Wahlkampf: Von Realität bis Illusion
Montag, 25. Februar 2002, 10:02 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Kandidaten stehen fest. Im Bundestagswahlkreis kann er also nun beginnen - der Wahlkampf. Die Kandidaten kommen aus dem Eichsfeld und dem Unstrut-Hainich-Kreis...
Natürlich soll es ein fairer Wahlkampf werden, betonten mittlerweile Manfred Grund (CDU), Eckhard Ohl (SPD) und Gerhard Jüttemann (PDS). Alle Kreisverbände werden sich hinter die jeweiligen Kandidaten stellen. Aus Nordhäuser Sicht ist die personelle Struktur der Wahlkämpfer doch eher unbefriedigend.
In den Reihen der CDU des Landkreises Nordhausen hat man sich mit einem Kandidaten aus dem Eichsfeld seit der Wende abgefunden. Allein die Zahl der Parteimitglieder im Landkreis Eichsfeld lässt (vorerst) keine Alternativen zu. Und unter dem Strich - Manfred Grund hat seinen Job bislang auch ordentlich absolviert. Aus der Kreisgeschäftsstelle der CDU flattern der nnz-Redaktion denn auch regelmäßig die Ankündigungen zur Bürgersprechstunden zu. Der Eichsfelder CDU-Mann kümmert sich um seine Wähler im Landkreis Nordhausen.
Bei Gerhard Jüttemann ist das ein wenig anders. Er sei zu wenig bei seinem Wahlvolk in Nordhausen und Umgebung. Deutlich wurde diese verhaltene Kritik denn auch am Samstag im Ratskeller (nnz-berichtete). Ob Jüttemann denn nun unbedingt ein Wahlkreisbüro in Nordhausen einrichten muß, das ist nicht die Frage. Sprechstunden könne es auch in der Kreisgeschäftsstelle geben. Bislang habe der Bischofferöder kein außerordentliches Interesse an Sprechstunden in der Nordhäuser Region ausgemacht. Vielleicht regt ihn die Aufstellung von Matthias Mitteldorf denn auch zum Nachdenken in dieser Richtung an. Probleme könnte es für den Eichsfelder, der kaum Chancen auf den Gewinn des Direktmandates hat, mit der Aufstellung der Landesliste geben. Da gibt es im Freistaat zu viele Unsicherheiten. Und ein Ergebnis mit knapp über 80 Prozent ist eben nicht gerade eine Empfehlung für einen Platz unter den ersten drei auf der Landesliste. Da ist Spannung und Kampf angesagt.
Interessant ist natürlich auch die Konstellation in der SPD. Da wurde Eckhard Ohl zwar mit einem DDR-verdächtigen Ergebnis von 100 Prozent zum Kandidaten gekürt. Doch ob Ohl, der Import aus dem Unstrut-Hainich-Kreis, auch wirklich zieht, kann jetzt noch nicht beantwortet werden. Ohl bemüht sich zwar seit seiner Ankündigung in der Region 190 anzutreten um permanente Präsenz, doch er ist einer aus einem anderen Land- und jetzt auch noch Wahlkreis. Seine Motive, hier anzutreten, werden selbst innerhalb der SPD immer noch unterschiedlich bewertet. Und er hat seine Wurzeln, politisch und kommunalpolitisch eben immer noch in und um Schlotheim. Das wird bei diversen Pressemitteilungen denn auch manchmal verschwiegen. So wurde jüngst zu einem Frühstückchen nach Berlin eingeladen. Ohl berichtete, dass er sich dort mit hochrangigen Vertretern des Auslands traf. Was er aber verschwieg, das war die Tatsache, dass sein heimatlicher Landrat Harald Zanker mit an Tisch sitzen sollte.
Auch eine Reise nach Malta ist für Zanker schon fest gebucht worden, just in dieses Land, dessen Vertreter beim Frühstück in Berlin mit am Tisch sitzen sollte. Ist dem Eckhard Ohl die Heimat vielleicht doch ein wenig mehr ans Herz gewachsen, als es sein neuer Wahlkreis ist? Dazu besteht Erklärungsbedarf. Auch dazu, dass der französische Handelattaché am Freitag wegen schlechter Straßenzustände nicht nach Nordhausen kommen konnte, er zusammen mit Eckhard Ohl aber dann doch noch in Schlotheim war. Bislang hat Eckhard Ohl diesen Spagat ausgehalten, auch die SPD im Landkreis Nordhausen. Ob das aber für eine ausreichende Stimmenzahl im September reichen wird, das ist mehr als ungewiß. Und schließlich wird sich Ohl wohl oder übel über die Landesliste in den Bundestag zurückkämpfen müssen. Eine direkte Kandidatur wie in seinem angestammten Revier, die wird im echten Thüringer Norden kaum möglich sein. Und auf der kürzlich veröffentlichten internen Landesliste war der Name Ohl unter den ersten fünf Plätzen schon mal gar nicht in Erscheinung getreten. Platz fünf würde im optimalen Fall für Ohl reichen, darunter ist alles illusorisch.
