Falschgeld rettete Leben
Donnerstag, 16. August 2007, 23:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Zum Verbrecher gemacht wurde Adolf Burger, doch seine Kenntnisse als Drucker retteten sein Leben. Er produzierte im KZ Sachsenhausen Falschgeld für den Endsieg. Heute berichtete er über seine Erlebnisse und zeigte echt falsche Banknoten.
Falsche englische Pfund und amerikanische Dollar hatte Adolf Burger im Gepäck, als er in der KZ-Gedenkstätte Dora seine Geschichte erzählte. Die kennen Kinofans vielleicht schon, denn am 15.03. kam der Film Die Fälscher in die Lichtspielhäuser. Er basiert auf dem Erlebnissen des inzwischen 90 jährigen Slowaken. 1997 faßte er diese erstmals in einem Buch zusammen. Des Teufels Werkstatt heißt es und ist in einer erweiterten Fassung jetzt wieder erhältlich.
Eine Lesung im klassischen Sinn bot Adolf Burger nicht. Er erzählte aus seinem Leben und seiner Leidensgeschichte in den Konzentrationslagern. Zahlreiche Zeitdokumente hat er gesammelt und mitgebracht, darunter auch zwei Banknoten, die er selbst herstellen mußte. Eine englische Pfundnote aus der Fälscherwerkstatt in Sachsenhausen zeigte er. Nicht einmal die Engländer selbst konnten nach dem Krieg die Blüten erkennen. Die Deutschen kannten den Zusammenhang aus Seriennummer der Note und der des Papiers. Die Häftlinge wollten sabotieren, markierten die Scheine mit einem Nadelstich im Bildnis der Königin. Das würde kein Engländer tun. Doch es gelang ihnen nie, diese Botschaft aus dem Lager zu bringen. Erst nach dem Krieg konnte Burger damit beweisen, daß es die Fälschungen tatsächlich gab.
137 Häftlinge aus 13 Ländern mußten in der Fälscherwerkstatt in Sachsenhausen Zwangsarbeit leisten. Ihnen ging es wesentlich besser als denen, die in anderen Konzentrationslagern Knochenarbeit verrichten mußten. Auch diese Zeit hat Adolf Burger erlebt. Eindrucksvoll berichtete er von den Strapazen, vom Leben mit nur 300 Gramm Brot täglich. Er war auf 35 kg abgemagert, als er in einer besseren Abteilung eine Arbeit fand und die Koffer der verschleppten Juden sortieren mußte. Zwei Jahre verbrachte er in Auschwitz und Birkenau, bis er am 05. Mai 1944 nach Sachsenhausen gebracht wurde. Sein Beruf als Buchdrucker hat ihn zum Kriminellen gemacht, aber er hat ihm das Leben gerettet. Von allen zwölf befreiten tschechoslowakischen Arbeitern aus der Werkstatt ist er inzwischen der einzige Überlebende. Noch immer reist er umher um seine Geschichte zu erzählen. Wer heute Abend nicht dabei war, kann Adolf Burgers Erlebnisse als Spielfilm sehen oder in seinem Buch Des Teufels Werkstatt nachlesen.
Autor: wfFalsche englische Pfund und amerikanische Dollar hatte Adolf Burger im Gepäck, als er in der KZ-Gedenkstätte Dora seine Geschichte erzählte. Die kennen Kinofans vielleicht schon, denn am 15.03. kam der Film Die Fälscher in die Lichtspielhäuser. Er basiert auf dem Erlebnissen des inzwischen 90 jährigen Slowaken. 1997 faßte er diese erstmals in einem Buch zusammen. Des Teufels Werkstatt heißt es und ist in einer erweiterten Fassung jetzt wieder erhältlich.
Eine Lesung im klassischen Sinn bot Adolf Burger nicht. Er erzählte aus seinem Leben und seiner Leidensgeschichte in den Konzentrationslagern. Zahlreiche Zeitdokumente hat er gesammelt und mitgebracht, darunter auch zwei Banknoten, die er selbst herstellen mußte. Eine englische Pfundnote aus der Fälscherwerkstatt in Sachsenhausen zeigte er. Nicht einmal die Engländer selbst konnten nach dem Krieg die Blüten erkennen. Die Deutschen kannten den Zusammenhang aus Seriennummer der Note und der des Papiers. Die Häftlinge wollten sabotieren, markierten die Scheine mit einem Nadelstich im Bildnis der Königin. Das würde kein Engländer tun. Doch es gelang ihnen nie, diese Botschaft aus dem Lager zu bringen. Erst nach dem Krieg konnte Burger damit beweisen, daß es die Fälschungen tatsächlich gab.
137 Häftlinge aus 13 Ländern mußten in der Fälscherwerkstatt in Sachsenhausen Zwangsarbeit leisten. Ihnen ging es wesentlich besser als denen, die in anderen Konzentrationslagern Knochenarbeit verrichten mußten. Auch diese Zeit hat Adolf Burger erlebt. Eindrucksvoll berichtete er von den Strapazen, vom Leben mit nur 300 Gramm Brot täglich. Er war auf 35 kg abgemagert, als er in einer besseren Abteilung eine Arbeit fand und die Koffer der verschleppten Juden sortieren mußte. Zwei Jahre verbrachte er in Auschwitz und Birkenau, bis er am 05. Mai 1944 nach Sachsenhausen gebracht wurde. Sein Beruf als Buchdrucker hat ihn zum Kriminellen gemacht, aber er hat ihm das Leben gerettet. Von allen zwölf befreiten tschechoslowakischen Arbeitern aus der Werkstatt ist er inzwischen der einzige Überlebende. Noch immer reist er umher um seine Geschichte zu erzählen. Wer heute Abend nicht dabei war, kann Adolf Burgers Erlebnisse als Spielfilm sehen oder in seinem Buch Des Teufels Werkstatt nachlesen.

