nnz-online

Trainer Burkhardt Venth: "Schneider und Pistorius würden gut zu uns passen!"

Freitag, 10. November 2000, 13:24 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Oberliga-Konkurrent Eintracht Sondershausen steht nicht nur besser in der Tabelle der Oberliga Süd da als Wacker Nordhausen, die Sondershäuser sind auch an Spielern aus dem Wacker-Kader interessiert. nnz-Mitarbeiter Reiner Hellberg hat mit Burkhardt Venth, Trainer bei Eintracht Sondershausen, folgendes Interview geführt:

nnz: Herr Venth, 0:1 in Zwickau ist die knappste Niederlage, die Sondershausen auswärts bisher hinnehmen mußte. Sind Sie mit der Leistung Ihrer Mannschaft zufrieden?

Venth: Mit der Leistung der Mannschaft bin ich insgesamt sehr zufrieden. Wir haben unser bisher bestes Auswärtsspiel bestritten, obwohl mit Baumann, Franz und Kloth drei Stammspieler wegen Gelb-Sperren nicht dabei waren. Es war eine kampfbetonte Partie. Eine Unachtsamkeit brachte zwar Zwickau in der vierten Minute in Führung, aber die Spieler haben auf einem schwer bespielbaren Rasen vorbildlich gekämpft. Leider haben wir unsere zahlreichen Chancen wieder nicht nutzen können. Für uns war es schon deprimierend, daß wir trotz Feldvorteilen und den vielen Möglichkeiten am Ende leer ausgegangen sind.

nnz: Nach dem ersten Drittel des Saison nimmt Eintracht Sondershausen mit zehn Punkten den 16. Tabellenplatz ein. Wie soll die Bilanz zur Halbserie aussehen?

Venth: Wir haben noch drei Heimspiele gegen Zittau, Hoyerswerda sowie den HFC und müssen auswärts noch in Bischofswerda und Chemnitz antreten. Unser Ziel ist es, bis zum Ende der Halbserie 19 Punkte zu erreichen. Das ist durchaus zu schaffen.

nnz: Werden am Ende der Saison etwa 38 bis 40 Punkte ausreichen, um den Klassenerhalt zu sichern?

Venth: Bei realistischer Betrachtungsweise muß ich sagen, daß wir mit 38 bis 40 Punkten unsere Leistungsgrenze erreicht haben. Mehr ist einfach nicht drin. Ich bin überzeugt, daß diese Punktzahl ausreicht, um auch im nächsten Jahr wieder in der Oberliga spielen zu können.

nnz: Ihre Mannschaft hat bisher auswärts weder einen Punkt noch ein Tor erzielt. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Venth: Es ist schon ein Phänomen, wenn man auswärts 26 Treffer hinnehmen muß und in den Heimspielen nur fünf. Zuhause werden wir von den Zuschauern nach vorn getrieben und gehen hochkonzentriert und mit festem Siegeswillen in die Partie. Auswärts haben wir es bisher noch nicht geschafft, die psychische Barriere zu überwinden. Wir haben einfach noch zuviel Respekt vor dem Gegner, nutzen unsere Möglichkeiten nicht, brechen nach einem Rückstand regelrecht ein und sind nicht in der Lage, die Partie noch zu kippen. Uns fehlen eben einige erfahrene Leute, die wir in einer solchen Situation noch bringen könnten, die dem Spiel neue Impulse geben.

nnz: Wacker 90 Nordhausen hat einige Stammspieler verloren. In Sondershausen waren auch einige Leistungsträger vom Kreisnachbarn im Gespräch, oder?

Venth: Es ist legitim und normal, wenn einige Spieler von Wacker, die glauben, daß es in ihrem alten Verein nicht mehr weitergeht, sich orientieren. Schließlich wird in der Oberliga auch Geld verdient und deshalb man kann ihnen nicht verdenken, daß sie sich nach einem neuen Verein umsehen. So gab es natürlich auch Gespräche hier in Sondershausen.

nnz: Und ist die Eintracht an Spielern interessiert?

Venth: Im Prinzip ja. Das möchte ich auch nicht verhehlen. Sven Pistorius und Frank Schneider würden gut in die Mannschaft passen. Aber das müssen die Spieler letztlich selbst entscheiden. Henryk Lihsa hat sich für uns entschieden, da er keine Perspektive mehr bei Wacker sah. Mir steht es nicht zu, darüber zu urteilen was in Nordhausen war. Fakt ist, daß er zum Kader der 1. Mannschaft gehört. Aber auch bei ihm wird, wie bei allen, das Leistungsprinzip über den Einsatz entscheiden.

nnz: Einige Nordhäuser werfen den Sondershäusern vor, sie würden die schlimme Lage bei Wacker ausnutzen und Spieler abwerben. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Venth: Anfang der Saison gab es seitens der Nordhäuser Anfragen und Gespräche mit Sondershäuser Spielern. Die Verantwortlichen, die diesbezüglich jetzt versuchen, mit Dreck zu werfen, sollten sich mal an diese Zeit erinnern. Ich denke, deutlicher brauche ich nicht zu werden.

nnz: Herzlichen Dank für das Gespräch.
Autor: rh

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de