Unterschiedliche Welten
Montag, 05. November 2007, 14:14 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz/kn). Das Internet – es ist für viele nicht nur Zuhause nicht mehr wegzudenken, auch am Arbeitsplatz könnte das Internet hilfreich sein. Doch im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis gibt es informative Unterschiede...
Los geht unsere Recherche-Reise im Kyffhäuserkreis. In der Sondershäuser Stadtverwaltung gab die erste Beigeordnete Cornelia Kraffzick (SPD) bereitwillig Auskunft. In unserer Verwaltung können rund 90 Prozent der Mitarbeiter das Medium Internet nutzen. Aufgrund von Vorschlägen aus den jeweiligen Ämtern hatte unser Bürgermeister den Personenkreis festgelegt. Im Vordergrund der Entscheidung standen und stehen die Arbeitsaufgaben der jeweiligen Mitarbeiter.
Ähnlich sieht es in der Verwaltung des Kyffhäuserkreises aus. Jutta Schinkel erläuterte, daß mehr als nur die Amtsleiter oder Sachgebietsleiter die Möglichkeit haben online zu sein. Bislang wurde jedem begründeten Antrag für die Nutzung des Internets auch stattgegeben. Derzeit liegen der Hauptverwaltung keine neuen Anträge vor.
Noch medienfreundlicher zeigt sich das Nordhäuser Landratsamt. Hier haben 90 Prozent der Mitarbeiter ebenfalls einen freien Zugang zu allen erforderlichen Informationsquellen. Sprecherin Petra Ebert: Die restlichen zehn Prozent haben bislang keinen Antrag gestellt.
Während also die Verwaltungs-Mitarbeiter in der Nordhäuser Behringstraße und im Kyffhäuserkreis sich der Welt des Internets fachlich bedienen können, befinden sich 80 Prozent der Nordhäuser Stadtverwalter in einer medialen Burg. Sie sind eingeschlossen, besser: ausgeschlossen. Fünf Stunden benötigte die Pressestelle des Nordhäuser Rathauses für eine Antwort auf die nnz-Anfrage: Allen Mitarbeitern steht ein eingeschränkter Internetzugang zur Verfügung. Da der Internetzugang zwingend über eine bandbreitenbegrenzte Leitung zum Land Thüringen erfolgt, kann nur 20% der Mitarbeiter ein voller Internetzugang zur Verfügung gestellt werden. Die Stadtverwaltung Nordhausen hat rund 300 Mitarbeiter", so die offizielle Verlautbarung.
Das kann, mit Verlaub, nur als Ausrede herhalten, wenn man weiß, wer die 20 Prozent sind. Alle Amtsleiter oder Dezernenten gehören dazu, auch deren Sekretariate. Über den weiteren Personenkreis wird sich ausgeschwiegen. Während man in Sondershausen hinsichtlich der Rahmenkonditionen mit einem Kommunikationsanbieter frohlockt, versteckt man sich im ach so gläsernen Nordhäuser Rathaus hinter einer bandbreitenbegrenzten Leitung zum Land Thüringen.
Vielleicht steckt ja auch mehr dahinter: Mißtrauen gegenüber dem Normalo-Mitarbeiter, der die eigentliche Arbeit macht? Hierarchiedenken: Ich bin wer, ich habe Internet? Gerade in der Sondershäuser Stadtverwaltung ist man mit der dortigen Regelung dieser Auffassung entgegen getreten.
Und so soll es in der Nordhäuser Stadtverwaltung Mitarbeiter geben, die ihren privaten Internetzugang Zuhause dazu nutzen, zusätzliche und aktuelle Informationen für ihr tägliches Offline-Arbeiten im Rat- und Waisenhaus aus dem Netz zu ziehen. Mit voller Bandbreite und vollen Kosten, privater Natur.
Autor: nnzLos geht unsere Recherche-Reise im Kyffhäuserkreis. In der Sondershäuser Stadtverwaltung gab die erste Beigeordnete Cornelia Kraffzick (SPD) bereitwillig Auskunft. In unserer Verwaltung können rund 90 Prozent der Mitarbeiter das Medium Internet nutzen. Aufgrund von Vorschlägen aus den jeweiligen Ämtern hatte unser Bürgermeister den Personenkreis festgelegt. Im Vordergrund der Entscheidung standen und stehen die Arbeitsaufgaben der jeweiligen Mitarbeiter.
Ähnlich sieht es in der Verwaltung des Kyffhäuserkreises aus. Jutta Schinkel erläuterte, daß mehr als nur die Amtsleiter oder Sachgebietsleiter die Möglichkeit haben online zu sein. Bislang wurde jedem begründeten Antrag für die Nutzung des Internets auch stattgegeben. Derzeit liegen der Hauptverwaltung keine neuen Anträge vor.
Noch medienfreundlicher zeigt sich das Nordhäuser Landratsamt. Hier haben 90 Prozent der Mitarbeiter ebenfalls einen freien Zugang zu allen erforderlichen Informationsquellen. Sprecherin Petra Ebert: Die restlichen zehn Prozent haben bislang keinen Antrag gestellt.
Während also die Verwaltungs-Mitarbeiter in der Nordhäuser Behringstraße und im Kyffhäuserkreis sich der Welt des Internets fachlich bedienen können, befinden sich 80 Prozent der Nordhäuser Stadtverwalter in einer medialen Burg. Sie sind eingeschlossen, besser: ausgeschlossen. Fünf Stunden benötigte die Pressestelle des Nordhäuser Rathauses für eine Antwort auf die nnz-Anfrage: Allen Mitarbeitern steht ein eingeschränkter Internetzugang zur Verfügung. Da der Internetzugang zwingend über eine bandbreitenbegrenzte Leitung zum Land Thüringen erfolgt, kann nur 20% der Mitarbeiter ein voller Internetzugang zur Verfügung gestellt werden. Die Stadtverwaltung Nordhausen hat rund 300 Mitarbeiter", so die offizielle Verlautbarung.
Das kann, mit Verlaub, nur als Ausrede herhalten, wenn man weiß, wer die 20 Prozent sind. Alle Amtsleiter oder Dezernenten gehören dazu, auch deren Sekretariate. Über den weiteren Personenkreis wird sich ausgeschwiegen. Während man in Sondershausen hinsichtlich der Rahmenkonditionen mit einem Kommunikationsanbieter frohlockt, versteckt man sich im ach so gläsernen Nordhäuser Rathaus hinter einer bandbreitenbegrenzten Leitung zum Land Thüringen.
Vielleicht steckt ja auch mehr dahinter: Mißtrauen gegenüber dem Normalo-Mitarbeiter, der die eigentliche Arbeit macht? Hierarchiedenken: Ich bin wer, ich habe Internet? Gerade in der Sondershäuser Stadtverwaltung ist man mit der dortigen Regelung dieser Auffassung entgegen getreten.
Und so soll es in der Nordhäuser Stadtverwaltung Mitarbeiter geben, die ihren privaten Internetzugang Zuhause dazu nutzen, zusätzliche und aktuelle Informationen für ihr tägliches Offline-Arbeiten im Rat- und Waisenhaus aus dem Netz zu ziehen. Mit voller Bandbreite und vollen Kosten, privater Natur.
