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Ist Uni Hamburg zu voreilig?

Freitag, 17. August 2007, 06:55 Uhr
Nordhausen(nnz). Mehr als 1110 Studenten in Hamburg dürfen sich wahrscheinlich einen neuen Studienplatz suchen. Über den Grund informiert nnz.


Nachdem bereits die Hamburger Hochschule für bildende Künste (HfbK) 265 Studenten ausschloss, wird nun auch die Uni Hamburg mehr als 1110 Studenten wegen der Weigerung, Studiengebühren zu bezahlen, exmatrikulieren. Diese hätten auch die letzte Frist für die Bezahlung der Studiengebühren von 500 Euro verstreichen lassen, erklärte Universitätssprecherin Birgit Kruse am Donnerstag.

Laut Kruse haben die betroffenen Studenten die letzte Frist für die Bezahlung der Studiengebühren von 500 Euro verstreichen lassen. Ende Juli habe die Uni 1940 Exmatrikulationsbescheide an Studenten aller Fachbereiche versandt. 534 hätten innerhalb der Zwei-Wochen-Frist noch gezahlt. Bei 245 Studenten wird ihre Begründung derzeit geprüft. Die Exmatrikulationsbescheide betreffen Kruse zufolge rund fünf Prozent der rund 38000 Studenten. Meist hätten jene nicht bezahlt, die sich im ersten oder zweiten Semester befänden oder aber sehr lange studierten. Der Wert entspreche einer „normalen Abbrecherquote“.

Der Hamburger SPD-Spitzenkandidat für die Bürgerschaftswahl im kommenden Jahr, Michael Naumann, kritisierte, dass „exmatrikuliert wird, obwohl Musterklagen zur Auslegung von Befreiungstatbeständen noch anhängig seien“. „Exmatrikulation ohne klare Rechtsgrundlage darf es nicht geben“, erklärte Naumann.

Einer im Juni veröffentlichten Langzeitstudie der Uni Hohenheim zufolge herrscht in Hamburg im Vergleich zu anderen Bundesländern die größte Unzufriedenheit über die Gebühren. Der AStA-Vorsitzende Torsten Hönisch nannte die Situation „sehr unschön“ und äußerte sich ähnlich wie Naumann. „Wir streiten mit der Uni über das gesamte Verfahren. Wir verstehen nicht, warum jetzt schon exmatrikuliert wird, wo noch nicht alle Widersprüche abgearbeitet worden sind“, sagte Hönisch.
Autor: nnz

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