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Was denn nun? Verband oder Verein?

Donnerstag, 07. März 2002, 12:24 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit dem Tourismus in der Stadt Nordhausen wird es immer lustiger. Die Lust, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, ist im Stadtrat derart gestiegen, dass man die lustigen Spielarten unter Ausschluß der Öffentlichkeit ausleben will.


Offiziell heißt es da zwar, man wolle sich erst einmal eine einheitliche Meinung zu diesem Thema bilden, doch dazu war es in der ehemaligen Stadtterrasse gestern wohl schon zu spät. Wie die nnz erfahren hat, wurde auch hinter geschlossenen Türen nichts beschlossen, sondern nur wieder kontrovers diskutiert - ohne Ergebnis. Während die Verwaltungsspitze des Rathauses einen Austritt aus dem regionalen Tourismusverband immer noch für richtig hält, geht wohl selbst die SPD-Fraktion so ihre eigenen Wege. Auch gestern soll sich der zweite ehrenamtliche Beigeordnete der Stadt, Dr. Klaus Gebhardt, für einen Verbleib im bisherigen Verband ausgesprochen haben. Und dabei gab doch die Verwaltung klar die Marschrichtung vor. In der Beschlussvorlage steht: „Der Austritt ist notwendig, um nach den Diskussionen über Tourismusentwicklung eine klare Position zu beziehen.“

Weiter oben steht als Beschluß unter 2.: Der Städtische Tourismusverein (i.G.) tritt dem regionalen Verband bei. Die Gründungsphase des Vereins ist voraussichtlich noch im Gange, der erste Versuch ist jedoch gnadenlos in die touristische Hose gegangen (nnz berichtete in dieser Woche). Wer aber sollte denn Mitglied in diesem Verein werden? Die Stadt? Eine Mitgliedschaft hätte doch aber vorher im Stadtrat beschlossen werden müssen? All diese aufgeworfenen Fragen zeigen doch, wie verworren die Kiste ist.

Die Verworrenheit kommt selbst im Text der Beschlussvorlage 0576/2001 zum Ausdruck. Da ist einmal von einem städtischen Tourismusverein, ein anderes Mal von einem Städtischen Verband die Rede. Vielleicht war es auch aus all diesen Gründen nur gut, dass die Öffentlichkeit von solch einem Schauspiel ausgeschlossen wurde. Bis eine einheitliche Meinung der Öffentlichkeit vorgestellt wird. So lange hält man sich zum Beispiel im Landratsamt vor lauter Begeisterung die Bäuche. Ab und zu wird auch mit dem Kopf geschüttelt.
Autor: nnz

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