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Der Berg ruft

Samstag, 30. März 2002, 08:44 Uhr
Neustadt/Osterode (nnz). Kaltes Winterwetter ist nicht automatisch ideales Fernsehwetter. Wie man auch an grauen Tagen gemeinsam etwas erleben kann, darüber berichtet Manuela Jauer.


Der Frühling hat sich am vergangenen Wochenende im Oberharz noch stark zurück gehalten. Das bekamen auch die 14 Mitglieder der DLRG „Hohnstein“ e. V. zu spüren, die sich für drei Tage von ihrer eigentlichen Aufgabe, dem Wasserrettungsdienst, verabschiedeten, und ein gemeinsames Wochenende in Schierke verbrachten. Nach der Ankunft am Freitag Abend hieß das erklärte Ziel für den Samstag: Erstürmung des Blocksberges, steiler Aufstieg über das Eckerloch.

Trotz eines teils noch in den Knochen sitzendenden langen Vorabends, wurden am Samstag in der Frühe die Schuhe fest geschnürt. Los ging der Marsch in einem recht zackigen Tempo. Die gefühlte Temperatur von minus 12 Grad Celsius und vereinzelte Sturmböen bis zur Stärke 7 hielten weder die kleinen noch großen Reinhold-Messner-Freunde (Alter 9 bis 50) zurück und waren auch rasch vergessen. Entlang steiler Kieselwege, beim Waten durch kleine Bachläufe und beim Balancieren über Baumwurzeln und Findlinge wurde man schnell von innen warm.

Aber die Anstrengungen lohnten sich. Die Landschaft bot selbst durch den dicken Nebel hindurch, der nicht mehr als 50 Meter Sicht erlaubte, einen entschädigenden Anblick: Von Reif überzogene Nadelbäume, idyllische kleine Harzbäche, eine vielseitige Pflanzenwelt und interessante Eindrücke von der Geologie des Harzes prägten bei den Betrachtern das typische Bild vom Nationalpark Hochharz.

Zwei Stunden nach dem Start war man am Ziel angekommen, wo eine Stunde in der Gaststätte und eine heiße Erbsensuppe zum Aufwärmen gern angenommen wurden. Vereinzelte Ermüdungserscheinungen konnten rasch behoben werden, und so wurde frohen Mutes der Abstieg angetreten. Nach einigen kleinen Stopps zum Fotografieren und Stärken war die Jugendherberge gegen 15.30 Uhr wieder erreicht.

Um den Tag gelungen abzurunden, ließen es sich die Wanderer nicht nehmen, auch der Feuerstein-Klippe einen kurzen Besuch abzustatten. Nach insgesamt 20 anspruchsvollen Kilometern Tagesleistung konnte kaum einer der Wandersleute die Müdigkeit verstecken. Dennoch kam die Geselligkeit am Abend nicht zu kurz, auch wenn das Durchhalten nicht jedem leicht fiel. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück traten alle, noch ein bisschen geschafft, aber sehr zufrieden, die Heimreise in den Südharz an.
Manuela Jauer
Autor: nnz

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