Autor: nnzNatürlich soll es ein fairer Wahlkampf werden, betonten mittlerweile Manfred Grund (CDU), Eckhard Ohl (SPD) und Gerhard Jüttemann (PDS). Alle Kreisverbände werden sich hinter die jeweiligen Kandidaten stellen. Aus Nordhäuser Sicht ist die personelle Struktur der Wahlkämpfer doch eher unbefriedigend.
In den Reihen der CDU des Landkreises Nordhausen hat man sich mit einem Kandidaten aus dem Eichsfeld seit der Wende abgefunden. Allein die Zahl der Parteimitglieder im Landkreis Eichsfeld lässt (vorerst) keine Alternativen zu. Und unter dem Strich - Manfred Grund hat seinen Job bislang auch ordentlich absolviert. Aus der Kreisgeschäftsstelle der CDU flattern der nnz-Redaktion denn auch regelmäßig die Ankündigungen zur Bürgersprechstunden zu. Der Eichsfelder CDU-Mann kümmert sich um seine Wähler im Landkreis Nordhausen.
Bei Gerhard Jüttemann ist das ein wenig anders. Er sei zu wenig bei seinem Wahlvolk in Nordhausen und Umgebung. Deutlich wurde diese verhaltene Kritik denn auch am Samstag im Ratskeller (nnz-berichtete). Ob Jüttemann denn nun unbedingt ein Wahlkreisbüro in Nordhausen einrichten muß, das ist nicht die Frage. Sprechstunden könne es auch in der Kreisgeschäftsstelle geben. Bislang habe der Bischofferöder kein außerordentliches Interesse an Sprechstunden in der Nordhäuser Region ausgemacht. Vielleicht regt ihn die Aufstellung von Matthias Mitteldorf denn auch zum Nachdenken in dieser Richtung an. Probleme könnte es für den Eichsfelder, der kaum Chancen auf den Gewinn des Direktmandates hat, mit der Aufstellung der Landesliste geben. Da gibt es im Freistaat zu viele Unsicherheiten. Und ein Ergebnis mit knapp über 80 Prozent ist eben nicht gerade eine Empfehlung für einen Platz unter den ersten drei auf der Landesliste. Da ist Spannung und Kampf angesagt.
Interessant ist natürlich auch die Konstellation in der SPD. Da wurde Eckhard Ohl zwar mit einem DDR-verdächtigen Ergebnis von 100 Prozent zum Kandidaten gekürt. Doch ob Ohl, der Import aus dem Unstrut-Hainich-Kreis, auch wirklich zieht, kann jetzt noch nicht beantwortet werden. Ohl bemüht sich zwar seit seiner Ankündigung in der Region 190 anzutreten um permanente Präsenz, doch er ist einer aus einem anderen Land- und jetzt auch noch Wahlkreis. Seine Motive, hier anzutreten, werden selbst innerhalb der SPD immer noch unterschiedlich bewertet. Und er hat seine Wurzeln, politisch und kommunalpolitisch eben immer noch in und um Schlotheim. Das wird bei diversen Pressemitteilungen denn auch manchmal verschwiegen. So wurde jüngst zu einem Frühstückchen nach Berlin eingeladen. Ohl berichtete, dass er sich dort mit hochrangigen Vertretern des Auslands traf. Was er aber verschwieg, das war die Tatsache, dass sein heimatlicher Landrat Harald Zanker mit an Tisch sitzen sollte.
Auch eine Reise nach Malta ist für Zanker schon fest gebucht worden, just in dieses Land, dessen Vertreter beim Frühstück in Berlin mit am Tisch sitzen sollte. Ist dem Eckhard Ohl die Heimat vielleicht doch ein wenig mehr ans Herz gewachsen, als es sein neuer Wahlkreis ist? Dazu besteht Erklärungsbedarf. Auch dazu, dass der französische Handelattaché am Freitag wegen schlechter Straßenzustände nicht nach Nordhausen kommen konnte, er zusammen mit Eckhard Ohl aber dann doch noch in Schlotheim war. Bislang hat Eckhard Ohl diesen Spagat ausgehalten, auch die SPD im Landkreis Nordhausen. Ob das aber für eine ausreichende Stimmenzahl im September reichen wird, das ist mehr als ungewiß. Und schließlich wird sich Ohl wohl oder übel über die Landesliste in den Bundestag zurückkämpfen müssen. Eine direkte Kandidatur wie in seinem angestammten Revier, die wird im echten Thüringer Norden kaum möglich sein. Und auf der kürzlich veröffentlichten internen Landesliste war der Name Ohl unter den ersten fünf Plätzen schon mal gar nicht in Erscheinung getreten. Platz fünf würde im optimalen Fall für Ohl reichen, darunter ist alles illusorisch.
