nnz-online

Bewegung im Pool

Dienstag, 06. November 2007, 12:36 Uhr
Nordhausen (nnz). Wir nennen das Geflecht aus Unternehmen, Vereinen und Verbänden, die sich in Nordhausen und darüber hinaus sozialen Wohltaten verschrieben haben, ganz einfach mal „Sozialpool“. In dem läßt es sich gut schwimmen, man kann aber auch ertrinken. Die nnz mit einem aktuellen Fall.


Ein großer Vorteil des Sozialpools ist seine Verschwiegenheit, unter Wasser hört man vor allem sehr schlecht. Diese Verschwiegenheit der Unterwasserwelt hatte maßgeblich mit einem einstigen Akteur zu tun, der sich vor diversen Monden aus Nordhausen in die weite Welt aufmachte.

Der Pool ist perfekt organisiert. Vorständler des einen Vereins sind Geschäftsführer des anderen oder umgekehrt. Mitunter werden Aufsichtsräte und andere Kontrollgremien parallel besetzt. Hinzu kommt die Politik. Fast alle Schwimmeister haben ihren Stammsitz in diversen Kreistagen oder Stadträten und kontrollieren so nicht nur sich selbst, sondern sorgen dafür, daß immer genug Wasser im Pool ist.

Zuviel Wasser kann aber auch gefährlich sein, wenn einem Schwimmer die Beine weggehauen werden oder er selbst für eine Amputation sorgt. So soll es mit der gemeinnützigen LIFT GmbH passiert sein, flüstert man am Rand des Pools. Da sollen ABM-Projekte mißbraucht worden sein, Maschinen wurden sinnlos angeschafft, auch soll es zu Abrechnungsmängeln gekommen sein. Vor allem aber sollen die Schwimmer an sich selbst gedacht haben. Lange schon soll es Verdacht gegeben haben, daß etwas mit den Personalkosten nicht stimmen könne.

Also könnte sich folgendes ergeben. Der Oberschwimmmeister am und im Sozialpool, das Jugendsozialwerk, das Anteile an Lift hält, verschifft einen großen Teil seines Paketes in Richtung eines anderen Schwimmers, dem Horizont Verein. Der wiederum wird sich nur noch um profitable Projekte kümmern. Nicht untergehen werden nach nnz-Recherchen zum Beispiel das Mehrgenerationenhaus, das Kaufhaus „Stöbereck“ oder die Gärtnerei in Salza.

Das alles wird, wie gesagt, immer noch hinter aufgesetzter Taucherbrille getuschelt. Noch ist man sich nicht ganz sicher, ob das Wasser im Pool gänzlich abgelassen werden soll, oder ob eine neue Aufbereitungsanlage helfen könnte. Die Zahl der Schwimmer im Pool wird jedoch um einen Teilnehmer reduziert.
Autor: psg

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de