Gegenwart bereitet Vergangenheit auf
Freitag, 01. März 2002, 15:31 Uhr
Nordhausen (nnz). Dora: Auch Jahrzehnte danach sind die Gedanken und Erinnerungen geprägt von der Schreckenszeit - vor allem der in Nordhausen. nnz berichtet von einem Überlebenden.
Für mehrere Hundert Italiener wurde das KZ Mittelbau-Dora zwischen 1943 und 1945 zum Todesort. Um ihrer zu gedenken besuchte heute Vormittag eine rund 50 Personen umfassende Delegation der italienischen Stadt Moncalerie die Gedenkstätte. Als Vertreter Nordhausens waren Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) und der Leiter der Gedenkstätte Mittelbau Dora Dr. Wagner anwesend.
Gerade die italienischen Häftlinge litten damals besonders hart unter der Lagerführung aber auch unter den anderen Gefangenen. Von den Nazis als Verräter verhasst und von den Mithäftlingen wiederum als ehemalige Verbündete Hitlers angesehen, erlebten sie eine noch größere Schreckenszeit.
Hinrichtungen und schwerwiegende Repressalien trafen sie schneller und härter. Dr. Wagner zu den Zuständen im Lager Dora: Nordhausen ist ein Schreckensort für das, was der Faschismus anrichten konnte. Gegen das Völkerrecht wurden Italiener hierher verschleppt und mussten Zwangsarbeit leisten. Sie hatten die schlechtesten Bedingungen überhaupt.
Ein Grund mehr, dass sich einer der Überlebenden dazu überwunden hat, 60 Jahre danach mit der Vergangenheit abzuschließen. Albino Moret (78) verbrachte vierzehn Monate in den Stollen von Dora. Davon sah er lediglich ganze viermal das Tageslicht. Am 13. Oktober 1943 wurde er im Lager eingeliefert. Da begann für ihn das Horrorszenarium. Noch immer kann er sich nur zu gut an das erinnern, was passierte.
Heute besuchten man mit den Gästen auch die Stelle, an der sieben italienische Soldaten standrechtlich erschossen wurden. Für die italienischen Schüler war dies ein sicherlich tiefbewegender aber auch alarmierender Rundgang im ehemaligen KZ. Deswegen legte Klaus Wahlbuhl in seiner Ansprache sein Augenmerk vor allem auf die vielen mitgereisten jungen Leute: Im Rahmen des europäischen Zusammenlebens sind die italienischen und deutschen Jugendlichen angehalten dafür Sorge zu tragen, dass sich so etwas nie wieder ereignen wird. Im Gedenken an alle Opfer des Faschismus legten die italienischen Gäste einen Kranz nieder.
Autor: vf
Für mehrere Hundert Italiener wurde das KZ Mittelbau-Dora zwischen 1943 und 1945 zum Todesort. Um ihrer zu gedenken besuchte heute Vormittag eine rund 50 Personen umfassende Delegation der italienischen Stadt Moncalerie die Gedenkstätte. Als Vertreter Nordhausens waren Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) und der Leiter der Gedenkstätte Mittelbau Dora Dr. Wagner anwesend. Gerade die italienischen Häftlinge litten damals besonders hart unter der Lagerführung aber auch unter den anderen Gefangenen. Von den Nazis als Verräter verhasst und von den Mithäftlingen wiederum als ehemalige Verbündete Hitlers angesehen, erlebten sie eine noch größere Schreckenszeit.
Hinrichtungen und schwerwiegende Repressalien trafen sie schneller und härter. Dr. Wagner zu den Zuständen im Lager Dora: Nordhausen ist ein Schreckensort für das, was der Faschismus anrichten konnte. Gegen das Völkerrecht wurden Italiener hierher verschleppt und mussten Zwangsarbeit leisten. Sie hatten die schlechtesten Bedingungen überhaupt.Ein Grund mehr, dass sich einer der Überlebenden dazu überwunden hat, 60 Jahre danach mit der Vergangenheit abzuschließen. Albino Moret (78) verbrachte vierzehn Monate in den Stollen von Dora. Davon sah er lediglich ganze viermal das Tageslicht. Am 13. Oktober 1943 wurde er im Lager eingeliefert. Da begann für ihn das Horrorszenarium. Noch immer kann er sich nur zu gut an das erinnern, was passierte.
Heute besuchten man mit den Gästen auch die Stelle, an der sieben italienische Soldaten standrechtlich erschossen wurden. Für die italienischen Schüler war dies ein sicherlich tiefbewegender aber auch alarmierender Rundgang im ehemaligen KZ. Deswegen legte Klaus Wahlbuhl in seiner Ansprache sein Augenmerk vor allem auf die vielen mitgereisten jungen Leute: Im Rahmen des europäischen Zusammenlebens sind die italienischen und deutschen Jugendlichen angehalten dafür Sorge zu tragen, dass sich so etwas nie wieder ereignen wird. Im Gedenken an alle Opfer des Faschismus legten die italienischen Gäste einen Kranz nieder.
