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Weiter befördern?

Montag, 03. Dezember 2007, 17:04 Uhr
„Eine überwältigende Tagesordnung“ konstatierte heute Nachmittag Landrat Joachim Claus (CDU). Und wahrlich: Allein der öffentliche Teil der Kreisausschusssitzung hatte 19 Tagesordnungspunkte. Die nnz pickte sich drei heraus...


Und wieder einmal wurde ein Versuch gestartet: Der Beförderungsstopp für Beamte der Kreisverwaltung aus dem Jahr 2006 soll nun endlich aufgehoben werden. Dafür habe sich die Spitze des Landratsamtes ausgesprochen. Fehlende Beförderungsmöglichkeiten würden eine fehlende Motivation der betroffenen Mitarbeiter nach sich ziehen. Dabei sprach der Landrat wiederholt von den Leistungsträgern dieser Verwaltung. Schon mehrfach hatte die Verwaltung, auch mal in Kooperation mit der CDU-Fraktion, versucht, Spitzenverdiener in einer höhere Besoldungsgruppe zu katapultieren.

Die Sozialdemokraten machten dem immer wieder einen Strich durch die Rechnung, weil sie die ungerechtfertigte Beförderung einer einzelnen Person dahinter vermuteten (siehe nnz-Archiv). Auch diesmal gab SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Becker den Part des Spielverderbers. Becker verwies auf einen Kreistagsbeschluß aus dem Jahr 2006, wonach einzelne, begründete Beförderungen dem Kreisausschuss zur Genehmigung vorgetragen werden können.

Und so solle das auch weiterhin gehandhabt werden. Dem entgegnete Vizelandrätin Jutta Krauth (SPD): „Wir wissen, wer positive Leistungsträger in unserer Verwaltung sind. Und im übrigen würden sich die zusätzlichen Kosten pro Jahr mal gerade auf 20.000 Euro belaufen.“ Hinzu käme der Fakt, daß mit der beabsichtigten Kommunalisierung dann Beamte ins Landratsamt kämen, die viel höhere Besoldungsgruppen mitbringen würden. Dadurch, so Krauth, sei der soziale Frieden in der Verwaltung gefährdet.

Landrat Joachim Claus zog angesichts der Ablehungsfront – leicht angesäuert – seine Beschlußvorlage zurück, weil „eine Ablehnung kein gutes Zeichen an die Mitarbeiter der Verwaltung ist“.
Autor: nnz

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