nnz-doku: Einheits-Gedanken
Dienstag, 02. Oktober 2007, 07:22 Uhr
Nordhausen (nnz). Es ist nun schon 17 Jahre her, da dieses Deutschland politisch vereinigt wurde. Auch im Jahr 17 der Deutschen Einheit machen sich Menschen im Landkreis Nordhausen dazu Gedanken.
17 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands begehen wir morgen zum 18. Mal den Tag der Deutschen Einheit. Eine ganze Generation von Kindern, die inzwischen erwachsen und volljährig geworden sind, wissen vielleicht nur aus den Erzählungen in Schule oder Elternhaus von den Ereignissen im Herbst 89 bis zur Wiederherstellung der Einheit Deutschlands.
Aus der Historie: Die Jahre zwischen 1982 und 1989 waren für die DDR durch eine immer prekärer werdende wirtschaftliche Situation gekennzeichnet. Immer deutlicher wurde, dass das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem der DDR den gesellschaftlichen, politischen und insbesondere wirtschaftlichen Ansprüchen der Bürger nicht gerecht werden konnte. Mit anderen Worten: Der Staat DDR war wirtschaftlich am Ende.
Unsere Friedliche Revolution im Herbst 89 schuf eigentlich nur die Grundlage für die Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands. Am 9.November 1989 fiel die Berliner Mauer, am 18.03.1990 wählte die Bevölkerung der DDR in freien und geheimen Wahlen eine Volkskammer, die am 23. August 1990 den Beitritt der DDR zur BRD zum 03.10.1990 beschloss. Vorausgegangen war am 01.Juli 1990 die Herstellung der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion und Abschluss der Verhandlungen zum Einigungsvertrag.
Nach der Wiedervereinigung erfolgte am 14. Oktober 1990 die Gründung der 5 neuen Bundesländer. Die Voraussetzungen für unser vereintes Vaterland waren geschaffen und wurden mit dem offiziellen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 03.10.1990 formell vollzogen.
Das ideelle Zusammenwachsen in den Köpfen der Deutschen war und ist ein langwierigerer Prozess. Hinzu kommt, dass die Wiedervereinigung für den deutschen Staat ein besonders schwer zu schulternder finanzieller Kraftakt war und ist. Der wirtschaftliche Aufschwung scheint im Osten nur schleppend voran zu gehen.
Dennoch sollten wir nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren. Wir leben jetzt alle in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Mit allen Fehlern, die auch der Demokratie anhaften und die wir im Laufe der Jahre zum Teil mit den schmerzlichen Erfahrungen im Umgang mit Arbeitslosigkeit, Gewaltbereitschaft und ähnlichem machen mussten, ist die Demokratie meines Erachtens die beste aller bestehenden Regierungsformen. Demokratie bedeutet im allgemeinen Herrschaft, die vom Volk ausgeht. Ein Blick nach Osten oder Süden von Europa würde uns allen in diesem Zusammenhang sicher nützlich sein.
Die Bundesrepublik ist auch eine Parteiendemokratie, der regelmäßige Wahlgang ihrer Bürger eine tragende Säule. Die Demokratie gibt uns Möglichkeiten zur Einflussnahme auf das Geschehen. Doch das heißt Mittun, auch wenn es unbequem ist und vor allem mit Mühe und Aufgabe von Freizeit verbunden ist. Unser hohes Gut ist unser Grundgesetz, das uns Menschen- und Bürgerrechte garantiert, selbstredend auch Pflichten auferlegt.
Am Tag der Deutschen Einheit sollten wir uns erinnern, dass wir vor allem Chancen und Möglichkeiten bekommen haben, die es umzusetzen und zu nutzen gilt.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Feiertag.
Jürgen Hohberg, Bürgermeister Sollstedt
Autor: nnz17 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands begehen wir morgen zum 18. Mal den Tag der Deutschen Einheit. Eine ganze Generation von Kindern, die inzwischen erwachsen und volljährig geworden sind, wissen vielleicht nur aus den Erzählungen in Schule oder Elternhaus von den Ereignissen im Herbst 89 bis zur Wiederherstellung der Einheit Deutschlands.
Aus der Historie: Die Jahre zwischen 1982 und 1989 waren für die DDR durch eine immer prekärer werdende wirtschaftliche Situation gekennzeichnet. Immer deutlicher wurde, dass das Wirtschafts- und Gesellschaftssystem der DDR den gesellschaftlichen, politischen und insbesondere wirtschaftlichen Ansprüchen der Bürger nicht gerecht werden konnte. Mit anderen Worten: Der Staat DDR war wirtschaftlich am Ende.
Unsere Friedliche Revolution im Herbst 89 schuf eigentlich nur die Grundlage für die Wiederherstellung der staatlichen Einheit Deutschlands. Am 9.November 1989 fiel die Berliner Mauer, am 18.03.1990 wählte die Bevölkerung der DDR in freien und geheimen Wahlen eine Volkskammer, die am 23. August 1990 den Beitritt der DDR zur BRD zum 03.10.1990 beschloss. Vorausgegangen war am 01.Juli 1990 die Herstellung der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion und Abschluss der Verhandlungen zum Einigungsvertrag.
Nach der Wiedervereinigung erfolgte am 14. Oktober 1990 die Gründung der 5 neuen Bundesländer. Die Voraussetzungen für unser vereintes Vaterland waren geschaffen und wurden mit dem offiziellen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 03.10.1990 formell vollzogen.
Das ideelle Zusammenwachsen in den Köpfen der Deutschen war und ist ein langwierigerer Prozess. Hinzu kommt, dass die Wiedervereinigung für den deutschen Staat ein besonders schwer zu schulternder finanzieller Kraftakt war und ist. Der wirtschaftliche Aufschwung scheint im Osten nur schleppend voran zu gehen.
Dennoch sollten wir nicht das Wesentliche aus den Augen verlieren. Wir leben jetzt alle in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Mit allen Fehlern, die auch der Demokratie anhaften und die wir im Laufe der Jahre zum Teil mit den schmerzlichen Erfahrungen im Umgang mit Arbeitslosigkeit, Gewaltbereitschaft und ähnlichem machen mussten, ist die Demokratie meines Erachtens die beste aller bestehenden Regierungsformen. Demokratie bedeutet im allgemeinen Herrschaft, die vom Volk ausgeht. Ein Blick nach Osten oder Süden von Europa würde uns allen in diesem Zusammenhang sicher nützlich sein.
Die Bundesrepublik ist auch eine Parteiendemokratie, der regelmäßige Wahlgang ihrer Bürger eine tragende Säule. Die Demokratie gibt uns Möglichkeiten zur Einflussnahme auf das Geschehen. Doch das heißt Mittun, auch wenn es unbequem ist und vor allem mit Mühe und Aufgabe von Freizeit verbunden ist. Unser hohes Gut ist unser Grundgesetz, das uns Menschen- und Bürgerrechte garantiert, selbstredend auch Pflichten auferlegt.
Am Tag der Deutschen Einheit sollten wir uns erinnern, dass wir vor allem Chancen und Möglichkeiten bekommen haben, die es umzusetzen und zu nutzen gilt.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen schönen Feiertag.
Jürgen Hohberg, Bürgermeister Sollstedt
