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Gebannt vom Anmut der Tänzer

Freitag, 23. November 2007, 16:05 Uhr
Die nnz hatte bereits über die Projektwoche der Ellricher Regelschule berichtet. Unter anderem war da auch die Ballett-Kompanie des Nordhäuser Theaters zu Gast...

Vorgeführt (Foto: I. Kühn) Vorgeführt (Foto: I. Kühn)

Die heilige Elisabeth von Thüringen ist in diesem Jahr vielfach gewürdigt worden. Auch die Regelschule in Ellrich hat eine Elisabeth-Woche durchgeführt, die von der Musiklehrerin Carola Böck initiiert wurde. Die Schüler sind u. a. an der Wirkungsstätte Elisabeths, der Wartburg in Eisenach, gewesen. Als Höhepunkt und hatten sogar die Ballettkompanie der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH zu sich in die Schule eingeladen, da die Kompanie derzeit das Ballett „Die Heilige“ aufführt.

206 Schüler der Klassenstufen 5 bis 10, von denen die wenigsten bisher Kontakt mit einem Ballett hatten, waren nach anfänglichem Befremden dann schnell gebannt von den anmutigen Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer. Drei Tänzerinnen verkörperten die Elisabeth als Kind, als Frau und als Heilige und zwei Tänzer stellten Konrad von Marburg und Ludwig, Landgraf von Thüringen dar. Ballettdirektorin Jutta Wörne und die Leiterin des Jungen Theaters, Bianca Sue Henne, standen Rede und Antwort.

Nach jedem der fünf Ausschnitte erarbeitete Bianca Sue Henne im Dialog mit den Schülern, was sie gesehen und erkannt haben. Und das war eine ganze Menge. Den Inhalt der Szenen konnten die Schüler gut wiedergeben, die Charaktere haben sie erkannt, und die eigens für dieses Ballett komponierte Musik empfanden sie nicht als befremdlich sondern vielmehr als funktional: „Konrad von Marburg ist das, der ist böse. Das hört man an der Musik!“, rief ein Junge. Auch auf die Frage, warum für die Hochzeit Elisabeths mit Ludwig eine andere Tänzerin besetzt ist, hatte eine Schülerin eine Antwort: „Die erste Tänzerin war viel kleiner, Elisabeth ist größer geworden, erwachsen.“

Auch für die Tänzer war es eine besondere Erfahrung, denn im Theater trennt sie vom Publikum immer noch mindestens der Orchestergraben. Hier nun saßen die Schüler einen Meter vor der sechs mal acht Meter großen Tanzbodenfläche, die das Theater am Vortag in der Turnhalle ausgerollt hatte. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal eine Schule betrete,“ sagte eine der Tänzerinnen während der Busfahrt.

„Wir können nicht davon ausgehen, dass ein Schüler im Alter von vielleicht 15/16 Jahren plötzlich feststellt, dass er schon immer eine große Leidenschaft für Ballett und Tanz hatte, die in ihm schlummerte und über ein tiefes, im Innern gereiftes Verständnis für artifizielle Ausdrucksmittel wie klassischen Gesang, Tanz und Orchestermusik verfügt. Musiktheater ist sehr komplex und vermittelt sich seinem Publikum indirekter als Schauspiel. Deshalb ist es wichtig, dass man an diese Kunstform herangeführt wird,“ so die Leiterin des Jungen Theaters der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.

Die Ellricher Schüler jedenfalls haben entdecken dürfen, dass hinter dem Begriff Handlungsballett eine Form des Tanzes steht, die eine Geschichte erzählt, der man als Zuschauer folgen kann. Und in den klaren Choreographien von Ballettdirektorin Jutta Wörne gelingt das besonders gut.

Schüler sollten sich vielleicht jetzt schon einen Termin im kommenden Jahr merken: Den 29. Januar 2008. Um 11 Uhr findet dann die BallettWerkstatt „Die Heilige“ im Theater statt.
Autor: nnz

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