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Verhältnismäßig viel

Mittwoch, 15. August 2007, 14:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Ausstellung „Jugendstil- Die geschwungene Ästhetik“ im Kunsthaus Meyenburg zeige, dass diese Kunstrichtung eine große Beachtung in der Bevölkerung finde. Zu dieser Einschätzung kommt die Nordhausen Stadtverwaltung. Aber was ist diese Zahl wert?


„In den ersten zwei Wochen fanden bereits 567 Besucher den Weg in diese einzigartige Ausstellung im Nordhäuser „Kunsthaus Meyenburg“. Die weiteste Anreise nahmen Besucher aus Holland auf sich. Andere kamen aus Leipzig, Halle, Hannover oder Magdeburg“, analysierte Susanne Hinsching vom Kunsthaus. Die Leihgaben der Ausstellung wurden aus zahlreichen Thüringer Museen zusammengestellt, so dass diese Epochenschau auch einen Eindruck von dem Bestand des Jugendstils in Thüringen vermittelt. „Zu dieser Ausstellung stellten große Thüringer Museen - wie das Lindenau-Museum in Altenburg und die Geraer Kunstsammlungen - umfangreiche Leihgaben zur Verfügung. Das Otto-Dix-Haus in Gera trennt sich für die Zeit bis zum 7. Oktober von drei sehr seltenen Frühwerken des bekannten Geraer Künstlers Otto Dix, dessen Beziehung zum Jugendstil – wie die farbige „Ornamentstudie“ oder der „Medaillon-Entwurf“ den meisten Dix-Kennern noch unbekannt sein dürften“, so Frau Hinsching.

Aus dem Lindenau-Museum werden neben zwei vollständigen grafischen Zyklen von Ludwig von Hofmann („Rhythmen“ und „Neue Rhythmen“), beeindruckende Gemälde, z.B. „Eva“ von Ludwig von Habermann oder das „Damenbildnis“ von Fritz Erler gezeigt. „Ergänzt werden diese herausragenden Kunstwerke durch mehrere Bronzeskulpturen, z.B. die „Kleine Stehende“ des französischen Malers und Bildhauers Aristide Maillol, das besonders imposant die weichen geschwungenen Linien des Jugendstils und die Liebe zur Thematik der „Frau in der Kunst“ zum Ausdruck bringt“, so Frau Hinsching weiter.

Interessant für die Besucher sind auch die umfangreichen Leihgaben aus der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha, das neben ungewöhnlichen Neujahrsmedaillen mit Jugendstildekor, phantasievolle und farbenprächtige Gebilde aus Glas und Porzellan zur Verfügung stellte. Ergänzt werden die Fremdleihgaben durch zahlreiche kunsthandwerkliche Objekte aus dem Bestand der Nordhäuser Museen, die größtenteils ebenfalls erstmals im Kunsthaus Meyenburg zu sehen sind.

P.S.: Was aber ist diese Besucherzahl wirklich wert? Dazu ein einfacher Vergleich: In Bad Frankenhausen, einer Stadt mit dem Zehntel der Einwohner von Nordhausen, gibt es ein kleines Regionalmuseum. Dort wird derzeit eine Ausstellung mit Werken des Künstlerehepaares Wetzel gezeigt. Diese Exposition in diesem kleinen Museum in dieser kleinen Kurstadt besuchten bislang etwas mehr als 900 Interessierte.

Nächste Führungen durch die Ausstellung im Nordhäuser Kunsthaus immer mittwochs und sonntags, am 15., 19., 22. und 26. sowie 29. August um 15.00 Uhr.
Autor: nnz

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