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Gedächtnis der Stadt

Dienstag, 02. Oktober 2007, 13:43 Uhr
Nordhausen (nnz). Hat eine Stadt ein Gedächtnis? Diese Frage soll zumindest in den kommenden Jahren in Nordhausen mit einem klaren JA beantwortet werden. Wo sich dann das kommunale Gedächtnis befindet? Die Antwort kennen die nnz-Leser.


Flohburg (Foto: nnz) Flohburg (Foto: nnz) Die Sanierung des Altstadt-Gebäudes der „Flohburg“ und die Einrichtung einer stadthistorischen Sammlung in diesem Gebäude war Thema auf der jüngsten Sitzung des Stadtrats-Ausschusses für Soziales, Kultur, Schulens und Sport. Um jeweils 150.000 Euro für die Jahre 2008 und 2009 warben vor dem Gremium der Vorsitzende des „Flohburg“-Fördervereins Klaus Wahlbuhl und Nordhausens Museumsleiter Jürgen Rennebach. Insgesamt sollen Sanierung und Museumsumbau 1,2 Millionen Euro kosten. Der Rest der Summe könne durch Fördermittel aufgebracht werden.

Wahlbuhl verwies darauf, „dass die Standsicherheit eines der ältesten, wichtigsten und schönsten Gebäude der Stadt akut gefährdet ist“. Nötig sei in einem Schritt die Stabilisierung des Gebäudes, da das Gebäude sich deutlich in Richtung Barfüßer Straße neige, durch den Anbau eines so genannten „Stabilisierungskerns“ im hinteren Teil des Gebäudes. Dieser Kern könne den Schacht bilden für einen Fahrstuhl, mit dem die Museumsbesucher künftig alle Etagen des Hauses erreichen könnten und zugleich werde ein behindertengerechter Zugang möglich.

„Die Flohburg soll das Gedächtnis der Stadt werden“, sagte auch Museumsleiter Jürgen Rennebach. Als offenes, lebendiges Haus solle sie Teil der Stadt mit Platz für die Stadtgeschichte werden. Die 1080jährige Geschichte der Stadt könne zurzeit nur zum Teil mit Handwerk, Industriegeschichte und Archäologie im Museum „Tabakspeicher präsentiert werden.

Bedeutende Zeitabschnitte wie die Stadtgründung, Reformation, der 30jährige Krieg, die Reichsfreiheit, die zwei Weltkriege, die DDR-Zeit oder wichtige Persönlichkeiten der Stadt, die im Tabakspeicher bisher keinen Platz fanden, könne in Zukunft das neue stadthistorische Museum „Flohburg“ darstellen, so Rennebach.

Um die Stadtgeschichte erlebbar und attraktiver zu präsentieren, könne er sich hier außerdem vorstellen, verschiedene museumspädagogische Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anzubieten. Dies könne an Projekttagen oder sogar in Projektwochen geschehen.
Autor: nnz

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