Ministerium widerspricht Verbänden
Montag, 23. Juli 2007, 07:36 Uhr
Nordhausen (nnz). In die Diskussion zu dem geplanten Abbauvorhaben im Gebiet des Rüsselsees bei Niedersachswerfen reagiert das Thüringer Umweltministerium jetzt auf Darstellungen des BUND.
Im Tagebau Rüsselsee gewinnen die Südharzer Gipswerke den Rohstoff Gips auf einer Fläche von ca. 10 Hektar. Dieser Abbau ist dank des Gewinnungskonzeptes Pilotprojekte Rüsselsee umweltverträglich und wird allgemein anerkannt. Das Unternehmen will nun prüfen, inwieweit eine Erweiterung der Abbaufläche zur Sicherung einer langfristigen Versorgung des Werkes in Ellrich und der dortigen Arbeitsplätze beitragen kann. Diese vom Unternehmen angedachte Tagebauerweiterung nach Osten mit dem Arbeitsnamen Rüsselsee Ost würde allerdings auch naturschutzfachlich wertvolle Flächen umfassen, wenn man die jetzt in Rede stehenden maximal zwei Hektar überschreitet.
Das Unternehmen habe laut Ministerium zum Ausdruck gebracht, dass man auch in Kenntnis der Hürden, die inhaltlich und genehmigungsseitig dort zu erwarten sind, eine aktuelle Feinuntersuchung der naturräumlichen Ausstattung der entsprechenden Flächen anstrebe.
Ausgehend von aktuellen Meldungen, die zu Missverständnissen führen können, ist auf folgende Situation im Raum Rüsselsee hin zuweisen. Das von den Südharzer Gipswerken angedachte Gipsabbau-Erweiterungsfeld Rüsselsee-Ost erstreckt sich in das FFH-Gebiet Nr. 4 Kammerforst - Himmelsberg - Mühlberg, welches den prioritären Lebensraumtyp Schlucht- und Hangmischwald in einer markanten Größenordnung aufweist. Würde dieser beseitigt, ist von erheblichen Beeinträchtigungen des FFH-Gebiets auszugehen. Das FFH-Gebiet ist auch als Bestandteil eines Vogelschutzgebietes gemeldet worden. Jede erhebliche Beeinträchtigung ist derzeit untersagt.
Thüringens Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Volker Sklenar, hat deshalb empfohlen, jegliche Erweiterungsabsichten auf die Bereiche außerhalb der Natura 2000-Gebiete zu beschränken. Sklenar setzt sich somit nachdrücklich für die Wahrung eines intakten europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 ein. Daher kann von einer etwaigen Unterstützung einer vom NABU öffentlich angesprochenen wesentlichen Vergrößerung des Gipsabbaus am Standort Rüsselsee durch das TMLNU keine Rede sein.
Autor: nnzIm Tagebau Rüsselsee gewinnen die Südharzer Gipswerke den Rohstoff Gips auf einer Fläche von ca. 10 Hektar. Dieser Abbau ist dank des Gewinnungskonzeptes Pilotprojekte Rüsselsee umweltverträglich und wird allgemein anerkannt. Das Unternehmen will nun prüfen, inwieweit eine Erweiterung der Abbaufläche zur Sicherung einer langfristigen Versorgung des Werkes in Ellrich und der dortigen Arbeitsplätze beitragen kann. Diese vom Unternehmen angedachte Tagebauerweiterung nach Osten mit dem Arbeitsnamen Rüsselsee Ost würde allerdings auch naturschutzfachlich wertvolle Flächen umfassen, wenn man die jetzt in Rede stehenden maximal zwei Hektar überschreitet.
Das Unternehmen habe laut Ministerium zum Ausdruck gebracht, dass man auch in Kenntnis der Hürden, die inhaltlich und genehmigungsseitig dort zu erwarten sind, eine aktuelle Feinuntersuchung der naturräumlichen Ausstattung der entsprechenden Flächen anstrebe.
Ausgehend von aktuellen Meldungen, die zu Missverständnissen führen können, ist auf folgende Situation im Raum Rüsselsee hin zuweisen. Das von den Südharzer Gipswerken angedachte Gipsabbau-Erweiterungsfeld Rüsselsee-Ost erstreckt sich in das FFH-Gebiet Nr. 4 Kammerforst - Himmelsberg - Mühlberg, welches den prioritären Lebensraumtyp Schlucht- und Hangmischwald in einer markanten Größenordnung aufweist. Würde dieser beseitigt, ist von erheblichen Beeinträchtigungen des FFH-Gebiets auszugehen. Das FFH-Gebiet ist auch als Bestandteil eines Vogelschutzgebietes gemeldet worden. Jede erhebliche Beeinträchtigung ist derzeit untersagt.
Thüringens Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, Volker Sklenar, hat deshalb empfohlen, jegliche Erweiterungsabsichten auf die Bereiche außerhalb der Natura 2000-Gebiete zu beschränken. Sklenar setzt sich somit nachdrücklich für die Wahrung eines intakten europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 ein. Daher kann von einer etwaigen Unterstützung einer vom NABU öffentlich angesprochenen wesentlichen Vergrößerung des Gipsabbaus am Standort Rüsselsee durch das TMLNU keine Rede sein.
