In Berlin: Kandidat traf Kandidat
Montag, 25. Februar 2002, 15:34 Uhr
Nordhausen (nnz). CDU-Bundestagsabgeordneter Manfred Grund traf am Vormittag mit dem Kanzlerkandidaten der Union, Edmund Stoiber, zusammen. nnz erkundigte sich bei Grund über den Inhalt der Unterredung.
Mehr als drei Stunden hatten ostdeutsche Unionspolitiker Zeit, um ihre Meinungen, Vorstellungen und Probleme der jungen Bundesländer anzusprechen. Manfred Grund ging dabei vor allem auf die Arbeitsmarktpolitik Ost ein. Stoiber habe dabei sehr konzentriert gewirkt, vor allem aber habe er zugehört. Der bayrische Ministerpräsident machte denn auch gegenüber dem Nordthüringer deutlich, dass er sein Engagement hinsichtlich des Ostens in den kommenden Monaten, vor allem aber auch nach einer Wahl zum Bundeskanzler, deutlich verstärken wolle. Das ist meiner Meinung nach keine Wahlkampftaktik, sondern schlichtweg dem Umstand geschuldet, dass Deutschland innerhalb der EU nicht aufholen kann, wenn der Osten nicht aufholt, so Manfred Grund gegenüber der nnz.
Stoiber soll angekündigt haben, dass es unter einer künftigen Unionsgeführten Regierung ein Infrastruktur-Sofortprogramm geben werden. Die Finanzierung sollte aus Privatisierungserlösen des Bundes kommen. Hier denke Stoiber vor allem an den Verkauf von Aktien der Telekom und der Post, die sich jetzt noch in Bundeseigentum befinden. Die Gelder für diese Maßnahmen sollten nicht mit der Gießkanne ausgeschüttet, sondern gezielt für zwei bis drei Projekte verwendet werden. Grund favorisiert dabei den Ausbau der ICE-Trasse durch Thüringen und den schnellen Weiterbau der A 38. So könnten neben einer Verbesserung der Infrastruktur schnell auch neue Arbeitsplätze in der Baubranche entstehen. Nur über eine bessere Infrastruktur könne schließlich die Produktivitätslücke zwischen Ost und West geschlossen werden, meinte Grund.
Der Nordthüringer Bundestagsabgeordnete kündigte gegenüber nnz auch an, dass Stoiber im Falle seiner Wahl Unternehmen aus Bayern oder Baden-Württemberg nach Thüringen führen wolle. Die Unternehmen müssten dazu gebracht werden, in den neuen Bundesländern zu investieren, statt auf Arbeitskräfte aus dem Osten zu setzen. Weiterhin habe sich Stoiber für eine neue Gründeroffensive ausgesprochen.
Autor: nnzMehr als drei Stunden hatten ostdeutsche Unionspolitiker Zeit, um ihre Meinungen, Vorstellungen und Probleme der jungen Bundesländer anzusprechen. Manfred Grund ging dabei vor allem auf die Arbeitsmarktpolitik Ost ein. Stoiber habe dabei sehr konzentriert gewirkt, vor allem aber habe er zugehört. Der bayrische Ministerpräsident machte denn auch gegenüber dem Nordthüringer deutlich, dass er sein Engagement hinsichtlich des Ostens in den kommenden Monaten, vor allem aber auch nach einer Wahl zum Bundeskanzler, deutlich verstärken wolle. Das ist meiner Meinung nach keine Wahlkampftaktik, sondern schlichtweg dem Umstand geschuldet, dass Deutschland innerhalb der EU nicht aufholen kann, wenn der Osten nicht aufholt, so Manfred Grund gegenüber der nnz.
Stoiber soll angekündigt haben, dass es unter einer künftigen Unionsgeführten Regierung ein Infrastruktur-Sofortprogramm geben werden. Die Finanzierung sollte aus Privatisierungserlösen des Bundes kommen. Hier denke Stoiber vor allem an den Verkauf von Aktien der Telekom und der Post, die sich jetzt noch in Bundeseigentum befinden. Die Gelder für diese Maßnahmen sollten nicht mit der Gießkanne ausgeschüttet, sondern gezielt für zwei bis drei Projekte verwendet werden. Grund favorisiert dabei den Ausbau der ICE-Trasse durch Thüringen und den schnellen Weiterbau der A 38. So könnten neben einer Verbesserung der Infrastruktur schnell auch neue Arbeitsplätze in der Baubranche entstehen. Nur über eine bessere Infrastruktur könne schließlich die Produktivitätslücke zwischen Ost und West geschlossen werden, meinte Grund.
Der Nordthüringer Bundestagsabgeordnete kündigte gegenüber nnz auch an, dass Stoiber im Falle seiner Wahl Unternehmen aus Bayern oder Baden-Württemberg nach Thüringen führen wolle. Die Unternehmen müssten dazu gebracht werden, in den neuen Bundesländern zu investieren, statt auf Arbeitskräfte aus dem Osten zu setzen. Weiterhin habe sich Stoiber für eine neue Gründeroffensive ausgesprochen.
