Ausbildung nur noch im Eichsfeld?
Montag, 04. März 2002, 12:41 Uhr
Nordhausen (nnz). Jeder Lehrling muß im Laufe seiner Ausbildung neben der theoretischen und der praktischen Ausbildung auch einen überbetrieblichen Teil absolvieren. Was bislang noch im Landkreis Nordhausen möglich war, soll jetzt der Vergangenheit angehören.
Schritt für Schritt ist die überbetriebliche Ausbildung in den Landkreis Eichsfeld verlagert worden. Aus Sicht der Nordthüringer Handwerkerschaft ein äußerst vernünftiger Schritt, denn schließlich werde damit auch die Fusion der einstigen Handwerkerschaften der Landkreise Nordhausen und Eichsfeld unterstrichen. Im Landkreis Eichsfeld, speziell in Leinefelde, wird diese Auswirkung der Fusion begrüßt, in Nordhausen ruft sie eher Unverständnis hervor. Letztlich sei das eine äußerst linke Fusion mit negativen Auswirkungen für den Landkreis, wird da kolportiert. Nicht nur die Handwerksbetriebe sollen stocksauer sein, sondern auch die Firmen, die bislang für die überbetriebliche Ausbildung verantwortlich zeichneten.
Betroffen ist vor allem die Ausbildung in den Bereichen Kfz, Schweißer und Bau. Aber auch die Kreisvolkshochschule Nordhausen musste ihre Meisterausbildung ins Eichsfeld abgeben. So ist die Verlagerung dieses Ausbildungsteils für das Berufsförderungswerk Bau Thüringen e.V. ein Schlag ins Gesicht. Für die Bildungsunternehmen bedeutet das natürlich weniger Azubis, für die jungen Leute aus dem Landkreis Nordhausen längere Anfahrtswege. Ausgebildet wird in Leinefelde.
Das Ausbildungszentrum in Leinefelde gehöre der Kreishandwerkerschaft und deshalb sei es nicht nur vernünftig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll dort auszubilden, meinte der Hauptgeschäftsführer der Nordthüringer Kreishandwerkerschaft, Dr. Bernhard Senft, gegenüber der nnz. Man habe zum Beispiel in das Kfz-Ausbildungszentrum rund 700.000 Euro investiert. Auch deshalb habe die Innung beschlossen, ihre Lehrlinge im Eichsfeld ausbilden zu lassen. Gleiches ließe sich für das Zentrum im Bereich Bau sagen, so Dr. Senft.
So begehrt kann die überbetriebliche Ausbildung in Leinefelde auch nicht sein. Von den in diesem Jahr acht eingestellten Lehrlingen in den Bauunternehmen des Landkreises Nordhausen bleiben nach nnz-Informationen sieben zur überbetrieblichen Ausbildung im Heimatlandkreis. Nur ein Azubi soll nach Leinefelde fahren. Der lernt im Betrieb des Nordhäuser Kreishandwerksmeisters.
Mit dem Problem der überbetrieblichen Ausbildung beschäftigen sich seit geraumer Zeit nicht nur die darin involvierten Unternehmen, sondern neben Wirtschaftsverbänden, der Mittelstandvereinigung auch das Nordhäuser Landratsamt. Sicher ist die Entwicklung hinsichtlich der Kreisvolkshochschule nicht gerade glücklich verlaufen, so Landrat Joachim Claus (CDU) gegenüber der nnz, ich möchte in den kommenden Tagen aber gern alle Seiten dazu hören. Dann kann ich mir ein abschließendes Urteil erlauben.
Autor: nnzSchritt für Schritt ist die überbetriebliche Ausbildung in den Landkreis Eichsfeld verlagert worden. Aus Sicht der Nordthüringer Handwerkerschaft ein äußerst vernünftiger Schritt, denn schließlich werde damit auch die Fusion der einstigen Handwerkerschaften der Landkreise Nordhausen und Eichsfeld unterstrichen. Im Landkreis Eichsfeld, speziell in Leinefelde, wird diese Auswirkung der Fusion begrüßt, in Nordhausen ruft sie eher Unverständnis hervor. Letztlich sei das eine äußerst linke Fusion mit negativen Auswirkungen für den Landkreis, wird da kolportiert. Nicht nur die Handwerksbetriebe sollen stocksauer sein, sondern auch die Firmen, die bislang für die überbetriebliche Ausbildung verantwortlich zeichneten.
Betroffen ist vor allem die Ausbildung in den Bereichen Kfz, Schweißer und Bau. Aber auch die Kreisvolkshochschule Nordhausen musste ihre Meisterausbildung ins Eichsfeld abgeben. So ist die Verlagerung dieses Ausbildungsteils für das Berufsförderungswerk Bau Thüringen e.V. ein Schlag ins Gesicht. Für die Bildungsunternehmen bedeutet das natürlich weniger Azubis, für die jungen Leute aus dem Landkreis Nordhausen längere Anfahrtswege. Ausgebildet wird in Leinefelde.
Das Ausbildungszentrum in Leinefelde gehöre der Kreishandwerkerschaft und deshalb sei es nicht nur vernünftig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll dort auszubilden, meinte der Hauptgeschäftsführer der Nordthüringer Kreishandwerkerschaft, Dr. Bernhard Senft, gegenüber der nnz. Man habe zum Beispiel in das Kfz-Ausbildungszentrum rund 700.000 Euro investiert. Auch deshalb habe die Innung beschlossen, ihre Lehrlinge im Eichsfeld ausbilden zu lassen. Gleiches ließe sich für das Zentrum im Bereich Bau sagen, so Dr. Senft.
So begehrt kann die überbetriebliche Ausbildung in Leinefelde auch nicht sein. Von den in diesem Jahr acht eingestellten Lehrlingen in den Bauunternehmen des Landkreises Nordhausen bleiben nach nnz-Informationen sieben zur überbetrieblichen Ausbildung im Heimatlandkreis. Nur ein Azubi soll nach Leinefelde fahren. Der lernt im Betrieb des Nordhäuser Kreishandwerksmeisters.
Mit dem Problem der überbetrieblichen Ausbildung beschäftigen sich seit geraumer Zeit nicht nur die darin involvierten Unternehmen, sondern neben Wirtschaftsverbänden, der Mittelstandvereinigung auch das Nordhäuser Landratsamt. Sicher ist die Entwicklung hinsichtlich der Kreisvolkshochschule nicht gerade glücklich verlaufen, so Landrat Joachim Claus (CDU) gegenüber der nnz, ich möchte in den kommenden Tagen aber gern alle Seiten dazu hören. Dann kann ich mir ein abschließendes Urteil erlauben.
