Sinfoniekonzert mit Vorgeschmack
Dienstag, 11. September 2007, 12:38 Uhr
Sondershausen (nnz). Das Lohorchester eröffnet die neue Spielzeit mit einem Sinfoniekonzert. Opernliebhaber können sich da schon einen Vorgeschmack auf die Fidelio-Premiere holen.
Als Vorgeschmack auf die Fidelio-Premiere eröffnet das Loh-Orchester sein erstes Sinfoniekonzert in dieser Spielzeit mit der zweiten Leonoren-Ouvertüre, einer von insgesamt vier Ouvertüren, die Beethoven zu seiner einzigen Oper komponierte. Sein Schmerzenskind nannte er diese Oper auch, denn er arbeitete sie insgesamt drei Mal um. Für die erste Version aus dem Jahr 1805 schrieb er die zweite Leonoren-Ouvertüre. Wie in einem packenden Hördrama fasste Beethoven hier die Handlung der Oper zusammen. Berühmt geworden ist das Trompetensignal am Ende der Ouvertüre – später in der Oper jenes Signal, das die Rettung des im Kerker gefangen gehalten Florestan ankündigt.
Mit dem fünften Klavierkonzert in Es-Dur steht ein weiteres Werk von Beethoven auf dem Programm. Als brillanter Pianist führte der Komponist seine Konzerte eigentlich selber auf, doch 1809, als er das fünfte vollendete, war seine Taubheit schon so weit fortgeschritten, dass er es nicht mehr selber spielte. Dieses virtuose Ausnahmewerk ist ein Glanzstück jedes Pianisten. Zu Gast beim Loh-Orchester wird Elfrun Gabriel sein, eine für die Konzertbesucher in Sondershausen bereits wohlvertraute Pianistin. Im In- und Ausland wird sie hochgeschätzt, Rezensenten beschreiben sie als einfühlsame Interpretin mit berückend vielen Klangfarben und einer hinreißenden Anschlagskultur.
Ein großer Bewunderer Beethovens war Felix Mendelssohn Bartholdy. Er war es, der zum erste Mal alle vier Ouvertüren zu Fidelio in einem Konzert aufführte und auch als erster dem englischen Publikum das fünfte Klavierkonzert präsentierte: Im Juni 1829 führte es Mendelssohn während seiner Englandreise in London auf. Kurz darauf kam er nach Schottland, für ihn wie für viele andere Künstler seiner Zeit das Land romantischer Ursprünglichkeit schlechthin. Die Eindrücke dieser Schottland-Reise inspirierten ihn nicht nur zu der Hebriden-Ouvertüre, sondern auch zu seiner dritten Sinfonie, zu der Schottischen. Die Melodie der Einleitungstakte hatte der Komponist bereits in Schottland skizziert, doch fast dreizehn Jahre sollten vergehen, ehe er dieses Werk vollendete. Die Musik mag etwas von der Stimmung jener Tage in Schottland verraten, und vielleicht hatte Richard Wagner, als er Mendelssohn als einen musikalischern Landschaftsmaler bezeichnete, gerade diese Sinfonie vor Augen. Dass sich aber Musik und so auch diejenige von Mendelssohn kaum auf einen konkreten Inhalt festlegen lässt, wird nirgends deutlicher als in einer Reaktion Robert Schumanns. Er fühlte sich nämlich beim Anhören der Sinfonie unter italienischen Himmel versetzt. Dabei hatte er aber die Schottische versehentlich mit einer anderen Sinfonie des Komponisten, mit der Italienischen verwechselt... Im ersten Sinfoniekonzert wird die Schottische zu hören sein.
Das 1. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters findet im Haus der Kunst Sondershausen am Samstag, den 15. September, statt und im Theater Nordhausen am Sonntag, den 16. September. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Jeweils um 19.00 Uhr gibt die Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann eine Einführung im Foyer. Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel 0 36 31/98 34 52) und in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11).
Autor: nnzAls Vorgeschmack auf die Fidelio-Premiere eröffnet das Loh-Orchester sein erstes Sinfoniekonzert in dieser Spielzeit mit der zweiten Leonoren-Ouvertüre, einer von insgesamt vier Ouvertüren, die Beethoven zu seiner einzigen Oper komponierte. Sein Schmerzenskind nannte er diese Oper auch, denn er arbeitete sie insgesamt drei Mal um. Für die erste Version aus dem Jahr 1805 schrieb er die zweite Leonoren-Ouvertüre. Wie in einem packenden Hördrama fasste Beethoven hier die Handlung der Oper zusammen. Berühmt geworden ist das Trompetensignal am Ende der Ouvertüre – später in der Oper jenes Signal, das die Rettung des im Kerker gefangen gehalten Florestan ankündigt.
Mit dem fünften Klavierkonzert in Es-Dur steht ein weiteres Werk von Beethoven auf dem Programm. Als brillanter Pianist führte der Komponist seine Konzerte eigentlich selber auf, doch 1809, als er das fünfte vollendete, war seine Taubheit schon so weit fortgeschritten, dass er es nicht mehr selber spielte. Dieses virtuose Ausnahmewerk ist ein Glanzstück jedes Pianisten. Zu Gast beim Loh-Orchester wird Elfrun Gabriel sein, eine für die Konzertbesucher in Sondershausen bereits wohlvertraute Pianistin. Im In- und Ausland wird sie hochgeschätzt, Rezensenten beschreiben sie als einfühlsame Interpretin mit berückend vielen Klangfarben und einer hinreißenden Anschlagskultur.
Ein großer Bewunderer Beethovens war Felix Mendelssohn Bartholdy. Er war es, der zum erste Mal alle vier Ouvertüren zu Fidelio in einem Konzert aufführte und auch als erster dem englischen Publikum das fünfte Klavierkonzert präsentierte: Im Juni 1829 führte es Mendelssohn während seiner Englandreise in London auf. Kurz darauf kam er nach Schottland, für ihn wie für viele andere Künstler seiner Zeit das Land romantischer Ursprünglichkeit schlechthin. Die Eindrücke dieser Schottland-Reise inspirierten ihn nicht nur zu der Hebriden-Ouvertüre, sondern auch zu seiner dritten Sinfonie, zu der Schottischen. Die Melodie der Einleitungstakte hatte der Komponist bereits in Schottland skizziert, doch fast dreizehn Jahre sollten vergehen, ehe er dieses Werk vollendete. Die Musik mag etwas von der Stimmung jener Tage in Schottland verraten, und vielleicht hatte Richard Wagner, als er Mendelssohn als einen musikalischern Landschaftsmaler bezeichnete, gerade diese Sinfonie vor Augen. Dass sich aber Musik und so auch diejenige von Mendelssohn kaum auf einen konkreten Inhalt festlegen lässt, wird nirgends deutlicher als in einer Reaktion Robert Schumanns. Er fühlte sich nämlich beim Anhören der Sinfonie unter italienischen Himmel versetzt. Dabei hatte er aber die Schottische versehentlich mit einer anderen Sinfonie des Komponisten, mit der Italienischen verwechselt... Im ersten Sinfoniekonzert wird die Schottische zu hören sein.
Das 1. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters findet im Haus der Kunst Sondershausen am Samstag, den 15. September, statt und im Theater Nordhausen am Sonntag, den 16. September. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Jeweils um 19.00 Uhr gibt die Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann eine Einführung im Foyer. Karten gibt es an der Theaterkasse (Tel 0 36 31/98 34 52) und in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11).
