nnz-online

SPD: In den Rücken gefallen

Mittwoch, 08. August 2007, 10:27 Uhr
Nordhausen (nnz). Das Thema Kreisgebietsreform dient derzeit so richtig als Füller für das klassische Sommerloch. Jetzt haben die Nordhäuser Sozialdemokraten einen Artikel in einer lokalen Zeitung im Eichsfeld entdeckt. Was sie dazu sagen, das hat die nnz erfahren.


Das Thema Kreisgebietsreform lässt Nordthüringen nicht los. Erst hatte der Oberbürgermeister von Mühlhausen einen Anschluss seiner Region ans Eichsfeld gefordert, worauf Matthias Jendricke (SPD) als Bürgermeister von Nordhausen einen künftigen Großkreis Nordthüringen forderte, natürlich mit der Kreisstadt Nordhausen an der Spitze.

Jetzt ist ausgerechnet die Nordhäuser Kreisverwaltung der eigenen Kreisstadt in den Rücken gefallen und spricht sich in der Eichsfelder Tagespresse (TLZ vom 1. August) gegen die Oberzentrumsstrategie von Nordhausen aus. „Eigentlich ist Manfred Thiel nur Büroleiter von Landrat Joachim Claus (CDU) und somit normaler Beamter des Landkreises Nordhausen, aber in der letzten Woche genoss er im Eichsfelder Tageblatt seinen großen Auftritt. Die Zeitung des Nachbarkreises zitiert ausgiebig den angeblichen stellvertretenden Nordhäuser Landrat Manfred Thiel, welcher seine Ablehnung der Avancen des Nordhäuser Bürgermeisters kundtut“, konstatiert SPD-Kreisvorsitzende Dagmar Becker gegenüber der nnz.

Unter der Überschrift "Landräte rügen Stadtoberhäupter" positioniere sich Thiel nicht nur gegen einen Großkreis Nordthüringen, sondern bezeichnet die Vorschläge von Nordhausen sogar als kontraproduktiv. Thiel schließe laut der Zeitung eine Fusion mit dem Eichsfeldkreis und dem Unstrut-Hainich-Kreis aus und bezeichne abschließend sogar Landkreise mit nur 50.000 Einwohnern als machbare Größenstruktur.

Dagmar Becker bezeichnet nun das Vorgehen vom Büroleiter des Landrates als Skandal. "Es ist unglaublich, dass ein normaler Beamter der Kreisverwaltung, welcher laut Gesetz zur absoluten Neutralität verpflichtet ist, sich derart in der Presse gegen die eigene Kreisstadt äußert", erklärte Dagmar Becker. Die Sozialdemokratin machte deutlich, dass politische Aussagen oder auch öffentliche Rügen gegen Bürgermeister nicht von irgendeinem Kreismitarbeiter getroffen werden können.

"Unabhängig von der persönlichen Einstellung zu einer kommenden Gebietsreform muss unser gemeinsames Ziel sein, dass Nordhausen Kreisstadt bleibt, wer an diesem Ziel in der Kreisverwaltung nicht mitarbeiten will, sollte lieber gehen", erklärte Becker und forderte abschließend noch eine deutliche Reaktion vom Landrat zu diesem Thema.
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de