Bedrückende Einblicke in die Psyche
Donnerstag, 28. März 2002, 08:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit 20 Jahren begutachtet er Gewaltverbrecher vor Gericht. Seit 1992 ist er Direktor der Psychatrischen Uniklinik in Halle. Im Nordhäuser Theater stellt Andreas Marneros sein neues Buch vor.
In Hitlers Urenkel, Marneros von Begegnungen mit rechtsradikalen Tätern berichtet. Aus der Perspektive des Psychiaters und gleichzeitig eines Menschen, der sich - auf Zypern geboren - als Wahldeutscher bewußt mit Deutschland identifiziert, analysiert er Persönlichkeit und Motive der Täter und die Gesellschaft, in der sie agieren. Aus dieser Analyse entwickelt der Autor Ansätze zur Bekämpfung rechtsradikaler Gewalt.
In seinem Buch Hitlers Urenkel beschreibt Marneros 23 Täterprofile. Ihnen allen attestiert er ein fehlendes Schamgefühl: In der Regel sind es pathologische Persönlichkeiten. Über 70 Prozent haben eine traumatische Vorgeschichte. Wir haben zum Beispiel Täter mit einem IQ von 76 und solche, die von betrunkenen oder gewalttätigen Eltern unvorstellbar mißhandelt wurden. So sieht der Psychiater Marneros in den Rechtsradikalen Verlierer und Verlorene. Die rechte Szene erscheint ihm als ideales Sammelbecken für pathologisch Gewaltveranlagte: Sie zieht Menschen mit brutalen, sadistischen Persönlichkeitsmustern an. Auch deshalb glaube ich, daß rechtsradikale Gewalt keine politische Gewalt ist. Anders als zum Beispiel der RAF-Terrorismus ist sie reiner Selbstzweck. Sie trägt lediglich ein ideologische Mäntelchen. Die Täter sind ganz gewöhnliche kriminelle Gewalttäter. Für Milde vor Gericht plädiert Marneros dennoch nicht. Die Lässigkeit der Staatsgewalt in einigen Fällen bezeichnet er als Katastrophe: Milde wird von diesen Tätern als Zustimmung ausgelegt.
Der Eintritt zur Lesung mit anschließender Diskussion am 28. April um 19.30 Uhr ist frei!
Autor: nnzIn Hitlers Urenkel, Marneros von Begegnungen mit rechtsradikalen Tätern berichtet. Aus der Perspektive des Psychiaters und gleichzeitig eines Menschen, der sich - auf Zypern geboren - als Wahldeutscher bewußt mit Deutschland identifiziert, analysiert er Persönlichkeit und Motive der Täter und die Gesellschaft, in der sie agieren. Aus dieser Analyse entwickelt der Autor Ansätze zur Bekämpfung rechtsradikaler Gewalt.
In seinem Buch Hitlers Urenkel beschreibt Marneros 23 Täterprofile. Ihnen allen attestiert er ein fehlendes Schamgefühl: In der Regel sind es pathologische Persönlichkeiten. Über 70 Prozent haben eine traumatische Vorgeschichte. Wir haben zum Beispiel Täter mit einem IQ von 76 und solche, die von betrunkenen oder gewalttätigen Eltern unvorstellbar mißhandelt wurden. So sieht der Psychiater Marneros in den Rechtsradikalen Verlierer und Verlorene. Die rechte Szene erscheint ihm als ideales Sammelbecken für pathologisch Gewaltveranlagte: Sie zieht Menschen mit brutalen, sadistischen Persönlichkeitsmustern an. Auch deshalb glaube ich, daß rechtsradikale Gewalt keine politische Gewalt ist. Anders als zum Beispiel der RAF-Terrorismus ist sie reiner Selbstzweck. Sie trägt lediglich ein ideologische Mäntelchen. Die Täter sind ganz gewöhnliche kriminelle Gewalttäter. Für Milde vor Gericht plädiert Marneros dennoch nicht. Die Lässigkeit der Staatsgewalt in einigen Fällen bezeichnet er als Katastrophe: Milde wird von diesen Tätern als Zustimmung ausgelegt.
Der Eintritt zur Lesung mit anschließender Diskussion am 28. April um 19.30 Uhr ist frei!
