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"Visionen mit Bodenhaftung"

Freitag, 15. März 2002, 14:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Mehr als 50 Nordhäuser haben gestern Abend unter dem Motto „ Die Zukunft meiner Stadt - Leitbild für Nordhausen“ in der Fachhochschule bei einem Workshop Ideen gesammelt und diskutiert. Der Workshop war eine von mehreren Veranstaltungen deren Ziel ein aktualisiertes Stadtentwicklungskonzept ist. Ausführlich natürlich wie immer in der nnz.


Die Entwicklung eines Leitbildes ist Voraussetzung für die weitere Teilnahme am Wettbewerb „Stadtumbau Ost“, um die sich die Stadt Nordhausen erfolgreich beworben hatte. In vier Arbeitsgruppen haben die Teilnehmer - Stadträte, Vertreter der Wohnungsgesellschaften und des Mietervereines, der Unternehmen der Stadt, der Wirtschaftsverbände, Einzelhändler und Handwerker, Jugendliche, Mitglieder der Kirche und der Altstadtinitiative, des Theaters, der Werbegemeinschaft, Vertreter des Landratsamtes und der Stadtverwaltung - über das diskutiert, was Nordhausen aus- und unverwechselbar macht, was sich für die künftige Profilbildung der Stadt sowohl nach innen als auch nach außen eignet, haben „Visionen mit Bodenhaftung“ entworfen, so umschrieb es der Moderator des Abends. Der Moderator weiter: „Es war angenehm, den breiten Konsens praktisch aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen zu erleben, auf dessen Basis hier gearbeitet wurde. Besonders gefallen hat mir die positive Grundstimmung. Das alles sind hervorragende Voraussetzungen für das Erarbeiten eines klugen Stadtentwicklungskonzeptes.“

Die wesentlichen Ergebnisse bzw. Thesen, die am Ende Workshops formuliert wurden:

1. Nordhausen sollte sich weiter am Ziel orientieren, eine zentrale Rolle in Nordthüringen zu spielen (=Oberzentrum). Es darf nicht um eine Verkleinerung der Stadt gehen, sondern um ein offensives „Nach-vorn-Gehen“.

2. Nordhausen braucht das geplante Industriegebiet in der „Goldenen Aue“! Denn eine starke Wirtschaft und ausreichende Arbeitsplätze sind die beste Voraussetzung, den Menschen in der Region eine Perspektive zu bieten und zugleich Grundbedingung für den Erhalt und Ausbau des an sich guten sozio-kulturellen Angebotes (Kino, Theater, Jugendeinrichtungen) und damit der Lebensqualität in der Stadt. Die Stadtgeschichte zeige, dass sich Angebote der Stadt wie zum Beispiel Straßenbahn, Schwimmbad oder Theater stets auf Basis einer soliden Wirtschaft entwickelt haben.

3. Nordhausen soll aber nicht nur eine „Arbeitsstadt“, sondern auch eine Wohn- und Lebensstadt sein. Tenor: „Nordhausen darf nach Feierabend nicht leer sein.“

4. Besonderheiten bzw. „Einmaligkeiten“ der Stadt (zum Beispiel Nähe zum Harz, Stadt der Treppen, Landesgartenschau) sollen wichtige Instrumente bei der „Vermarktung“ der Stadt sein und herausgestellt werden. Ein mögliches Profil Nordhausens wäre ebenfalls das einer Stadt von Wissenschaft, Forschung und Lehre.

5. Nordhausen ist eine soziale Stadt. Die Menschen sollen sich geborgen und sicher fühlen, und die auch hier an sich gute soziale Infrastruktur soll erhalten bleiben.

6. Der Bürgersinn in der Stadt muss sich stärken. Defizite in dieser Hinsicht zeigten sich aktuelle am Thema Sauberkeit in der Stadt.

7. Man sollte genau analysieren, welche Stellen innerhalb und ausserhalb der Stadt die Entwicklung Nordhausen befördern, aber auch behindern.

8. Nordhausen sollte versuchen, sich in eine größere Kreisstruktur einzubringen.

Auf dem nächsten Workshop am 18. Mai werden sich die 50 Nordhäuser dem Thema „Die Zukunft meiner Stadt ­ stadträumliche Entwicklung“ widmen.
Autor: nnz

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