Kundengelder sind sicher
Montag, 08. Oktober 2007, 11:42 Uhr
Nordhausen (nnz). Die internationalen Finanzmärkte sind in Bewegung. Auch in der deutschen Kreditwirtschaft führte dies in letzter Zeit zu Turbulenzen. Den Menschen bereitet diese Entwicklung Sorge, sie fragen sich: Wie sicher ist meine Bank, und wie sicher sind meine Spareinlagen oder Wertpapier-Depot? Die nnz hat bei der Nordhäuser Kreissparkasse nachgefragt...
Die Sparkassen in Deutschland sind von den Turbulenzen kaum betroffen. Ihre Finanzierungsbasis ist solide und gegen Liquiditätsengpässe auf den Finanzmärkten sind sie gut gewappnet.
Ihren Ausgang nahmen die gegenwärtigen Turbulenzen der internationalen Finanzmärkte in den USA. Dort wurden in der Vergangenheit vielfach zu leichtfertig Baufinanzierungen vergeben. Kreditnehmern wurden teilweise deutlich höhere Darlehenssummen ausgezahlt als der Bau- bzw. Kaufpreis der Immobilien es gerechtfertigt hätten. Dies geschah in Erwartung langfristig weiter steigender Immobilienpreise. Tatsächlich aber sanken in den vergangenen Monaten die Preise für US-Privat-Immobilien.
In vielen Fällen ist offenbar zudem nicht ausreichend berücksichtigt worden, welche Belastungen aus Zinsen und Tilgungen die Kreditnehmer dauerhaft tragen konnten. Auch wurden – wie in den USA üblich – meist variable Zinssätze vereinbart. Bei steigenden Zinsen konnten zahlreiche Hauseigentümer ihre Kreditraten nicht mehr aufbringen. Zwangsversteigerungen und Kreditausfälle waren und sind die Folge. In erster Linie sind davon schlechtere, sogenannte Subprime-Kredite, betroffenen. Sie haben den aktuellen Turbulenzen den Namen gegeben.
Auch deutsche Banken haben gekauft
Das Subprime-Problem betrifft nahezu ausschließlich die USA und einige andere Länder mit hohen Immobilienpreissteigerungen in den vergangenen Jahren. Die internationalen Finanzmärkte wurden erst durch sogenannte Verbriefungen einbezogen. Darunter versteht man die Weitergabe von Kreditrisiken von einer Bank an eine andere oder an institutionelle Investoren. Oft gemischt mit guten Industrie- und Konsumentenkrediten wurden auch US-Wohnungsbaukredite in größeren Paketen international weitergegeben.
Deutsche Kreditinstitute haben in aller Regel nur die von Ratingagenturen als besonders sicher bewerteten Kreditverbriefungen gekauft. Wirkliche Ausfälle der zugrunde liegenden Forderungen sind hier bisher die Ausnahme. Dennoch herrscht große Unsicherheit im Markt, da über die von den einzelnen Banken eingegangen Risiken nur wenig bekannt ist. Viele Kreditinstitute sind deshalb derzeit nicht bereit, anderen Instituten und institutionellen Investoren Kapital zur Verfügung zu stellen. Hierdurch sind einige Banken in Liquiditätsengpässe geraten, die allerdings durch Hilfestellungen verbundener Institute oder durch Geldbereitstellungen der Notenbanken aufgefangen werden konnten.
Sparkassen sind von der Krise kaum betroffen
Die absehbaren Auswirkungen der aktuellen Finanzmarktturbulenzen auf die Sparkassen sind gering und beherrschbar, so dass die Institute sie gut aus eigener Kraft auffangen können. Allerdings kann niemand exakt voraussagen, wie sich die internationalen Finanzmärkte weiterhin entwickeln und insbesondere wie lange die aktuellen Turbulenzen andauern werden.
Baufinanzierungen werden zudem in Deutschland generell – und insbesondere bei den Sparkassen – wesentlich sicherheitsorientierter und verantwortungsvoller als in den USA vergeben. Die Kreditvergabe erfolgt bei der Kreissparkasse Nordhausen seriös und fair, so dass nach menschlichem Ermessen die Kreditnehmer Zinsen und Tilgungen über die gesamte Laufzeit tragen können.
Eine Situation wie in den USA ist daher ausgeschlossen. Weder betreibt die Sparkasse eine leichtfertige Akquisitionspolitik wie die Kreditvermittler in den USA, noch gibt sie die Kredite anschließend – wie in den USA üblich – an Dritte weiter. Die Kundenkredite bleiben in den eigenen Büchern. Die Sparkasse steht zu ihren Kunden und hat dadurch ein eigenes wirtschaftliches Interesse an einer verantwortlichen Kreditvergabe.
