Erst Analyse, dann bauen und brauen
Dienstag, 23. Oktober 2007, 14:22 Uhr
Nordhausen (nnz). Noch ist es auf dem Brauereigelände am Nordhäuser Taschenberg ruhig. Eigentlich sollte im Herbst mit dem Bau einer Brauerei begonnen werden. Die nnz fragte bei einem der Investoren nach...
Für die Investoren um Axel Heck ist es wichtig, möglichst genau den Bedarf an Nordhäuser Bier zu ermitteln. Von dem hängt schließlich auch die Entscheidung ab, wie groß die Brauerei am Taschenberg werden soll. Auch wenn es schwierig wird, wir wollen doch versuchen eine Punktlandung hinzulegen, so Axel Heck vom Bürgerlichen Brauhaus zu Nordhausen im nnz-Gespräch. Baut man zu groß, dann würden die Anlagen vielleicht nicht immer ausgelastet sein, baut man zu klein, würde es Schwierigkeiten in der Befriedigung der Nachfragen geben.
Bislang werden von den verschiedenen Sorten des Nordhäuser Biers, das derzeit noch in Sachsen-Anhalt gebraut wird, durchschnittlich 950 Hektoliter je Monat abgesetzt. Dominierend hierbei ist die Flaschenabfüllung. Gingen in den Sommermonaten rund zwei Drittel des Gerstensaftes in Flaschen, so sind es aktuell etwa 85 Prozent. Das Problem liegt also auf der Hand, es liegt bei den Gaststätten. Klar, viele Gastwirte sind durch Verträge gebunden, doch für Heck steht fest: Schafft der Gast die Nachfrage nach dem regionalen Bier, dann reagieren auch die Männer und Frauen hinter der Theke.
Schon 1927 setzten Nordhäuser Bierbrauer auf Identität. Eine Anzeige aus der Festzeitung zu 1000 Jahre Nordhausen
Es ist also eine Frage der Identität. Wie sehr identifizieren sich die Nordhäuser, die Biertrinker dieser Region mit einem Gerstensaft aus der Region? Und da gibt es noch Reserven. Axel Heck führt einen Vergleich an: Ich war vor kurzem in Apolda unterwegs. Wenn man sich der Stadt nähert, dann hängt an fast jeder Gaststätte in Apolda oder in den umliegenden Dörfern ein Schild mit Apoldaer Bier an den Wirtshäusern. Das würde ich mir auch in unserer Region wünschen. Und wer, liebe biertrinkende Leserschaft, nach Bayern fährt, der kennt diese Verbundenheit mit der Region ebenfalls. Nicht anders ist es in der Pfalz oder in Österreich.
Und so ist das Interesse von großen Märkten für die Macher des Bürgerlichen Brauhauses ein echter Erfolg. Die Nachfrage der Kunden bei Marktkauf oder bei Herkules machte es möglich, dass dort das Nordhäuser Premium Pils zu haben ist.
Liegt die bisherige Zurückhaltung vielleicht am Geschmack des Nordhäuser Bieres? Hier winkt Axel Heck ab. Beim jüngsten Sensoriktest an der Nordhäuser Fachhochschule habe das Nordhäuser Bier hervorragend abgeschnitten. Letztlich muss sich jeder die Frage stellen: Will ich das Nordhäuser Bier kaufen oder will ich nicht?
Wie dem auch sei, noch in den kommenden Wochen wird es am Taschenberg vorbereitende Arbeiten geben. Es kommt Leben aufs ehemalige und künftige Brauereigelände. Im Frühjahr kommenden Jahres wird dann gebaut. Einzige Frage, die bis dahin beantwortet sein muss: Wie groß wird die Nordhäuser Brauerei? Wird es eine kleine regionale Brauerei oder kann so viel Bier gebraut werden, dass der Gerstensaft aus Flasche und Fass auch über die Nordhäuser Region hinaus verkauft werden kann. Die Entscheidung – so schwer sie den Investoren letztlich auch fallen mag – wird im großen Maßstab von uns allen bestimmt. Es ist vielleicht auch eine Entscheidung für oder gegen die Region, für oder gegen die Verbundenheit, die Identität.
Sicher, Bier ist nicht alles, was Identität zu stiften vermag. Aber Nordhäuser Bier – das ist doch was! Und mal davon abgesehen: Ein Stück des Bierkuchens könnte diese Stadt den Giganten am deutschen Biermarkt doch schon abschneiden.
Ein besonderer Coup ist Heck und Co. gelungen. Das Nordhäuser Bier ist auf einem Formel-1-Boliden zu sehen. Wie das funktioniert? Ein Gastwirt aus Osterode am Harz hat sich ein Rennen mit dem schnellsten VW-Käfer mit Straßenzulassung geliefert. Und der Mann aus Osterode sitzt in einem Formel 1 Rennwagen, der mit Werbung des Nordhäuser Gerstensaftes beklebt ist. Zu sehen ist das Spektakel am 28. Oktober, um 17 Uhr im Magazin Auto-Motor-Sport bei VOX.
