nnz-online

Handballer mit Kantersieg

Montag, 10. Dezember 2007, 08:17 Uhr
Der 10. Spieltag der Handball-Landesliga war von den Ansetzungen eher ein unspektakulärer. Der NSV musste dabei unbedingt in Gotha gewinnen...


Mit einem ungeahnten Kantersieg von 40:19 kehrten die Nordhäuser aus Gotha zurück. Im Vorfeld zum Siegen verdammt, meisterten sie die Hürde beim jetzigen Tabellenletzten mit Bravour. Zu keinem Zeitpunkt der Begegnung hatte der Ernestiner SV eine Chance.

Mit Spielbeginn wollten der NSV tonangebend, Kraftvoll im Angriff und mit sicherer Deckungsarbeit, das Spiel bestimmen. Dabei war die Ausgangssituation nicht gerade optimistisch. Mit Abwehrstratege Michael Spieß und Regisseur Christoph Liebau fehlten zwei wichtige Stützen der Mannschaft. Während Spieß im nächsten Spiel gegen den HV 90 Artern wieder dabei ist, fällt Liebau voraussichtlich für weitere acht Wochen aus. Ein schwerer Schlag für den derzeit - im Schnitt 34 Treffern - torgefährlichsten Angriff der Liga. Einen weiteren Verlust musste der NSV nach der Erwärmung hinnehmen. Rückraumspieler Christian Gehr zog sich eine Leistenzerrung zu und stand nur für Kurzeinsätze zur Verfügung, wurde aber nicht eingesetzt.

Der Gastgeber erzielte den ersten Treffer im Spiel. Es sollte die letzte Führung bleiben. Nach kurzem Abtasten 2:2, drehte der NSV auf. Binnen weniger Minuten zogen sie auf 7:2 davon. Das 14:6, nach 20 Spielminuten, bedeutete schon das Aus für die Platzherren. Zu keiner Zeit fanden sie weder ein taktischen noch spielerisches Mittel gegen die starken Nordhäuser. Diese, mit einem überragenden Abwehrblock geführt von Marco Holznagel und David Meitzner, zeigten sich stark verbessert. Vor allem Holznagel war es zu verdanken, dass die anschließenden Tempogegenstöße wie Nadelstiche für die Gothaer Moral wirkten. Am Ende der ersten Halbzeit wurde die Gangart der überforderten Ernestiner zunehmend ruppiger. Unbeirrt davon zogen die Meyer Schützlinge ihre Kreise bis zum 20:8 Halbzeitstand.

Den Halbzeitstand im Hinterkopf und in Angesicht einer dezimierten Ersatzbank ging man das Spiel in der zweiten Halbzeit etwas ruhiger an, jedoch nicht lange. Zu einladend waren die Lücken in der Abwehr der Gäste, um die Gelegenheiten verstreichen zu lassen. Wie ein Uhrwerk trugen die Südharzer ihre Angriffe vor, ohne auf besondere Gegenwehr zu stoßen. Nach 40. Spielminuten erzielte Christian Flötling das 32:14, das Debakel für die Gastgeber war nicht wer abwendbar. Am Ende der 60. Spielminuten stand der höchste Auswärtssieg der Liga mit 40:19 auf der Anzeigetafel.

Mit dem höchsten Sieg – 21 Treffer Unterschied - der laufenden Spielserie, hat der NSV die Liga aufhorchen lassen. Bei gleichzeitigen Niederlagen von Mühlhausen in Eisenach (25:32) und einer völlig unerwarteten Niederlage des Ligaprimus Erfurt/Bad Langensalza beim SV Petkus Wutha Farnroda (27:28) rückte die Spitzengruppe bis auf zwei Zähler zusammen. Eine mannschaftliche Glanzleistung des NSV mit einem starken Torhüter Sören Ahlert und einer überragenden NSV Mannschaft.

Die Südharzer haben es in den zwei für sie noch ausstehenden Punktspielen selbst in der Hand die Spitzengruppe aufzumischen. Nachdem der letzte Spieltag voller Überraschung war, rückt der eigentlich letzte offizielle Spieltag vor dem Weihnachtsfest um so mehr in den Mittelpunkt. An diesem stehen sich im Nordthüringenduell der NSV und der HV 90 Artern und im Südgipfel Erfurt/Bad Langensalza II und der ThSV Eisenach III gegenüber. Ein Sieg des NSV würde dieser in der Spitzengruppe mehr als ein Wort mitreden
Frank Ollech

Landesklasse Männer
VSG Oberdorla – NSV II 30:29

Sören Ahlert/ Karsten Scholz/ Steffan Fuhrmann 9/ Marco Bialkowski 6/ Sebastian Kreutz 8/ Christian Flötling 6/ Marco Holznagel 1/ Macel Effenberger 3/David Meitzner 7/ Christian Gehr/ Holger Kühne
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de