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Erstmals Theaterpreis verliehen

Sonntag, 09. September 2007, 18:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Auftritt in der Operngala im Theater erinnerte an eine sehr bekannte Szene: ein Mann steht auf der Bühne, öffnet einen Briefumschlag und verliest laut einen Namen worauf das Publikum begeistert applaudiert. Nur: diese Szene fand nicht in einem Saal statt, wo sich alles, was Rang und Namen in der Filmszene hat, versammelte, sondern ein Publikum, das sich durch besondere Nähe zu seinen Künstlern auszeichnet – im Theater Nordhausen.

theaterpreis (Foto: theater) theaterpreis (Foto: theater)

Der Mann, der es ganz spannend machte, war der Landrat des Landkreises Nordhausen Joachim Claus. Ihm zur Seite Intendant Lars Tietje mit einem bis dahin wohl gehüteten Geheimnis, der extra für den Theaterpreis kreierten Trophäe. Und der geheimnisvolle Name: Jutta Wörne, Ballettdirektorin einer Kompanie, die in der vergangenen Spielzeit sogar im Ausland von sich reden machte.

Bevor der Landrat zum ersten Mal den sicher begehrten Preis verlieh, machte er in seiner Laudatio deutlich, warum die noch junge Künstlerin diese hohe Auszeichnung verdient hat.

Jutta Wörne ist seit August 2004 Ballettdirektorin der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH. Sie bekleidet eine solche Positionen erstmalig und ist eine der jüngsten Ballettdirektoren Deutschlands. Mit den von ihr entworfenen Ballettabenden „Generation 80ies“, „Macht der Bilder“, „TanzMiró“ und „RequieMozarTanz“ sind anspruchsvolle, vielfältige und beliebte Produktionen entstanden, die einen einen eigenen Personalstil geprägt und überregionale Aufmerksamkeit auf das Theater Nordhausen gelenkt haben, verkündete der Landrat.

Mit ihrer eigenen Präsenz und der der Ballettkompanie in der Region hat Jutta Wörne zum hohen Bekanntheitsgrad und der Beliebtheit der Ballettkompanie entscheidend beigetragen. Die Besucherzahlen im Ballett sind in ihrer Zeit um weit mehr als 30 Prozent gestiegen. Auch mit der personellen Zusammensetzung der Ballettkompanie hat die gebürtige Stuttgarterin viel Geschick und Gespür bewiesen. Mit ihren eigenständigen Vorschlägen für Gastchoreographen für „Coppelia“ oder „Dancing & Romancing“ hat sie das Programm der Ballettkompanie bereichert und ergänzt. Eine Einladung zum renommierten Budapester Frühlingsfestival ermöglichte der von Jutta Wörne geleiteten jungen Nordhäuser Kompanie bereits im Februar dieses Jahres einen ersten internationalen Auftritt, hieß es in der Laudatio.

Konsequente Zielstrebigkeit, nicht locker lassen, sich stets neuen Herausforderungen stellen und immer auf der Suche nach exklusiven Ideen, nach interessanten Themen für Choreografien und dabei fordernd auch gegen sich selbst – so könnte man Jutta Wörne in wenigen Worten beschreiben. Nicht zu vergessen ihr sympathisches Lächeln. Und das konnte man am Abend der Preisverleihung ständig sehen, begleitet aber auch von Freudentränen. Die Überraschung war gelungen. Die wenigen, die in die Vorbereitung der Verleihung des ersten Nordhäuser Theaterpreises involviert waren, hatten nichts verraten.

Der Nordhäuser Theaterpreis ist mit 1000 Euro dotiert und wird von der Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen jährlich für herausragende Leistungen von Theaterschaffenden vergeben. Die edle Trophäe aus Glas hat die Stiftung von einem Designer anfertigen lassen. Die Entscheidung, wer den Preis erhält, trifft eine fachkundige Jury.

Am kommenden Samstag, 15. September, wird Jutta Wörne mit ihrer Ballettkompanie ihr Publikum begeistern, wenn die Tänzerinnen und Tänzer zum BallettAufTakt neugierig auf diese Spielzeit machen. Intendant Lars Tietje wird gemeinsam mit Ballettdirektorin Jutta Wörne durch`s Programm führen. Beginn: 19.30 Uhr
Autor: nnz

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