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Ausbildung mit Tradition (3)

Montag, 29. Oktober 2007, 07:44 Uhr
Nordhausen (nnz). Am kommenden Dienstag wird in Nordhausen der neue und zugleich traditionsreiche Berufsschulstandort Morgenröte seiner feierlichen Bestimmung übergeben. Aus diesem Anlaß hat Heidi Wedde für die nnz im Schularchiv gestöbert. Teil 1: 1945 bis jetzt


Vom 1. September 1990 an wurden nur staatlich anerkannte Berufe nach dem Berufsbildungsgesetz ausgebildet. Das waren u.a. Bank-, Industrie-, Einzelhandels-, Büro-, Versicherungskaufleute sowie Verkäufer, Köche, Handelsfachpacker, Fachgehilfen im Gastgewerbe und in steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen und Verwaltungsangestellte. Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag wurden in der Berufsfachschule in den Berufsfeldern Wirtschaft/Verwaltung oder Ernährung/Hauswirtschaft beschult. Außerdem gab es die Möglichkeit, das Berufsgrundbildungsjahr zu besuchen, um eine breitere fachspezifische Grundbildung zu erlangen, die den Einstieg in die Berufsausbildung erleichterte.

1992 wurden die Gastronomieberufe für etwa fünf Jahre an die Gewerbliche Berufsschule ausgegliedert. Vor 13 Jahren gab es schon einmal Umzugsstress in den Herbstferien. Nur war die Freude damals nicht so groß. Die Staatliche Kaufmännische Berufsschule zog aus der Wiedigsburg in das Hochhausgebäude des IKL in der Freiherr-vom-Stein-Straße.

Es sollte nur eine Übergangslösung sein, denn die Rekonstruktion des Schulgebäudes Morgenröte war für die Zeit nach dem Auszug des Herder-Gymnasiums, das ja bekanntlich in die rekonstruierte Wiedigsburg einzog, geplant. Aber wie eingangs schon erwähnt: Vorher mussten noch jede Menge Beschlüsse gefasst und natürlich Fördermitel für den Bau genehmigt werden.

Und so nahm die Staatliche Kaufmännische Berufsschule am 3. November 1994 den Schulbetrieb in der Freiherr-vom-Stein-Straße auf. Im Juni 1996 feierten Schüler, Lehrer und Ausbildungsbetriebe gemeinsam mit den Nordhäuser Bürgern das 100-jährige Bestehen der kaufmännischen Berufsausbildung in Nordhausen. Im August desselben Jahres wurde die Schule in Staatliche Berufsbildende Schule I umbenannt. Das sollte jedoch nicht die letzte Namensgebung sein.

Sechs Jahre danach erfolgte im August 2002 der Zusammenschluss mit der damaligen Medizinischen Fachschule, die 1977 in Nordhausen gegründet wurde, und es entstand die Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit, Soziales und Wirtschaft mit dem Schulteil Wirtschaft in der Elisabethstraße und der Freiherr-vom-Stein-Straße und dem Schulteil Gesundheit/Soziales auf dem Krankenhausgelände in der Dr.-Robert-Koch-Straße. Das Ausbildungsprofil hat sich durch die hinzugekommenen medizinischen Berufe erweitert.

Der Oktober sollte der Monat der neuen Gebäude bleiben. Das Schulgebäude in der Rudolf-Breitscheid-Straße wurde nach der Landesgartenschau rekonstruiert und am 25.10.2005 für die Schüler aus dem Schulteil Wirtschaft in der Elisabethstraße zur Verfügung gestellt. Der „Nordhäuser Bildungshügel“ war fast komplett und nach dem Baubeginn an der Morgenröte vor gut zwei Jahren, der Grundsteinlegung im November 2005 und dem Richtfest im Juli 2007, rückte auch der nächste Umzug wieder in greifbare Nähe.

Im Oktober 2007 zog die Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit, Soziales und Wirtschaft mit ihrem Schulteil Wirtschaft aus der Freiherr-vom-Stein-Straße in das im alten Stil zum Teil neu erbaute und rekonstruierte Schulgebäude Morgenröte und wird nach der offiziellen Eröffnung am 30. Oktober den Schulbetrieb am 1. November 2007 aufnehmen.

Fünf Jahre besteht die Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit, Soziales und Wirtschaft nun schon in dieser Form. Doch vereint sie in sich 30 Jahre medizinische und fast 112 Jahre kaufmännische Ausbildung. Das ist keine schlechte Bilanz für Nordhausen. Gemessen am „Maß der Zeit“ ein kurzer Abschnitt; für das berufliche Schulwesen eine lange Zeitspanne. In dem neuen Gebäude wird sich die lange und gute Tradition der beruflichen Bildung sicher mindestens noch einmal so lange fortsetzen lassen.

Bleibt nur zu wünschen, dass eine erneute Namensgebung die letzte ist und der Name mit der Geschichte der Schule oder der Stadt Nordhausen verbunden sein wird.
Heidi Wedde
Autor: nnz

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