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Ein Viertel ist möglich

Donnerstag, 26. Juli 2007, 10:21 Uhr
Nordhausen/Erfurt (nnz). Der Freistaat hält die Spitzenstellung bei Energie aus Biomasse, Sonne & Co. Welche Zukunftsperspektiven sich daraus ableiten lassen, das vermeldet das Thüringer Wirtschaftsministerium.


Nach Einschätzung von Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz kann Thüringen seinen Energiebedarf ab dem Jahr 2020 zu einem Viertel aus erneuerbaren Ressourcen decken. „Wenn sich die bisherige Entwicklung fortsetzt, halte ich das für möglich“, sagte der Minister. Schon heute nimmt der Freistaat die Spitzenstellung bei den erneuerbaren Energien ein: 11,8% beträgt der Anteil von regenerativen Energieträgern wie Biomasse, Wind, Wasser und Sonne am gesamten Energieverbrauch im Freistaat nach den neuesten verfügbaren Berechnungen für das Jahr 2005.

Der aktuelle Wert liegt fast dreimal so hoch wie der bundesdeutsche Anteil von rund 4,7%. Zudem weist kein anderes Bundesland eine höhere Quote auf. „Thüringen setzt auf einen ausgewogenen Energieträgermix, in dem auch den regenerativen Energien eine wachsende Bedeutung zukommt“, sagte Reinholz. Bereits im Jahr 2010 wird der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch Thüringens (Strom und Wärme) bei gut 15%, 2020 bei etwa 25% liegen – und damit über der von der EU anvisierten 20-Prozent-Marke.

Den größten Beitrag zu dieser Entwicklung wird nach Prognose des Wirtschaftsministeriums auch künftig die Biomasse leisten – sie liefert im Jahr 2020 allein gut ein Fünftel des gesamten Energiebedarfs. Die Windkraft trägt dann mit 2,2% zur Energiegewinnung in Thüringen bei. Der Beitrag der Solarenergie liegt zu diesem Zeitpunkt bei 1,8%. Weitere 0,4% stammen aus der Wasserkraft. Energieeinsparung durch moderne Technologien und eine schonende Ressourcennutzung tun ein Übriges, um insgesamt die 25-Prozent-Marke bei den erneuerbaren Energien zu erreichen.

Eine große Dynamik weist insbesondere die Entwicklung der solaren Energiegewinnung auf. Bis zum Jahr 2010 wird sich der Beitrag der Sonnenenergie gegenüber 1998 verzehnfachen. Auch zwischen 2010 und 2020 ist eine Verzehnfachung der gewonnenen Energiemenge realistisch. Diese Entwicklung hänge jedoch nicht zuletzt von den Fortschritten in der Solartechnologie und der Ausweitung und Akzeptanz der solaren Energiegewinnung ab, so Reinholz.

Thüringen setzt deshalb schon heute sehr stark auf die Förderung der Solarforschung. So hat der Freistaat die Einrichtung eines Solarzentrums in Erfurt mit 2,2 Millionen Euro unterstützt. Daneben fördert das Land gezielt die Ansiedlung und Erweiterung von Solarunternehmen – allein im Jahr 2006 wurden für insgesamt acht Investitionsprojekte mit einem Investitionsvolumen von 265 Millionen Euro rund 35 Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt.

Darüber hinaus hat der Freistaat bis zum Jahr 2005 auch die Errichtung von Anlagen zur Nutzung der Sonnenenergie mit mehr als 26 Millionen Euro unterstützt. Inzwischen wird die Photovoltaik – ebenso wie die Stromerzeugung aus Wind, Wasser und Biomasse – über die Einspeisevergütung gefördert. Für die Förderung der Wärmegewinnung aus Solarthermie und der Biomasse stehen zusätzlich Anreizprogramme des Bundes zur Verfügung.
Autor: nnz

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