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Aufeinander zugeh’n…

Samstag, 13. Oktober 2007, 08:36 Uhr
Nordhausen (nnz). Eine kleine Bühne. Ein Lied. Ein fast 20 m langer Tisch. Farben, Pinsel, Papierhüte. Engagierte Vor- und Nachbereiter. Leckeres Essen. Tänze – fertig ist ein kleines Begegnungsfest. Ein nnz-Bericht von Peter Kube.


Miteinander (Foto: nnz) Miteinander (Foto: nnz) In der kurzen Meile trafen Menschen aus etwa 25 Nationen (zwischen Kolumbien und Indonesien über den Sudan) zusammen. „Rekordverdächtig – so viele Länder auf einmal in dieser Straße“, jedoch ging es um keine Rekorde. Donnerstag Vormittag 11.00 trafen Studierende des Studienkollegs Schüler und Schülerinnen des Regelschule Petersberg und des Humboldt-Gymnasiums zusammen. Wieder war es das Lied:„Wir wollen aufsteh’n, aufeinander zugeh’n…“, das für alle mit allen ansagte, worum es ging.

Menschen aus vielen Ländern sind hier und treffen als Mitmenschen auf Zeit die Einheimischen. „Hätte ich nicht gedacht, dass die so nett sind“ sagte ein Petersbergschüler. Sie hielten nicht misstrauisch Abstand, sondern suchten von den Gästen „ihre“ heraus und holten sich mit ihnen ein Essen. Nicht alle kamen mit. Denn für einige Muslime ist noch ein paar Tage Fastenzeit – Ramadan. Das lernten die Kinder nebenbei. Doch nach dem Essen begann das richtige Suchen. Die Kinder erhielten eine Landesfahne und suchten die Menschen, die aus diesem Land gekommen waren. Und dann standen sie an der langen Maltafel und griffen zum Pinsel, malten gemeinsam, was das Land deutlicher erkennen lässt: Fremde Schrift, Tiere und Tempelbauten… und kamen miteinander ins Gespräch.

Manche plauderten mehr als sie malten. Andere hatten nicht ganz so viel Mut, tranken Tee oder holten Nachschlag. Und dann nach einem Auftritt der Tanzgruppe griffen hundert Hände gleichzeitig nach der bemalten Papierrolle, trugen sie vorsichtig zur Hauswand des Blasiipfarrhauses und hefteten sie dort an. Das alte Nordhäuser Gemäuer verkraftete diese 20x0,5 m „Zierleiste“ sehr gut. Hier zeigte sich noch einmal, was wir erreichen wollen: eine altehrwürdige freie und Reichsstadt .kann viele Menschen anderer Kultur- und Religionszugehörigkeit aufnehmen. Vorurteile verschwinden, statt Abstand wächst mehr gastfreundlicher Anstand.

„Gut wars…hat Spaß gemacht…macht ihr so was öfter?…das bräuchten manche Menschen unserer Stadt…treffen wir uns noch mal??...wir haben uns verabredet, das war ein Anfang…“ so lauteten ein paar Sätze nach drei Stunden. Im Rahmen des Lokalen Aktionsplanes nahm unser Projekt „Schrittweise“ seinen Anfang. Die Jugendkunstschule half, das Studienkolleg war natürlich dabei und viele halfen – herzlichen Dank.

Nun wünschen wir uns, dass es weitergeht – Schulen laden Gäste ein. Geographie anschaulich, Sozialkunde spannend, Religions- und Ethikstunde als Begegnung und so können es viele Schulstunden in vielen Schulen werden, in denen die Gäste erleben, dass wir von Weltoffenheit, Respekt und Toleranz viel halten.
Peter Kube
Autor: nnz

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