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Reise durch die Zeit

Mittwoch, 07. November 2007, 14:40 Uhr
Nordhausen (nnz). „1080 Jahre Nordhausen – Menschen, Bilder, Dokumente“ heißt die neue Ausstellung im Altstadt-Museum „Flohburg“. Sie wird in der kommenden Woche eröffnet. Die nnz mit einem vorsichtigen Blick hinter die Kulissen...


Neues in der Flohburg (Foto: psv) Neues in der Flohburg (Foto: psv) In mehreren Ausstellungsschwerpunkten werde die wechselvolle Stadtgeschichte von der Gründung der Stadt 927 über die Reformation und die Kriege bis zur DDR- und Wende-Zeit an ausgewählten Beispielen gezeigt. „Einen Schwerpunkt bilden hier bedeutende Nordhäuser Persönlichkeiten, nach denen Straßen und Treppen in Nordhausen benannt sind“, sagt er. „Auch weniger bekannte werden wir hier in dieser Ausstellung näher vorstellen und ins Licht der Öffentlichkeit rücken.“

Den zweite Schwerpunkt bildet eine Fotostrecke des bekannten Nordhäuser Fotografen Werner Steinmann, erklärt Rennebach. Seine Fotoreihen von Nordhausen vor und nach der Zerstörung im Jahr 1945 und des Wiederaufbaues bis in die Gegenwart seien sehr interessante Zeitdokumente, die längst vergessene Stadtansichten, gerade auch für junge Menschen, wieder erlebbar machten.

Neues in der Flohburg (Foto: psv) Neues in der Flohburg (Foto: psv) „Zu guter Letzt werden wir exemplarisch die 1080jährige Stadtgeschichte aufzeigen - beginnend mit der Schenkungsurkunde der Stadt Nordhausen von Heinrich I. an seine Gemahlin Mathilde bis zur Gegenwart“, sagt der Museumsleiter. Verschiedene Exponate werden in dieser Ausstellung erstmalig gezeigt, wie zum Beispiel ein historischer Munitionsgürtel mit Patronentaschen und Pulverhorn, ein lederner Geldbalg, ein Pulverfläschchen, ein Feuerhorn mit Messingbeschlag, Porzellanfiguren der Manufaktur Seitzen, eine Glassammlung, die Gebrauchsglas aus mehreren Jahrhunderten zeigt oder historische Radiogeräte aus einer Privatsammlung.

Beim Herstellen von einseitig hohlgeprägten Pfennigmünzen, den sogenannten Brakteaten, könne jeder Museumsbesucher aber auch selbst aktiv werden, sagt Rennebach. „Brakteaten gab es schon in der Spätantike, wir prägen mittelalterliche Brakteaten“, sagt er. Brakteaten seien von der Mitte des 12. bis ins 14. Jahrhundert fast im gesamten deutschsprachigen Raum die vorherrschende regionale Münzsorte gewesen. Alle 5 bis 6 Jahre wurde sie verrufen, mussten also gegen neues Brakteatengeld eingetauscht werden. Dabei sei es üblich gewesen, drei neue gegen vier alte Münzen zu wechseln. Mit dem Gewinn wirtschaftete der jeweilige Fürst oder Abt, erklärt Jürgen Rennebach.

Die Ausstellung ist vom 15. November bis einschließlich 31. Januar 2008 in dem Museum „Flohburg“ in der Nordhäuser Altstadt zu sehen.
Autor: nnz

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