Einlagen bei Sparkasse sind absolut sicher
Die Sparkasse hat zudem den Vorteil, dass die Kundeneinlagen das Kreditvolumen deutlich übersteigen. Sie ist damit nicht auf die derzeit knappen Finanzmittel anderer Banken angewiesen. Eine Situation wie in Großbritannien, wo eine große Bank auf Kredite anderer Banken angewiesen war und deshalb in Zahlungsschwierigkeiten geriet, ist bei allen deutschen Sparkassen ausgeschlossen. Darüber hinaus schützt die Gesamtheit der deutschen Sparkassen den Bestand eines jeden Instituts.
Das bedeutet: Selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass einmal eine Sparkasse in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sollte, stehen über 440 andere Sparkassen unbegrenzt ein. Dieses international vorbildliche Sicherungssystem sorgt dafür, dass Kundeneinlagen bei der Sparkasse unbeschränkt zu 100 Prozent gesichert sind. Die Sparkassen gehen damit weit über die gesetzlich geforderte Einlagensicherung hinaus, wonach Bankeinlagen lediglich zu 90 Prozent und bis zu einer Obergrenze von 20.000 Euro zu schützen sind.
Keine Überhitzungen im Immobiliensektor
In weiten Teilen der USA sinken derzeit die Preise für private Immobilien. Damit wird der teilweise spekulativ überhitzte Boom der früheren Jahre bei Immobilienpreisen jetzt ein Stück weit korrigiert. In Deutschland ist die Lage gänzlich anders. Hier haben sich die Immobilienpreise in der Vergangenheit verhalten entwickelt. Übertreibungen bei den Preisen hat es nicht gegeben.
Deshalb haben die aktuellen Turbulenzen der internationalen Finanzmärkte wahrscheinlich kaum Auswirkungen auf die deutschen Immobilienpreise. Auch auf die Kreditzinsen bei den Sparkassen haben die Turbulenzen – zumindest kurzfristig – keinen Einfluss. Mittelfristig sind steigende Zinsen jedoch nicht ausgeschlossen. Das hängt vor allem davon ab, ob die Notenbanken das zwischenzeitlich zur Linderung der Liquiditätsengpässe in den Markt geleitete Kapital wieder abziehen. Derzeit ist dies aber nicht absehbar.
Auch die Aktienmärkte haben bisher nur mit geringen Rückschlägen auf die Finanzmarktturbulenzen reagiert. Offensichtlich wird an den Märkten verstanden, dass es sich um vorübergehende Marktturbulenzen, nicht hingegen um eine Bankenkrise oder gar eine allgemeine Wirtschaftskrise handelt. Allerdings können negative Effekte für die übrige Wirtschaft auch nicht ganz ausgeschlossen werden. Die Sparkasse empfiehlt daher, bei Investments in Aktien oder Aktienfonds langfristig zu denken und zu handeln. Wer bereits investiert ist, konnte den deutlichen Kursanstieg der letzten Monate mitnehmen. Für Neueinsteiger bieten aktuelle Schwächephasen immer auch die Chance für einen Einstieg.
Autor: nnzDie Sparkassen in Deutschland sind von den Turbulenzen kaum betroffen. Ihre Finanzierungsbasis ist solide und gegen Liquiditätsengpässe auf den Finanzmärkten sind sie gut gewappnet.
Ihren Ausgang nahmen die gegenwärtigen Turbulenzen der internationalen Finanzmärkte in den USA. Dort wurden in der Vergangenheit vielfach zu leichtfertig Baufinanzierungen vergeben. Kreditnehmern wurden teilweise deutlich höhere Darlehenssummen ausgezahlt als der Bau- bzw. Kaufpreis der Immobilien es gerechtfertigt hätten. Dies geschah in Erwartung langfristig weiter steigender Immobilienpreise. Tatsächlich aber sanken in den vergangenen Monaten die Preise für US-Privat-Immobilien.
In vielen Fällen ist offenbar zudem nicht ausreichend berücksichtigt worden, welche Belastungen aus Zinsen und Tilgungen die Kreditnehmer dauerhaft tragen konnten. Auch wurden – wie in den USA üblich – meist variable Zinssätze vereinbart. Bei steigenden Zinsen konnten zahlreiche Hauseigentümer ihre Kreditraten nicht mehr aufbringen. Zwangsversteigerungen und Kreditausfälle waren und sind die Folge. In erster Linie sind davon schlechtere, sogenannte Subprime-Kredite, betroffenen. Sie haben den aktuellen Turbulenzen den Namen gegeben.
Auch deutsche Banken haben gekauft
Das Subprime-Problem betrifft nahezu ausschließlich die USA und einige andere Länder mit hohen Immobilienpreissteigerungen in den vergangenen Jahren. Die internationalen Finanzmärkte wurden erst durch sogenannte Verbriefungen einbezogen. Darunter versteht man die Weitergabe von Kreditrisiken von einer Bank an eine andere oder an institutionelle Investoren. Oft gemischt mit guten Industrie- und Konsumentenkrediten wurden auch US-Wohnungsbaukredite in größeren Paketen international weitergegeben.
