Ertüchtigung einer Strecke
Montag, 20. August 2007, 07:08 Uhr
Nordhausen (nnz). Im September und Oktober wird die Südharzstrecke in zwei Etappen mit insgesamt 30 Tagen Dauer weiter ertüchtigt. Was die Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz dazu sagt, das hat die nnz erfahren.
Die Deutsche Bahn erneuert das Gleis zwischen Walkenried und Scharzfeld, nachdem das Gegengleis bereits vor zwei Jahren ausgewechselt worden ist. Damit ist die gesamte Strecke zwischen Nordhausen und Scharzfeld, auf einigen Kilometern Länge auch darüber hinaus in Richtung Herzberg, seit der Wende komplett erneuert worden.
Wir freuen uns über die erneuten Arbeiten, wenngleich sie für die Kunden der Bahn mit einigen Nachteilen verbunden sind – ist doch damit die Südharzstrecke vor der Gefahr einer technischen Stilllegung gesichert und darüber hinaus mit Ausnahme des Sachsensteins wieder durchgehend für Geschwindigkeiten bis 100 km/h gerüstet meint Michael Reinboth von der Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz. Die Initiative hat sich seit der Wende zusammen mit anderen vehement für Sanierungsarbeiten eingesetzt. Nachdem in den ersten Jahren nichts geschah, wurde zunächst zwischen Nordhausen und Ellrich und seit 2004 auch im westlichen Abschnitt endlich gebaut. Der Erfolg: Die stündlich verkehrenden Regionalbahnen sind zwischen Nordhausen und Göttingen nur noch 90 Minuten unterwegs, verkehren sehr pünktlich und stellen viele neue Anschlüsse her. Auch Güterzüge können wieder ungehindert rollen.
Doch nicht nur die Südharzstrecke, sondern auch die Westharzstrecke zwischen Seesen und Herzberg wurde in den letzten Jahren runderneuert und lässt wieder höhere Geschwindigkeiten zu. Damit sei, so Reinboth, die Erreichbarkeit des Südharzes per Schiene auf viele Jahre hinaus sichergestellt.
Baufahrplan weist Mängel auf
Der für die Zeit der Bauarbeiten geltende Baufahrplan weist allerdings Mängel auf, über deren Behebung die Initiative bereits mit der DB in Kontakt steht. Zwischen Herzberg und Walkenried wird jeder zweite Zug durch einen Bus ersetzt. Damit bleibt das stündliche Angebot auf der gesamten Strecke zwar erhalten, aber die Sache hat einen gewaltigen Haken: Die Busse von und nach Walkenried und die Züge zwischen Walkenried und Nordhausen sind nicht aufeinander abgestimmt, so dass eine wirklich durchgehende Verbindung zwischen Nordhausen und Göttingen nur alle zwei Stunden besteht. In den übrigen Stunden gibt es ein Angebot Walkenried – Nordhausen und eines Walkenried (Bus) – Herzberg (umsteigen auf Zug) – Göttingen. Lediglich morgens fahren die ersten 3 Zugpaare durch, ab 8 Uhr setzt dann der Hinketakt ein.
Besonders ärgerlich ist dies an Samstagen, wenn der letzte durchgehende Zug von Nordhausen nach Göttingen planmäßig nicht fährt und der Zug davor anschlußlos in Walkenried endet. Sehr nachteilig ist auch, dass die verbleibenden durchgehenden Züge an den Wochenenden genau die sind, welche in Herzberg keine Anschlüsse nach und von Braunschweig haben – damit ist hier, wenn man über Walkenried hinaus reisen will, eine Wartezeit von einer Stunde vorprogrammiert.
Wir hoffen hier, dass sich die Bahn nochmals besinnt und mehr Züge durchlaufen lässt, darunter besonders Züge in den Abendstunden, damit kein Kunde im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleibt meint Sprecher Reinboth hierzu. Im Frühjahr habe darüber hinaus die Information der Reisenden im östlichen Streckenabschnitt überhaupt nicht funktioniert, und die Initiative hofft auch hier auf deutliche Verbesserungen.
Neu in den Jahresfahrplan 2008
Nach Abschluss der Bauarbeiten sind es dann noch 7 Wochen bis zum Inkrafttreten des Jahresfahrplans 2008 am 9.12.2007. Er bringt den Südharzern einiges von dem zurück, was sie im Vorjahr infolge der Mittelkürzungen durch die Bundesregierung eingebüsst haben. Der Stundentakt zwischen Herzberg und Braunschweig wird an Samstagen bis 14 Uhr wieder hergestellt.
Auf der Südharzstrecke bleibt nun noch die Senkstelle am Sachsenstein als Dauerproblem. Hier sind auf etwa 100 Meter Länge nur 30 km/h erlaubt. Der vor einigen Jahren noch angepeilte Brückenbau wurde aufgegeben. Dennoch, so meint man bei Höchste Eisenbahn, sollte man sich mit dem Zustand nicht auf Dauer abfinden, sondern eine Sanierung und die Anhebung der Geschwindigkeit auf mindestens 50 km/h auch an diesem neuralgischen Punkt anstreben.