Autor: nnzFür die Investoren um Axel Heck ist es wichtig, möglichst genau den Bedarf an Nordhäuser Bier zu ermitteln. Von dem hängt schließlich auch die Entscheidung ab, wie groß die Brauerei am Taschenberg werden soll. Auch wenn es schwierig wird, wir wollen doch versuchen eine Punktlandung hinzulegen, so Axel Heck vom Bürgerlichen Brauhaus zu Nordhausen im nnz-Gespräch. Baut man zu groß, dann würden die Anlagen vielleicht nicht immer ausgelastet sein, baut man zu klein, würde es Schwierigkeiten in der Befriedigung der Nachfragen geben.
Bislang werden von den verschiedenen Sorten des Nordhäuser Biers, das derzeit noch in Sachsen-Anhalt gebraut wird, durchschnittlich 950 Hektoliter je Monat abgesetzt. Dominierend hierbei ist die Flaschenabfüllung. Gingen in den Sommermonaten rund zwei Drittel des Gerstensaftes in Flaschen, so sind es aktuell etwa 85 Prozent. Das Problem liegt also auf der Hand, es liegt bei den Gaststätten. Klar, viele Gastwirte sind durch Verträge gebunden, doch für Heck steht fest: Schafft der Gast die Nachfrage nach dem regionalen Bier, dann reagieren auch die Männer und Frauen hinter der Theke.
Schon 1927 setzten Nordhäuser Bierbrauer auf Identität. Eine Anzeige aus der Festzeitung zu 1000 Jahre Nordhausen
Es ist also eine Frage der Identität. Wie sehr identifizieren sich die Nordhäuser, die Biertrinker dieser Region mit einem Gerstensaft aus der Region? Und da gibt es noch Reserven. Axel Heck führt einen Vergleich an: Ich war vor kurzem in Apolda unterwegs. Wenn man sich der Stadt nähert, dann hängt an fast jeder Gaststätte in Apolda oder in den umliegenden Dörfern ein Schild mit Apoldaer Bier an den Wirtshäusern. Das würde ich mir auch in unserer Region wünschen. Und wer, liebe biertrinkende Leserschaft, nach Bayern fährt, der kennt diese Verbundenheit mit der Region ebenfalls. Nicht anders ist es in der Pfalz oder in Österreich.
Und so ist das Interesse von großen Märkten für die Macher des Bürgerlichen Brauhauses ein echter Erfolg. Die Nachfrage der Kunden bei Marktkauf oder bei Herkules machte es möglich, dass dort das Nordhäuser Premium Pils zu haben ist.
Liegt die bisherige Zurückhaltung vielleicht am Geschmack des Nordhäuser Bieres? Hier winkt Axel Heck ab. Beim jüngsten Sensoriktest an der Nordhäuser Fachhochschule habe das Nordhäuser Bier hervorragend abgeschnitten. Letztlich muss sich jeder die Frage stellen: Will ich das Nordhäuser Bier kaufen oder will ich nicht?
Wie dem auch sei, noch in den kommenden Wochen wird es am Taschenberg vorbereitende Arbeiten geben. Es kommt Leben aufs ehemalige und künftige Brauereigelände. Im Frühjahr kommenden Jahres wird dann gebaut. Einzige Frage, die bis dahin beantwortet sein muss: Wie groß wird die Nordhäuser Brauerei? Wird es eine kleine regionale Brauerei oder kann so viel Bier gebraut werden, dass der Gerstensaft aus Flasche und Fass auch über die Nordhäuser Region hinaus verkauft werden kann. Die Entscheidung – so schwer sie den Investoren letztlich auch fallen mag – wird im großen Maßstab von uns allen bestimmt. Es ist vielleicht auch eine Entscheidung für oder gegen die Region, für oder gegen die Verbundenheit, die Identität.
Sicher, Bier ist nicht alles, was Identität zu stiften vermag. Aber Nordhäuser Bier – das ist doch was! Und mal davon abgesehen: Ein Stück des Bierkuchens könnte diese Stadt den Giganten am deutschen Biermarkt doch schon abschneiden.
Ein besonderer Coup ist Heck und Co. gelungen. Das Nordhäuser Bier ist auf einem Formel-1-Boliden zu sehen. Wie das funktioniert? Ein Gastwirt aus Osterode am Harz hat sich ein Rennen mit dem schnellsten VW-Käfer mit Straßenzulassung geliefert. Und der Mann aus Osterode sitzt in einem Formel 1 Rennwagen, der mit Werbung des Nordhäuser Gerstensaftes beklebt ist. Zu sehen ist das Spektakel am 28. Oktober, um 17 Uhr im Magazin Auto-Motor-Sport bei VOX.