Deutsche Kreditinstitute haben in aller Regel nur die von Ratingagenturen als besonders sicher bewerteten Kreditverbriefungen gekauft. Wirkliche Ausfälle der zugrunde liegenden Forderungen sind hier bisher die Ausnahme. Dennoch herrscht große Unsicherheit im Markt, da über die von den einzelnen Banken eingegangen Risiken nur wenig bekannt ist. Viele Kreditinstitute sind deshalb derzeit nicht bereit, anderen Instituten und institutionellen Investoren Kapital zur Verfügung zu stellen. Hierdurch sind einige Banken in Liquiditätsengpässe geraten, die allerdings durch Hilfestellungen verbundener Institute oder durch Geldbereitstellungen der Notenbanken aufgefangen werden konnten.
Sparkassen sind von der Krise kaum betroffen
Die absehbaren Auswirkungen der aktuellen Finanzmarktturbulenzen auf die Sparkassen sind gering und beherrschbar, so dass die Institute sie gut aus eigener Kraft auffangen können. Allerdings kann niemand exakt voraussagen, wie sich die internationalen Finanzmärkte weiterhin entwickeln und insbesondere wie lange die aktuellen Turbulenzen andauern werden.
Baufinanzierungen werden zudem in Deutschland generell – und insbesondere bei den Sparkassen – wesentlich sicherheitsorientierter und verantwortungsvoller als in den USA vergeben. Die Kreditvergabe erfolgt bei der Kreissparkasse Nordhausen seriös und fair, so dass nach menschlichem Ermessen die Kreditnehmer Zinsen und Tilgungen über die gesamte Laufzeit tragen können.
Eine Situation wie in den USA ist daher ausgeschlossen. Weder betreibt die Sparkasse eine leichtfertige Akquisitionspolitik wie die Kreditvermittler in den USA, noch gibt sie die Kredite anschließend – wie in den USA üblich – an Dritte weiter. Die Kundenkredite bleiben in den eigenen Büchern. Die Sparkasse steht zu ihren Kunden und hat dadurch ein eigenes wirtschaftliches Interesse an einer verantwortlichen Kreditvergabe.
Einlagen bei Sparkasse sind absolut sicher
Die Sparkasse hat zudem den Vorteil, dass die Kundeneinlagen das Kreditvolumen deutlich übersteigen. Sie ist damit nicht auf die derzeit knappen Finanzmittel anderer Banken angewiesen. Eine Situation wie in Großbritannien, wo eine große Bank auf Kredite anderer Banken angewiesen war und deshalb in Zahlungsschwierigkeiten geriet, ist bei allen deutschen Sparkassen ausgeschlossen. Darüber hinaus schützt die Gesamtheit der deutschen Sparkassen den Bestand eines jeden Instituts.
Das bedeutet: Selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass einmal eine Sparkasse in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sollte, stehen über 440 andere Sparkassen unbegrenzt ein. Dieses international vorbildliche Sicherungssystem sorgt dafür, dass Kundeneinlagen bei der Sparkasse unbeschränkt zu 100 Prozent gesichert sind. Die Sparkassen gehen damit weit über die gesetzlich geforderte Einlagensicherung hinaus, wonach Bankeinlagen lediglich zu 90 Prozent und bis zu einer Obergrenze von 20.000 Euro zu schützen sind.
Keine Überhitzungen im Immobiliensektor
In weiten Teilen der USA sinken derzeit die Preise für private Immobilien. Damit wird der teilweise spekulativ überhitzte Boom der früheren Jahre bei Immobilienpreisen jetzt ein Stück weit korrigiert. In Deutschland ist die Lage gänzlich anders. Hier haben sich die Immobilienpreise in der Vergangenheit verhalten entwickelt. Übertreibungen bei den Preisen hat es nicht gegeben.
Deshalb haben die aktuellen Turbulenzen der internationalen Finanzmärkte wahrscheinlich kaum Auswirkungen auf die deutschen Immobilienpreise. Auch auf die Kreditzinsen bei den Sparkassen haben die Turbulenzen – zumindest kurzfristig – keinen Einfluss. Mittelfristig sind steigende Zinsen jedoch nicht ausgeschlossen. Das hängt vor allem davon ab, ob die Notenbanken das zwischenzeitlich zur Linderung der Liquiditätsengpässe in den Markt geleitete Kapital wieder abziehen. Derzeit ist dies aber nicht absehbar.
Auch die Aktienmärkte haben bisher nur mit geringen Rückschlägen auf die Finanzmarktturbulenzen reagiert. Offensichtlich wird an den Märkten verstanden, dass es sich um vorübergehende Marktturbulenzen, nicht hingegen um eine Bankenkrise oder gar eine allgemeine Wirtschaftskrise handelt. Allerdings können negative Effekte für die übrige Wirtschaft auch nicht ganz ausgeschlossen werden. Die Sparkasse empfiehlt daher, bei Investments in Aktien oder Aktienfonds langfristig zu denken und zu handeln. Wer bereits investiert ist, konnte den deutlichen Kursanstieg der letzten Monate mitnehmen. Für Neueinsteiger bieten aktuelle Schwächephasen immer auch die Chance für einen Einstieg.