Autor: nnzDie Deutsche Bahn erneuert das Gleis zwischen Walkenried und Scharzfeld, nachdem das Gegengleis bereits vor zwei Jahren ausgewechselt worden ist. Damit ist die gesamte Strecke zwischen Nordhausen und Scharzfeld, auf einigen Kilometern Länge auch darüber hinaus in Richtung Herzberg, seit der Wende komplett erneuert worden.
Wir freuen uns über die erneuten Arbeiten, wenngleich sie für die Kunden der Bahn mit einigen Nachteilen verbunden sind – ist doch damit die Südharzstrecke vor der Gefahr einer technischen Stilllegung gesichert und darüber hinaus mit Ausnahme des Sachsensteins wieder durchgehend für Geschwindigkeiten bis 100 km/h gerüstet meint Michael Reinboth von der Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz. Die Initiative hat sich seit der Wende zusammen mit anderen vehement für Sanierungsarbeiten eingesetzt. Nachdem in den ersten Jahren nichts geschah, wurde zunächst zwischen Nordhausen und Ellrich und seit 2004 auch im westlichen Abschnitt endlich gebaut. Der Erfolg: Die stündlich verkehrenden Regionalbahnen sind zwischen Nordhausen und Göttingen nur noch 90 Minuten unterwegs, verkehren sehr pünktlich und stellen viele neue Anschlüsse her. Auch Güterzüge können wieder ungehindert rollen.
Doch nicht nur die Südharzstrecke, sondern auch die Westharzstrecke zwischen Seesen und Herzberg wurde in den letzten Jahren runderneuert und lässt wieder höhere Geschwindigkeiten zu. Damit sei, so Reinboth, die Erreichbarkeit des Südharzes per Schiene auf viele Jahre hinaus sichergestellt.
Baufahrplan weist Mängel auf
Der für die Zeit der Bauarbeiten geltende Baufahrplan weist allerdings Mängel auf, über deren Behebung die Initiative bereits mit der DB in Kontakt steht. Zwischen Herzberg und Walkenried wird jeder zweite Zug durch einen Bus ersetzt. Damit bleibt das stündliche Angebot auf der gesamten Strecke zwar erhalten, aber die Sache hat einen gewaltigen Haken: Die Busse von und nach Walkenried und die Züge zwischen Walkenried und Nordhausen sind nicht aufeinander abgestimmt, so dass eine wirklich durchgehende Verbindung zwischen Nordhausen und Göttingen nur alle zwei Stunden besteht. In den übrigen Stunden gibt es ein Angebot Walkenried – Nordhausen und eines Walkenried (Bus) – Herzberg (umsteigen auf Zug) – Göttingen. Lediglich morgens fahren die ersten 3 Zugpaare durch, ab 8 Uhr setzt dann der Hinketakt ein.
Besonders ärgerlich ist dies an Samstagen, wenn der letzte durchgehende Zug von Nordhausen nach Göttingen planmäßig nicht fährt und der Zug davor anschlußlos in Walkenried endet. Sehr nachteilig ist auch, dass die verbleibenden durchgehenden Züge an den Wochenenden genau die sind, welche in Herzberg keine Anschlüsse nach und von Braunschweig haben – damit ist hier, wenn man über Walkenried hinaus reisen will, eine Wartezeit von einer Stunde vorprogrammiert.
Wir hoffen hier, dass sich die Bahn nochmals besinnt und mehr Züge durchlaufen lässt, darunter besonders Züge in den Abendstunden, damit kein Kunde im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleibt meint Sprecher Reinboth hierzu. Im Frühjahr habe darüber hinaus die Information der Reisenden im östlichen Streckenabschnitt überhaupt nicht funktioniert, und die Initiative hofft auch hier auf deutliche Verbesserungen.
Neu in den Jahresfahrplan 2008
Nach Abschluss der Bauarbeiten sind es dann noch 7 Wochen bis zum Inkrafttreten des Jahresfahrplans 2008 am 9.12.2007. Er bringt den Südharzern einiges von dem zurück, was sie im Vorjahr infolge der Mittelkürzungen durch die Bundesregierung eingebüsst haben. Der Stundentakt zwischen Herzberg und Braunschweig wird an Samstagen bis 14 Uhr wieder hergestellt.
Auf der Südharzstrecke bleibt nun noch die Senkstelle am Sachsenstein als Dauerproblem. Hier sind auf etwa 100 Meter Länge nur 30 km/h erlaubt. Der vor einigen Jahren noch angepeilte Brückenbau wurde aufgegeben. Dennoch, so meint man bei Höchste Eisenbahn, sollte man sich mit dem Zustand nicht auf Dauer abfinden, sondern eine Sanierung und die Anhebung der Geschwindigkeit auf mindestens 50 km/h auch an diesem neuralgischen Punkt anstreben.
