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Jugendaustausch im Landratsamt

Donnerstag, 06. September 2007, 13:38 Uhr
Nordhausen (nnz). Seit Anfang der Woche weilt eine Gruppe russischer Jugendlicher in Nordhausen. Heute besuchten die jungen Leute das Landratsamt und stellten eine ganze Menge Fragen. Loni Grünwald stand Rede und Antwort.

russen (Foto: wf) russen (Foto: wf)

Zwölf Jugendliche aus St. Petersburg besuchen derzeit Nordhausen. Eine Woche vorher besuchten elf deutsche Schüler Rußland. Heute konnten sie im Landratsamt der zweiten Beigeordneten Loni Grünwald Fragen zu Jugendpolitik und Ausländern im Landkreis stellen.

Die Jugendlichen interessierten sich vor allem dafür, wie Integration von Rußlanddeutschen hier funktioniert. Kinder hätten keine Schwierigkeiten, meinte Grünwald. Sie berichtete von Beispielen, wie schnell die Jüngsten im Kindergarten Kontakte knüpfen und die deutsche Sprache lernen. Jugendliche, die schon die neunte Klasse abgeschlossen haben, sind in Deutschland nicht mehr schulpflichtig. Für diese jungen Leute wird es viel schwerer in Deutschland anzukommen.

Dann kam die Frage nach einer Einwanderungswelle auf. „Die hatten wir Mitte der 1990er Jahre.“ sagte Loni Grünwald. „Jetzt kommen kaum noch Rußlanddeutsche her. Wir wissen nicht, ob sie nicht wollen oder ob sie nicht können“. Sie können nicht, denn die Einreisebestimmungen sind für die meisten nicht zu erfüllen, weiß eine der Jugendlichen. Von Spätaussiedlern werden Sprachkenntnisse erwartet. Alle Personen über zwölf Jahre müssen deutsch können um als Deutsche anerkannt zu werden.

Der Jugendaustausch ist nicht das einzige Projekt des Jugendsozialwerks in dieser Art. Bereits die 3. Woche in Folge weilen jugendliche Gäste aus Osteuropa in Nordhausen. Internationale Projekte sind seit langem Tradition in der Rolandstadt, so auch in diesem Sommer. Schon im August verbrachten russische Kinder aus St. Petersburg abwechslungsreiche Ferien in der Rothleimmühle. Daran anschließend folgte der Deutsch-polnische Jugendaustausch "Von Generation zu Generation". Auch in dieser Woche weilen Jugendliche des Deutsch .-Russischen-Begegnungszentrum im Jugendgäste- und Bildungshaus. In dieser, vom Traumfänger-Projekt organisierten Begegnung steht die Situation von Menschen mit Migrationshintergrund im Mittelpunkt. Die Jugendlichen lernen unterschiedlichste städtische Einrichtungen und Menschen kennen und können ihre Erfahrungen, die sie vor einer Woche in St. Petersburg machen konnten, nun vertiefen.

In den Oktoberferien beginnt ist ein Multilaterales Projekt zum Thema "Meine Zukunft". Hier zu können sich interessierte Jugendliche in der Rothleimmühle anmelden (Tel: 902391).
"Internationale Gäste sind für uns eine besondere Herausforderung" , so Carmen Witzel, Leiterin der Rothleimmühle. Unser multifunktionales Team engagiert sich gern und stellt sich neuen Herausforderungen. Die Angebote der Jugendbildung (Gesundheitsprävention, Interkulturelle Kommunikation, Erlebnispädagogik sowie Umweltbildung) werden von den unterschiedlichsten Zielgruppen angenommen und spielen auch bei internationalen Projekten eine wichtige Rolle.
Autor: nnz

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