Weit mehr als Kinderhospiz
Freitag, 12. Oktober 2007, 23:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Aktuell sorgt das Kinderhospiz wieder einmal für Diskussionen. Doch unter dem Begriff Hospiz finden sich weit mehr Einrichtungen und Initiativen. Die aus dem Schatten zu holen war Anliegen der ersten Nordhäuser Hospizwoche.
Schön, jung, gesund - so soll man sein. Der Tod gehört bestenfalls in eine Abstellkammer, und da wurden früher auch gern die sterbenden Menschen untergebracht. Möglichst weit weg und so, daß keiner deren Zustand sehen muß. Der ambulante Hospizdienst und viele andere Initiativen aus dem Netzwerk Sterbebegleitung wollen dem etwas entgegensetzen.
Heute Abend fand eine Diskussion zur Nordhäuser Hospizlandschaft statt. Zum ersten Mal wurde zu einer Woche rund um dieses Thema eingeladen. Engagierte Bürger helfen Angehörigen von sterbenden Menschen, die diese zuhause betreuen. Im Südharzkrankenhaus bietet eine Palliativstation die Möglichkeit Schwerkranken ihre letzte Lebenszeit zu erleichtern. Speziell geschulte Pflegedienste kommen nach hause, um Sterben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Trauerde Angehörige werden begleitet, wenn sie das wollen. Im nächsten Jahr soll zudem ein Christliches Hospiz für Erwachsene in Neustadt neben dem dortigen Krankenhaus entstehen.
Diese Initiativen für kranke und sterbende Menschen finden ohne Aufsehen statt und sind in einer Gesellschaft mit vielen Alleinlebenden doch so wichtig. Gut, daß ihnen endlich öffentliches Interesse widerfährt. Gegen das in den Medien omnipräsente Kinderhospiz kommen diese Helfer nicht an. Ein sterbendes Kind löst ganz andere Emotionen aus beschreibt Torsten Ernst das Problem. Er arbeitet für die Diakonie mit dem Christlichen Hospiz in Neustadt zusammen. Gut erinnern kann er sich noch an das Hamburger Kinderhospiz Sternenbrücke. Als das entstand arbeitete er dort in der Diakonie. Der Spendenmarkt brach förmlich zusammen. Erst nach mehreren Jahren hatte sich das normalisiert. Alle gaben für das Hospiz zum Leidwesen anderer sozialer Einrichtungen. Deswegen hat Ernst auch kein Problem mit dem Begriff des Abschöpfens, den Moderator Jens Feuerriegel in den Raum stellte.
Angesichts der aktuellen Diskussion um den Standort des Kinderhospizes fragte er nach, ob man jetzt die Region Gotha abschöpfen wolle indem man dort nach einem Standort sucht und dann nach einem Jahr nach Sachsen-Anhalt gehe. Vom Trägerverein Frohe Zukunft gabs dafür Schelte, denen gefiel die Formulierung gar nicht. Man habe nichts abgeschöpft, man habe nur Spenden gesammelt. Das allerdings zumindest manchmal ganz schön aggressiv, wie Apothekerin Julie Garke erinnerte.
Während sich Palliativstation und ambulanter Hospizdienst, sowie die Initiatoren des noch nicht eröffneten Erwachsenenhospiz sich alle Mühe gaben sachlich den Unterschied zwischen Sterbehilfe und Sterbebegleitung zu erläutern und ihre Arbeit vorzustellen, kam es um das Kinderhospiz zu den erwartenden Debatten. Der Verein hatte sich gewappnet, indem er eine große Anhängerschar zur Podiumsdiskussion mitbrachte. Man äußerte sich negativ über die unwürdige Stadtratssitzung und den Schaden, den der Verein dadurch genommen habe. Kritische Fragen müssen schon noch möglich sein. Sagte dazu Norbert Klodt als Vertreter der Stadtratsfaktion der CDU, die damals um die Informationsveranstaltung gebeten hatte. Klodt freute sich, daß heute endlich einmal die zahlreichen anderen Initiativen ins rechte Licht gerückt wurden.
Jens Bünzel vom Hospizverein Nordhausen sagte, daß er bereits das Gespräch mit dem Kinderhospiz gesucht habe. Man stünde nicht in Konkurrenz, da die Konzepte und Zielgruppen unterschiedliche seien. Ihm ist es vor allem wichtig, daß man sich nicht gegenseitig die Spenden aus der Tasche zieht. Die ambulanten Helfer denken in weit geringeren Dimensionen. 4.000 bis 5.000 Euro pro Jahr würden sie sehr glücklich machen. Der Nordhäuser Schwimmverein will mithelfen. Kinder und Jugendliche wollen ein 24 Stunden Sponsorenschwimmen durchführen.
