Entwicklung setzt sich fort
Samstag, 08. September 2007, 19:15 Uhr
Nordhausen (js) Die gute Wirtschaftsentwicklung wirkt sich auch auf die Zahl der Insolvenzen aus, wie dem folgenden nnz-Beitrag zu entnehmen ist
In Deutschland haben in der ersten Jahreshälfte so wenige Unternehmen wie zuletzt zur Jahrtausendwende den Gang zum Insolvenzrichter antreten müssen. Die Zahl der Firmenpleiten sank im Jahresvergleich zweistellig. Genau andersherum allerdings sieht es bei den Pleiten deutscher Haushalte aus.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, meldeten deutsche Amtsgerichte für das erste Halbjahr 14.515 Insolvenzen von Unternehmen. Das seien 10,8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2006. Damit habe sich der seit mehr als zwei Jahren anhaltende Rückgang der Firmeninsolvenzen auch im bisherigen Jahresverlauf fortgesetzt, hieß es.
Weniger Firmenpleiten hatte es zuletzt im Boomjahr 2000 gegeben, als im ersten Halbjahr gut 13 600 Unternehmen bei den Gerichten Zahlungsunfähigkeit anmeldeten. Seit dem Höchststand im Jahr 2003 sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen kontinuierlich.
Gegenüber dem insgesamt guten Insolvenztrend bei den Unternehmen hierzulande steigt allerdings die Zahl der Verbraucherinsolvenzen seit Jahren stetig. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres kletterte sie um 19,8 Prozent auf 52.430. Zusammen mit den Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern und Nachlässen erhöhte sich die Gesamtzahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 82.702 Fälle. Dabei beliefen sich die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger nach Angaben der Gerichte auf 16,1 Milliarden Euro. Obwohl die Firmenpleiten nur ein Fünftel der Insolvenzfälle ausmachten, entfielen auf sie knapp 60 Prozent aller Forderungen.
Grund für die Zunahme der Privatinsolvenzen ist allerdings nicht nur die finanzielle Lage vieler Bundesbürger. Im laufenden Jahr steigen beispielsweise die Löhne und Gehälter hierzulande stärker als die Teuerungsrate, zudem sinkt die Arbeitslosigkeit. Die Zahl steigt auch, weil der Gesetzgeber die Bedingungen dafür erleichtert hat. Die Bundesregierung wollte hoch verschuldeten Bundesbürgern so eine größere Chance zur Entschuldung bieten.
Im Juni wurden den Angaben zufolge 2448 Insolvenzen von Unternehmen (plus 1,2 Prozent) und 8750 Insolvenzen von Verbrauchern (plus 17,8 Prozent) gemeldet. Insgesamt registrierten die Gerichte im Juni 13 709 Insolvenzen und damit 10,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Darin enthalten sind unter anderem auch ehemals selbstständig Tätige.
Autor: jsIn Deutschland haben in der ersten Jahreshälfte so wenige Unternehmen wie zuletzt zur Jahrtausendwende den Gang zum Insolvenzrichter antreten müssen. Die Zahl der Firmenpleiten sank im Jahresvergleich zweistellig. Genau andersherum allerdings sieht es bei den Pleiten deutscher Haushalte aus.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, meldeten deutsche Amtsgerichte für das erste Halbjahr 14.515 Insolvenzen von Unternehmen. Das seien 10,8 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2006. Damit habe sich der seit mehr als zwei Jahren anhaltende Rückgang der Firmeninsolvenzen auch im bisherigen Jahresverlauf fortgesetzt, hieß es.
Weniger Firmenpleiten hatte es zuletzt im Boomjahr 2000 gegeben, als im ersten Halbjahr gut 13 600 Unternehmen bei den Gerichten Zahlungsunfähigkeit anmeldeten. Seit dem Höchststand im Jahr 2003 sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen kontinuierlich.
Gegenüber dem insgesamt guten Insolvenztrend bei den Unternehmen hierzulande steigt allerdings die Zahl der Verbraucherinsolvenzen seit Jahren stetig. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres kletterte sie um 19,8 Prozent auf 52.430. Zusammen mit den Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern und Nachlässen erhöhte sich die Gesamtzahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 82.702 Fälle. Dabei beliefen sich die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger nach Angaben der Gerichte auf 16,1 Milliarden Euro. Obwohl die Firmenpleiten nur ein Fünftel der Insolvenzfälle ausmachten, entfielen auf sie knapp 60 Prozent aller Forderungen.
Grund für die Zunahme der Privatinsolvenzen ist allerdings nicht nur die finanzielle Lage vieler Bundesbürger. Im laufenden Jahr steigen beispielsweise die Löhne und Gehälter hierzulande stärker als die Teuerungsrate, zudem sinkt die Arbeitslosigkeit. Die Zahl steigt auch, weil der Gesetzgeber die Bedingungen dafür erleichtert hat. Die Bundesregierung wollte hoch verschuldeten Bundesbürgern so eine größere Chance zur Entschuldung bieten.
Im Juni wurden den Angaben zufolge 2448 Insolvenzen von Unternehmen (plus 1,2 Prozent) und 8750 Insolvenzen von Verbrauchern (plus 17,8 Prozent) gemeldet. Insgesamt registrierten die Gerichte im Juni 13 709 Insolvenzen und damit 10,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Darin enthalten sind unter anderem auch ehemals selbstständig Tätige.
