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Gedenken an den Holodomor

Donnerstag, 15. November 2007, 11:37 Uhr
Nordhausen (nnz). An diesem Wochenende Wochenende gedenken die Studenten des RCDS Nordhausen dem 75. Jahrestag des so genannten Holodomors in der Ukraine. Für Aufklärung sorgt die nnz.


Das Wort Holodomor stammt etymologisch aus den beiden ukrainischen Worten Holor und Mor, die sich mit den Worten Hunger und Seuche übersetzen lassen. In der Tat verursachte der Holodomor 7 Millionen Tote, von denen 2,5 Millionen Kinder auf entsetzliche Weise in den Jahren 1932/33 starben.

Der Mangel an Nahrungsmitteln entstand durch die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft auf Befehl Stalins, der trotz erheblicher Ernteausfälle auf Zwangsabgaben aus der Ukraine bestand. Besonders zynisch erklingen vor diesem Hintergrund die Worte Stalins, dass der Kampf ums Getreide ein Kampf um den Sozialismus sei.

Aber auch Lenin, der Vorgänger Stalins, bekräftigte, dass die Interessen des Sozialismus über dem Recht der Nation auf Selbstbestimmung stünden, was die Ukraine weniger als zehn Jahre nach seinem Tod auf furchtbare Weise erfahren musste.

Der an der verhängnisvollen Getreideablieferungskampagne beteiligte Lew Kopelew schrieb eindrucksvoll im Jahre 1979 über das brutale und rücksichtslose Vorgehen und kam zu dem Schluss, dass man schon in den Anfängen gegen jegliche Tyrannei und extremistischen Haltungen vorzugehen hat.

Die Studenten des RCDS Nordhausen sind sich dieser Demokratiefeinde bewusst. Sie kämpfen dabei aktiv nicht nur gegen die faschistische Rechte, sondern eben auch gegen stalinistische und kommunistische Gruppierungen, deren Gefahr leider oftmals viel zu wenig von der bundesdeutschen Gesellschaft wahrgenommen wird.
Stephan Convent
Autor: nnz

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