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Ernüchterung am Zapfhahn

Dienstag, 11. September 2007, 09:49 Uhr
Nordhauseh (js) Bier wird in Deutschland nach Branchenangaben spürbar teurer. Die Preisspirale dreht sich damit weiter, muss nnz seinen Lesern mitteilen

Die Begründungen sind deckungsgleich: Gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und hier auch noch für Glas, erklärt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Peter Hahn. So sei der Preis für Strom um 23 Prozent gestiegen, der Hopfenpreis habe sich verdoppelt. Braumalz sei heute um rund 84 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Der Glaspreis sei um 30 Prozent gestiegen. „Solche Kostensteigerungen können nicht mehr durch Einsparungen bei den Brauereien aufgefangen werden", erklärte Hahn. Nicht zu vergessen die gestiegene Nachfrage in Asien, Lateinamerika und Afrika – alle diese Begründungen sind inzwischen geläufig.

Sollten die Gewinne der Brauereien weiter sinken, stünden Betriebe und Ausbildungsplätze auf dem Spiel, warnte Hahn. Die Kosten würden auch künftig wohl weiter steigen, unter anderem wegen zusätzlicher Belastungen durch den Emissionshandel, der zu höheren Strompreisen führe. Der Bierpreis sei trotzdem weiter niedriger als im europäischen Ausland, erklärte er. Das liege an Konzentration und scharfem Wettbewerb im deutschen Lebensmitteleinzelhandel.

Jedenfalls setzt sich damit die Runde der Preiserhöhungen für Lebensmittel weiter fort. Den Anfang hatten im Sommer hohe Aufschläge bei Milchprodukten gemacht. Seither wurde auch Brot teurer, Discounter hatten die Preise von weiten Teilen des Sortiments angehoben.

Auch die Supermärkte in Deutschland erhöhen derzeit zum ersten Mal seit Jahren auf breiter Front die Lebensmittelpreise. Verbraucherschützer warnen aber bereits davor, dass einzelne Branchen die Rohstoffknappheit als Vorwand für überzogene Preissteigerungen nutzen könnten.
Autor: js

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