Dichtung zum Geburtstag
Donnerstag, 27. September 2007, 07:34 Uhr
Nordhausen/Limlingerode (nnz). Die achte Lyrikveranstaltung in diesem Jahr in der Dichterstätte gibt es am Samstag zu Ehren von Paul Gerhardt (1607 – 1676), des unvergessenen Verfassers geistlicher Lyrik. Dazu ein Beitrag von Heidelore Kneffel in Ihrer nnz.
Drei Jahrzehnte seines Lebens fallen in die des 30-jährigen Krieges, eine der schrecklichsten Menschheitsvernichtungszeiten, die es in Europa gab. Ihm zur Seite werden zwei Dichter gestellt, die die deutsche Dichtkunst des Barocks und weit darüber hinaus entscheidend beeinflussten: Paul Fleming (1609 – 1640) und Andreas Gryphius (1616 – 1664). Durch die kunstvollen Worte dieser Drei erfährt man mehr über die Zeit, als die Welt durch Machthunger aus dem Gleichgewicht kam, als durch so manches wortreiche Geschichtswerk. Gerade in den Zeiten dieser Vernichtung der Kultur schafften es Dichter und Literaturgelehrte, die deutsche Sprache nach Martin Luther zu neuer Blüte zu führen.
Im 400. Geburtsjahr von Paul Gerhardt weisen Bücher, Ausstellungen und literarisch-musikalische Veranstaltungen auf seine gefühlsinnigen, volksliedhaft schlichten Lieder hin, die von tiefer protestantischen Gläubigkeit im Sinne Martin Luthers geprägt sind. Sie zeugen von seiner aufrichtigen, tüchtigen Gesinnung, seinem frischen Verhältnis zur Natur und zu den Alltagsfreuden. Sein Gottvertrauen ist nicht zu erschüttern.
Paul Fleming gehört zu den großen Talenten deutscher Lyrik, der in seinem kurzen Leben, angefüllt jedoch mit intensivem Erleben, gefühlsstarke Gedichte schrieb, die bis hin zu Goethe führen. Er nahm an einer Expeditions– und Gesandtschaftsreise nach Moskau und Persien teil, hatte vorher Medizin studiert und war 1631 zum Dichter gekrönt worden.
Andreas Gryphius gilt als der überragende Lyriker und Dramatiker des 17. Jahrhunderts in Deutschland. Oft düster und schwermütig, keine Beschönigung und klägliche Demut kennend, wird er zum dichterischen Sinnbilds deutschen Schicksals im Dreißigjährigen Krieg. Seine Verse sind aufwühlend und besitzen starke Form- und Bildkraft. Die Besucher erwartet am Sonnabend in Limlingerode also eine Begegnung mit drei sprachmächtigen Persönlichkeiten.
Dichterstätte Limlingerode | 29. 9. 07 | 14.30 Uhr
Autor: nnzDrei Jahrzehnte seines Lebens fallen in die des 30-jährigen Krieges, eine der schrecklichsten Menschheitsvernichtungszeiten, die es in Europa gab. Ihm zur Seite werden zwei Dichter gestellt, die die deutsche Dichtkunst des Barocks und weit darüber hinaus entscheidend beeinflussten: Paul Fleming (1609 – 1640) und Andreas Gryphius (1616 – 1664). Durch die kunstvollen Worte dieser Drei erfährt man mehr über die Zeit, als die Welt durch Machthunger aus dem Gleichgewicht kam, als durch so manches wortreiche Geschichtswerk. Gerade in den Zeiten dieser Vernichtung der Kultur schafften es Dichter und Literaturgelehrte, die deutsche Sprache nach Martin Luther zu neuer Blüte zu führen.
Im 400. Geburtsjahr von Paul Gerhardt weisen Bücher, Ausstellungen und literarisch-musikalische Veranstaltungen auf seine gefühlsinnigen, volksliedhaft schlichten Lieder hin, die von tiefer protestantischen Gläubigkeit im Sinne Martin Luthers geprägt sind. Sie zeugen von seiner aufrichtigen, tüchtigen Gesinnung, seinem frischen Verhältnis zur Natur und zu den Alltagsfreuden. Sein Gottvertrauen ist nicht zu erschüttern.
Paul Fleming gehört zu den großen Talenten deutscher Lyrik, der in seinem kurzen Leben, angefüllt jedoch mit intensivem Erleben, gefühlsstarke Gedichte schrieb, die bis hin zu Goethe führen. Er nahm an einer Expeditions– und Gesandtschaftsreise nach Moskau und Persien teil, hatte vorher Medizin studiert und war 1631 zum Dichter gekrönt worden.
Andreas Gryphius gilt als der überragende Lyriker und Dramatiker des 17. Jahrhunderts in Deutschland. Oft düster und schwermütig, keine Beschönigung und klägliche Demut kennend, wird er zum dichterischen Sinnbilds deutschen Schicksals im Dreißigjährigen Krieg. Seine Verse sind aufwühlend und besitzen starke Form- und Bildkraft. Die Besucher erwartet am Sonnabend in Limlingerode also eine Begegnung mit drei sprachmächtigen Persönlichkeiten.
Dichterstätte Limlingerode | 29. 9. 07 | 14.30 Uhr
