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Längere Ferien

Dienstag, 14. August 2007, 10:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) hat sich für eine dauerhafte Ausweitung des Gesamtzeitraums der Sommerferien in Deutschland von 83 auf durchschnittlich 90 Tage ausgesprochen. Warum der Minister diesen Vorschlag macht, das hat die nnz erfahren.


„Eine Entzerrung des Ferienkorridors im Sommer bedeutet höhere Umsätze für die Tourismuswirtschaft, weniger Staus für die Autofahrer und einen entspannteren Urlaub für die Reisenden“, sagte der Minister in seiner Funktion als Vorsitzender der Wirtschaftsministerkonferenz der Länder (WMK).

Mit der Frage der Sommerferienregelung wird sich Ende September eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Wirtschafts- und der Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder beschäftigen. Die Einsetzung einer solchen Arbeitsgruppe hatte die WMK auf ihrer Sitzung am 4./5. Juni in Eisenach vorgeschlagen. Reinholz wies darauf hin, dass die Kultusminister der (alten) Länder im Jahr 1970 einen Gesamtferienzeitraum von 91 bis 97 Tagen vereinbart hätten.

Nach Berechnungen des Deutschen Tourismusverbands (DTV) bedeutet jeder zusätzliche Ferientag in Deutschland ein Plus von mindestens einer Million Übernachtungen. Das entspricht täglichen Mehreinnahmen von 70 Millionen Euro für Hotels, Pensionen und Ferienanlagen. „Das ist auch ein effektiver Beitrag zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in den Tourismusregionen“, so Reinholz. Zugleich könnten Überbuchungen von Flügen und Unterkünften und damit zu hohe Reise- und Übernachtungskosten vermieden werden.

Ein weiterer Vorteil: Die geforderte Verlängerung des Feriengesamtzeitraums verringert die Staugefahr auf den Straßen. Derzeit ist eher noch der gegenteilige Trend zu beobachten: Nach Angaben des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) hat sich auf Deutschlands Autobahnen allein in den letzten zehn Jahren die Zahl der Urlaubsstaus mit mehr als zehn Kilometern Länge verdoppelt. „Das bedeutet nicht nur Stress für die Reisenden, sondern ist zugleich eine Hauptursache für Verkehrsunfälle“, sagte Minister Reinholz.

Mit der Neuregelung der Sommerferien ab 2011 müsse deshalb sichergestellt werden, dass sich die Zahl der Urlauber möglichst gleichmäßig auf den – dann größeren – Gesamtferienzeitraum verteilt und eine Konzentration in den Monaten Juli/August vermieden wird. Die Bundesländer sollten ihren jeweiligen Ferienbeginn, mit Rücksicht auf die Bevölkerungszahlen, aufeinander abstimmen.
Autor: nnz

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