei Geschichten von Sponsoren erzählt werden, weil jede für sich berührend und für den Förderverein und die nachhaltige Stadtentwicklung Mut machend ist.


Immer wieder erleben wir, dass Bürger nicht nur mit ihrer Zeit und ihrer Liebe sondern auch durch einen finanziellen Einsatz dazu beitragen wollen, materielle, kulturelle und ideelle Werte in unserer Stadt zu schützen bzw. zu beleben.
Die erste Geschichte war die Geschichte eines Vaters, der seinen vier Kindern eine besondere Überraschung bescherte. Anlässlich eines Jubiläums schenkte er ihnen einen verschlossenen Briefumschlag. Als die Kinder diesen Umschlag neugierig und gespannt öffneten, lagen darin je 150 Euro. Auf einem Zettel stand der Wunsch des Vaters geschrieben. Jeder sollte mit diesem Geld nach seinem eigenen Ermessen einem Menschen oder einer Institution Gutes bringen. Einer der Söhne kam am Tag des offenen Denkmals in den Pavillon im Park Hohenrode.

Er kannte den Park schon aus Kindertagen. Soweit es ihm die Zeit erlaubt, genießt er auch heute noch das Durchstreifen des Parks und wünscht sich die Gebäude aus Gründerzeit und den dendrologisch interessanten Park einmal wieder in seiner ursprünglichen Schönheit als Highlight der Stadt Nordhausen besuchen zu können. Aber er wartet nicht ab, sondern will aktiv mit dazu beitragen. Seine Hoffnungen setzt er auf den Förderverein und die Stadträte, die ein großes Interesse daran haben sollten, Alleinstellungsmerkmale wie den Villenpark aus Gründerzeit für den Standort Nordhausen zu beleben. Der junge Mann wollte viel über die Arbeit und die Ziele des Fördervereins wissen. Er ging von einem zum anderen, um sich ausführlich informieren zu lassen. Er hat die Arbeit und die Ernsthaftigkeit des Fördervereins auf den Prüfstand gestellt. Nach einer ziemlich langen Zeit des Fragens und Argumentierens übergab er einem Mitglied des Vereins 150 Euro und erzählte uns diese entzückende Geschichte vom Vater, der seinen Kindern, nach dem sie längst das elterliche Haus verlassen haben, in unserer immer kälter werdenden Welt ein Zeichen für mehr Menschlichkeit zum weitergeben geschenkt hat.

Eine zweite fast unglaubliche Geschichte ereignete sich erst vor wenigen Tagen. Zwei junge Wissenschaftlerinnen arbeiteten mit Gisela Hartmann an der zukünftigen Nutzungskonzeption des Villenparks im Cafe der Kreissparkasse, als an ihren Tisch eine Frau tritt und um eine kurze Unterredung bittet. „Ich möchte gern etwas für den Park Hohenrode tun, wo kann ich eine Spende abgeben?“ Sie befand sich am richtigen Ort. Ein Konto des Vereins wird in der Kreissparkasse geführt. Eine freundliche Mitarbeiterin des Hauses begleitete die Spenderin. Die Freude beflügelte die Arbeit der drei Frauen ohne auch nur zu ahnen, um welchen Betrag es sich handeln würde. 50 vielleicht auch 100 Euro? Ein Blick der Vorsitzenden ohne Brille auf den Einzahlungsschein ließ eine Fünf am Anfang erkennen. „Fünfhundert Euro“, informierte strahlend Gisela Hartmann die jungen Frauen am Tisch, die nun ebenfalls strahlten. Die Spenderin genoss sichtlich die überraschten Gesichter bei ihrer Botschaft: „ Sie haben eine Null zu wenig gelesen“. Jetzt war der Jubel perfekt! 5.000 Euro !!! für den Erwerb des Parks Hohenrode. Wenn es auch noch ein weiter Weg bis zur vollen Kaufsumme des Parks ist, ein solches Erlebnis ermutigt ungemein und lässt die Hoffnung auf weitere Spenden wachsen.

Und schließlich erzählt eine dritte Geschichte vom grenzüberschreitenden Miteinander von Niedersachsen und Thüringen. Ein Unternehmer, der nach 1990 auch in unserer Region tätig war und als Lokalpolitiker in Niedersachsen die Unverzichtbarkeit des Engagements von Vereinen für die Regionalentwicklung kennt und schätzt, machte sich extra auf den Weg nach Nordhausen, weil ihn das Projekt Hohenrode interessiert. Obwohl er schon seit Jahren vor allem Sportvereine unterstützt, spendete er, nachdem er sich mehr über die Bedeutung des Villenparks hatte erzählen lassen und nach der zukünftigen Nutzungskonzeption gefragt hatte, dem Förderverein 1.500 Euro.

Es gäbe viele weitere Geschichten aus dem Leben des Fördervereins Park Hohenrode am Ende des Jahres 2007 zu erzählen. Diese drei stehen exemplarisch dafür, dass uns die Freude im Alltag Flügel verleihen kann.
Gisela Hartman
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de