Betrachtet: Ehemalige Spieler mit viel Häme über einstige Kollegen
Sonntag, 12. November 2000, 19:24 Uhr
Henryk Lihsa, der "Söldner auf dem Göldner", ist immer für eine Überraschung gut. Da saß er am Nachmittag auf der Zuschauerbank und sah sich das Debakel seiner Ex-Kollegen vergnüglich an. Doch mit dieser Art Genugtuung steht Lihsa nicht allein da. Auch Denis Trocha wurde schön öfters unterm Tribünendach gesehen. Und wenn es bei Wacker nicht so lief, dann huschte da mal schon ein mitleidiges Schmunzeln übers Gesicht, auch mit entsprechenden unsportlichen Ausdrücken wurde nicht gespart. An eigene Fehler dachte Trocha da wohl nicht.
So sind sie, die einst geliebten Hochleistungssportler, die - noch ist es nicht so lange her - selbst die Trikots von Wacker Nordhausen trugen. Sie gingen auf eigenen Wunsch, weil die private Kasse nicht mehr stimmte und so manche Rechnung mit dem Verein offen blieb. Die begleichen Trocha und Co. nun auf ihre eigene Art und Weise. Das allerdings ist Unsportlichkeit auf allerniedrigstem Niveau. Ein Frank Ludwig, der vom Verein ohne ein Wort des Dankes verabschiedet wurde, der beweist auch heute noch menschliche und sportliche Größe, jede Niederlage "seiner Mannschaft" schmerzt. Es ist ihm förmlich anzusehen.
Trocha und Lihsa werden versuchen, ihre Rechnungen mit Wacker auf einem anderen Feld als dem Spielfeld zu begleichen. Morgen ist Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren am Mühlhäuser Amtsgericht angesagt. Nach nnz-Informationen sollen die Hauptgläubiger, also die Krankenkassen und das Finanzamt, bereits ihren Kompromissfähigkeit signalisiert haben. Was aber ist mit den jetzigen und vor allem den ehemaligen Spielern als Gläubiger? Das wird sich morgen zeigen.
Sollte der Amtsgericht-Termin für den Verein positiv ausgehen, dann ist Handeln angesagt. Das Präsidium sollte sich schleunigst um neue Spieler kümmern. So ehrenwert das Bemühen auch ist, den Spielbetrieb fortzuführen, so wenig Sinn macht es, zur Schießbude der Oberliga zu generieren. Ob das den Zuschauern oder Spielern wie Ludwig, Rüdiger oder Schneider noch länger zuzumuten ist, scheint fraglich. Das, was bisher als "letztes Aufgebot" ins Rennen geschickt wurde, ist nicht mehr und nicht weniger als "Füllmasse", wie an dieser Stelle bereits vor Wochen bemerkt wurde.
Da spielt, nein, da stochert ein Lars Grunig in der Abwehr umher, da ist Sten Prokosch wo er steht oder läuft überfordert, da ist Steffen Klause vielleicht beim Wrestling besser aufgehoben als beim Fußball, da kommt auch der harmloseste Paß über fünf oder zehn Meter nicht beim Mitspieler an. Die Schmerzensliste ließe sich bedenkenlos fortsetzen, bis zum Trainer, der in dieser Spielklasse vermutlich überfordert ist, vor allem in dieser Krisensituation.
Neue Männer braucht das Land. Schneider, Ludwig, Große und Rüdiger, vielleicht auch der junge Pohl sind zu wenig, der Rest ist zuviel. Sollte nach überstandener Insolvenz endlich richtiges Geld in die Wacker-Kasse fließen, dann muß Oberliga-Manpower nach Nordhausen kommen. Oder das Präsidium plant tatsächlich schon für die Thüringenliga. Doch auch da hat die jetzige Mannschaft nichts verloren. Vielleicht können die Kicker in der kommenden Saison unbeschwert Urlaub machen, so wie es ihnen Sven Pistorius heute bereits vorgemacht hat. Und tschüß!
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzSo sind sie, die einst geliebten Hochleistungssportler, die - noch ist es nicht so lange her - selbst die Trikots von Wacker Nordhausen trugen. Sie gingen auf eigenen Wunsch, weil die private Kasse nicht mehr stimmte und so manche Rechnung mit dem Verein offen blieb. Die begleichen Trocha und Co. nun auf ihre eigene Art und Weise. Das allerdings ist Unsportlichkeit auf allerniedrigstem Niveau. Ein Frank Ludwig, der vom Verein ohne ein Wort des Dankes verabschiedet wurde, der beweist auch heute noch menschliche und sportliche Größe, jede Niederlage "seiner Mannschaft" schmerzt. Es ist ihm förmlich anzusehen.
Trocha und Lihsa werden versuchen, ihre Rechnungen mit Wacker auf einem anderen Feld als dem Spielfeld zu begleichen. Morgen ist Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren am Mühlhäuser Amtsgericht angesagt. Nach nnz-Informationen sollen die Hauptgläubiger, also die Krankenkassen und das Finanzamt, bereits ihren Kompromissfähigkeit signalisiert haben. Was aber ist mit den jetzigen und vor allem den ehemaligen Spielern als Gläubiger? Das wird sich morgen zeigen.
Sollte der Amtsgericht-Termin für den Verein positiv ausgehen, dann ist Handeln angesagt. Das Präsidium sollte sich schleunigst um neue Spieler kümmern. So ehrenwert das Bemühen auch ist, den Spielbetrieb fortzuführen, so wenig Sinn macht es, zur Schießbude der Oberliga zu generieren. Ob das den Zuschauern oder Spielern wie Ludwig, Rüdiger oder Schneider noch länger zuzumuten ist, scheint fraglich. Das, was bisher als "letztes Aufgebot" ins Rennen geschickt wurde, ist nicht mehr und nicht weniger als "Füllmasse", wie an dieser Stelle bereits vor Wochen bemerkt wurde.
Da spielt, nein, da stochert ein Lars Grunig in der Abwehr umher, da ist Sten Prokosch wo er steht oder läuft überfordert, da ist Steffen Klause vielleicht beim Wrestling besser aufgehoben als beim Fußball, da kommt auch der harmloseste Paß über fünf oder zehn Meter nicht beim Mitspieler an. Die Schmerzensliste ließe sich bedenkenlos fortsetzen, bis zum Trainer, der in dieser Spielklasse vermutlich überfordert ist, vor allem in dieser Krisensituation.
Neue Männer braucht das Land. Schneider, Ludwig, Große und Rüdiger, vielleicht auch der junge Pohl sind zu wenig, der Rest ist zuviel. Sollte nach überstandener Insolvenz endlich richtiges Geld in die Wacker-Kasse fließen, dann muß Oberliga-Manpower nach Nordhausen kommen. Oder das Präsidium plant tatsächlich schon für die Thüringenliga. Doch auch da hat die jetzige Mannschaft nichts verloren. Vielleicht können die Kicker in der kommenden Saison unbeschwert Urlaub machen, so wie es ihnen Sven Pistorius heute bereits vorgemacht hat. Und tschüß!
Peter-Stefan Greiner