Geldgeber, die pro Kilometer einen auch geringen Betrag zahlen, werden noch gesucht. Das Geld kommt dem Nordhäuser Hospizverein zugute. Es bleibt somit auf jeden Fall in der Region und hilft sofort kranken und sterbenden Menschen.
Autor: wfSchön, jung, gesund - so soll man sein. Der Tod gehört bestenfalls in eine Abstellkammer, und da wurden früher auch gern die sterbenden Menschen untergebracht. Möglichst weit weg und so, daß keiner deren Zustand sehen muß. Der ambulante Hospizdienst und viele andere Initiativen aus dem Netzwerk Sterbebegleitung wollen dem etwas entgegensetzen.
Heute Abend fand eine Diskussion zur Nordhäuser Hospizlandschaft statt. Zum ersten Mal wurde zu einer Woche rund um dieses Thema eingeladen. Engagierte Bürger helfen Angehörigen von sterbenden Menschen, die diese zuhause betreuen. Im Südharzkrankenhaus bietet eine Palliativstation die Möglichkeit Schwerkranken ihre letzte Lebenszeit zu erleichtern. Speziell geschulte Pflegedienste kommen nach hause, um Sterben in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Trauerde Angehörige werden begleitet, wenn sie das wollen. Im nächsten Jahr soll zudem ein Christliches Hospiz für Erwachsene in Neustadt neben dem dortigen Krankenhaus entstehen.
Diese Initiativen für kranke und sterbende Menschen finden ohne Aufsehen statt und sind in einer Gesellschaft mit vielen Alleinlebenden doch so wichtig. Gut, daß ihnen endlich öffentliches Interesse widerfährt. Gegen das in den Medien omnipräsente Kinderhospiz kommen diese Helfer nicht an. Ein sterbendes Kind löst ganz andere Emotionen aus beschreibt Torsten Ernst das Problem. Er arbeitet für die Diakonie mit dem Christlichen Hospiz in Neustadt zusammen. Gut erinnern kann er sich noch an das Hamburger Kinderhospiz Sternenbrücke. Als das entstand arbeitete er dort in der Diakonie. Der Spendenmarkt brach förmlich zusammen. Erst nach mehreren Jahren hatte sich das normalisiert. Alle gaben für das Hospiz zum Leidwesen anderer sozialer Einrichtungen. Deswegen hat Ernst auch kein Problem mit dem Begriff des Abschöpfens, den Moderator Jens Feuerriegel in den Raum stellte.
Angesichts der aktuellen Diskussion um den Standort des Kinderhospizes fragte er nach, ob man jetzt die Region Gotha abschöpfen wolle indem man dort nach einem Standort sucht und dann nach einem Jahr nach Sachsen-Anhalt gehe. Vom Trägerverein Frohe Zukunft gabs dafür Schelte, denen gefiel die Formulierung gar nicht. Man habe nichts abgeschöpft, man habe nur Spenden gesammelt. Das allerdings zumindest manchmal ganz schön aggressiv, wie Apothekerin Julie Garke erinnerte.
Während sich Palliativstation und ambulanter Hospizdienst, sowie die Initiatoren des noch nicht eröffneten Erwachsenenhospiz sich alle Mühe gaben sachlich den Unterschied zwischen Sterbehilfe und Sterbebegleitung zu erläutern und ihre Arbeit vorzustellen, kam es um das Kinderhospiz zu den erwartenden Debatten. Der Verein hatte sich gewappnet, indem er eine große Anhängerschar zur Podiumsdiskussion mitbrachte. Man äußerte sich negativ über die unwürdige Stadtratssitzung und den Schaden, den der Verein dadurch genommen habe. Kritische Fragen müssen schon noch möglich sein. Sagte dazu Norbert Klodt als Vertreter der Stadtratsfaktion der CDU, die damals um die Informationsveranstaltung gebeten hatte. Klodt freute sich, daß heute endlich einmal die zahlreichen anderen Initiativen ins rechte Licht gerückt wurden.
Jens Bünzel vom Hospizverein Nordhausen sagte, daß er bereits das Gespräch mit dem Kinderhospiz gesucht habe. Man stünde nicht in Konkurrenz, da die Konzepte und Zielgruppen unterschiedliche seien. Ihm ist es vor allem wichtig, daß man sich nicht gegenseitig die Spenden aus der Tasche zieht. Die ambulanten Helfer denken in weit geringeren Dimensionen. 4.000 bis 5.000 Euro pro Jahr würden sie sehr glücklich machen. Der Nordhäuser Schwimmverein will mithelfen. Kinder und Jugendliche wollen ein 24 Stunden Sponsorenschwimmen durchführen.
Geldgeber, die pro Kilometer einen auch geringen Betrag zahlen, werden noch gesucht. Das Geld kommt dem Nordhäuser Hospizverein zugute. Es bleibt somit auf jeden Fall in der Region und hilft sofort kranken und sterbenden Menschen.
