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Fisch beliebt wie nie zuvor

Samstag, 08. September 2007, 19:15 Uhr
Nordhausen (js) Bei den Bundesbürgern werden Fisch und Meeresfrüchte immer beliebter. Über die Entwicklung gibt der nnz-Beitrag Aufschluss

Fisch kommt bei den Deutschen immer häufiger auf den Teller. Jeder Bundesbürger habe 2006 im Schnitt 15,5 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchte gegessen, teilte das Fischinformationszentrum (FIZ) gestern mit - der höchste Wert seit 100 Jahren. Damit erhöhte sich der Konsum gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Kilo.

Die Branche in Deutschland ist optimistisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch könnte in diesem Jahr sogar noch weiter steigen. "Wir gehen auch wegen des Trends zu gesünderem und leichterem Essen von einer Steigerung auf über 16 Kilo aus", sagte FIZ-Vorstand Jürgen Marggraf. Auch die gute Konjunktur trage dazu bei, dass sich die Deutschen häufiger Fisch leisteten. Denn zugleich zeichnet sich ab, dass die Käufer verstärkt zu höherwertigen und teureren Fischprodukten greifen. „Die Haushalte sparen nicht beim Fischeinkauf", so Marggraf.

Zudem sind die Preise für Fisch in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als für andere Lebensmittel. Ob sich dieser Trend fortsetze, sei derzeit nicht vorhersehbar. "Das hängt von den weltweiten Fangquoten ab, die wir überwiegend noch nicht kennen, und von den Entwicklungen auf dem Weltmarkt", sagte Marggraf. Längst sind auch die Fischindustrie und der Fischhandel ein globalisiertes Geschäft. Der in Deutschland verzehrte Fisch stammt zu 85 Prozent aus Einfuhren, vor allem aus Norwegen, Dänemark und China. Aber gerade in China erhöhe sich derzeit auch die Nachfrage stark. Mit höheren Preisen rechnet die Branche bei veredelten Fischprodukten, die zum Beispiel Sahne oder Gemüse enthalten.

In Deutschland herrscht den Angaben zufolge eine klare Vorliebe für Seefisch. Alaska-Seelachs (25,9 Prozent), Hering (17,5 Prozent) und Lachs (11,3 Prozent), Thunfisch (10,7 Prozent) und Seelachs (4 Prozent) sind die am meisten gekauften Fische. Der Anteil von Tiefkühlfisch am Fischkonsum in Deutschland liegt 2006 mit 36 % wieder über dem Vorjahresniveau. Fischkonserven und Marinaden belegen nach wie vor Platz 2 (28 %). DerAnteil von Krebs- und Weichtieren am Fischkonsum sank von 14 % im Vorjahr auf 12 %. Frischfisch belegt Rang 4 mit einem Anteil von 10 %. Räucherfischprodukte verzeichnen einen konstanten Anteil von 6 %. Fischsalate legen um 1 Prozentpunkt auf 3 % zu. Sonstige Fischereizeugnisse, wie z. B. Matjes, Anchosen und Lachserzeugnisse, halten ihren Anteil von 5 %.

Fast die Hälfte des Fischs wird beim Discounter gekauft. Am meisten Fisch - gemessen am Produktgewicht pro Kopf - wird in Schleswig-Holstein (12,2 Kilogramm) konsumiert, gefolgt von Hamburg mit 11,5 Kilogramm. Am Ende stehen die Haushalte in Hessen mit 9,1 Kilogramm.

Die gesamte deutsche Fischwirtschaft, von der Fischerei bis zum Fischeinzelhandel und der Fischgastronomie, beschäftigte 2006 rund 42 600 Mitarbeiter und bewegte ein Finanzvolumen von 7,5 Milliarden Euro.
Autor: js

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