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Trotz allem ist Hilfe weiter nötig

Dienstag, 31. Juli 2007, 13:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist in Thüringen weiter deutlich gestiegen. Das belegen die heute veröffentlichten Zahlen der Bundesarbeitsagentur und das freut natürlich auch das Thüringer Wirtschaftsministerium...


Nach neuesten verfügbaren Daten aus der monatlichen Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze im Mai bei rund 726.000 Personen. Das entspricht einem Zuwachs von 0,7% bzw. 5.300 Personen gegenüber April 2007 – und von 2,4% bzw. 16.800 Personen gegenüber dem Vorjahr. „Damit setzt sich der erfreuliche Beschäftigungsaufbau der vergangenen Monate fort“, so Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Prof. Dr. Christian Juckenack heute in Erfurt.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Jahresdurchschnitt 2007 gegenüber 2006 um insgesamt etwa 2,5 bis 3 % ansteigen wird. Das würde einem Wert von 735.000 entsprechen (Vorjahr 713.300). Gleichzeitig sei im Jahr 2007 mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 23.000 Personen auf etwa 165.000 Arbeitslose im Jahresdurchschnitt zu rechnen, sagte Juckenack weiter. Diese Prognose wird durch den derzeitigen Stand von rund 151.000 Arbeitslosen und die aktuelle Arbeitslosenquote von 12,6 % unterstützt.

„Ein weiteres Absinken der Arbeitslosenquote auf knapp unter 12% bis zum September ist möglich“, so der Wirtschaftsstaatssekretär weiter. Im Jahresdurchschnitt werde die Arbeitslosenquote bei etwa 13,7% liegen – und damit rund anderthalb Prozentpunkte unter der Durchschnittsquote des vergangenen Jahres (15,1%) und fast 3,5 Prozentpunkte unter der 2005er Quote (17,1%).

Trotz dieser positiven Gesamtentwicklung auf dem Arbeitsmarkt dürften die Probleme der strukturellen Langzeitarbeitslosigkeit nicht ignoriert werden, sagte Juckenack weiter. Der Staatssekretär wies darauf hin, dass die Zahl der Arbeitslosen nach dem SGB III gegenüber dem Vorjahr um rund 23% zurückgegangen sei, während der Rückgang bei den überwiegend Langzeitarbeitslosen im SGB II nur bei knapp 10% gelegen habe. Die positive Konjunkturentwicklung sei also auch in diesem Bereich spürbar – dennnoch seien derzeit noch 40% aller Arbeitslosen langzeitarbeitslos, mehr als die Hälfte davon länger als zwei Jahre.

Deshalb sei auch weiterhin eine aktive Arbeitsmarktförderung speziell für diese Zielgruppe notwendig. Der Staatssekretär forderte den Bund auf, die Sperrung von rund 15% der Mittel des sog. „Eingliederungstitels“ nach dem SGB II aufzuheben. Dies entspräche rund einer Milliarde Euro der im Jahr 2007 insgesamt zur Verfügung stehenden rund 6,5 Milliarden Euro. Er verwies darauf, dass allein die Thüringer ARGEn und Optionskommunen die verfügbaren Mittel aus diesem Titel fast vollständig gebunden hätten. „Mit dem gesperrten Geld – auf Thüringen würden etwa 40 Mio. € entfallen – könnten hier noch viele Qualifizierungs- und Förderprojekte für Langzeitarbeitslose angeschoben werden“, so Juckenack.
Autor: nnz

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