Olafs verrückte Welt
Freitag, 20. Juli 2007, 12:11 Uhr
Nordhausen (nnz). Was war das denn diese Woche? Drei Highlights der medialen Berichterstattung (oder auch nicht mehr!) griff sich Olaf Schulze heraus. Es geht dabei um abgelassenen Dampf, Nichtübertragungen und Zauberei.
Ferien mit dem Radl
ARD und ZDF gingen diese Woche in die radrenntechnische Sommerpause. Kameraleute und Moderatoren hatten gedroht, ihre Urlaubsansprüche notfalls mit Streiks während der Tour de France durchzusetzen. Da kam den Verantwortlichen der Dussel aus dem T-Mobile-Com-Net-Homezone-Flatrate-Team gerade recht, der beim Frühstück in den Vogesen das falsche Tablett – nee, sorry – die falschen Tabletten erwischt hatte. Oder führen die das Zeug rektal ein?
Großes Sommerkino: der Aufschrei der Entrüstung, der Ausstieg aus der Live-Berichterstattung, die Saubermannattitüde des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Richtig glauben kann ich das erst, wenn die GEZ-Einnehmer auch alle Aufzeichnungen von der Tour de Trance aus den letzten 120 Jahren löschen und die Bänder öffentlich-rechtlich verbrennen.
Glück im Unglück war diese Entscheidung für die SAT1/Pro7-Gruppe, die können ihre eben frei gesetzten Nachrichtenmitarbeiter sofort nach Frankreich karren und die Live-Berichterstattung übernehmen. Und wer will sich da mokieren, die Privaten müssten auch Nachrichten senden? Machen sie doch. Täglich, stundenlang und bis nach Paris.
Dampf ablassen
Der gemeine New Yorker stöhnt ohnehin jeden Sommer über die angestaute Hitze in den Straßenschluchten. Da fällt ein bisschen Dampf aus einer maroden Leitung kaum auf. Der Katastrophenschutz kommt kostenlos zu einer Übung unter Gefechtsbedingungen, die New Yorker Bevölkerung zu einer schön traumatischen Erinnerung an den 11. September und den Terroristen wird der Spaß an neuen Anschlägen genommen. Die können sich stattdessen darauf konzentrieren, mit gezielten Lösegeldforderungen in amerikanisch besetzten Wüstengebieten richtig Kasse zu machen.
Da schlagen die Islamisten nämlich zwei Amerikaner mit einer Klappe: einmal werden sie persönlich reich und andererseits fehlen den Amis die Dollars, um in New York den Untergrund zu sanieren. Und die Hoffnung der bösen Buben, dass eines Tages nicht nur ein Rohr, sondern der ganze Kessel hochgeht, scheint ja nicht unbegründet zu sein.
Kampf um Potter
Der Kult um den Zauberlehrling Harald Töpfer erreicht einen neuen zyklischen Höhepunkt. Die Veröffentlichung des hoffentlich letzten Bandes (Versprochen ist versprochen, Frau Roawling, jetzt bitte kein Rücktritt vom Rücktritt, Sie sind doch keine Politikerin!) steht unmittelbar bevor. Inzwischen haben sich Rettungskomitees gegründet, die der Autorin nach dem Leben trachten, sollte sie dasselbige ihrem Titelhelden literarisch ausblasen wollen.
Ich persönlich verstehe ja die ganze Aufregung nicht. Allerdings habe ich die Lektüre der gesammelten Werke in der Mitte des zweiten Bandes abgebrochen, weil ich den Eindruck nicht los wurde, die gleiche Geschichte schon aus dem ersten Buch zu kennen. Aber wenn ich die Roawling wäre, würde ich schon längst keinen Finger mehr krumm machen für die Story und einige begabte Ghostwriter (so heißen in England die Geisterschreiber) mit der Fortsetzung des Potter-Lebens bis zu seiner Verrentung beauftragen. Oder hat sie das schon getan?
Olaf Schulze
Autor: oschFerien mit dem Radl
ARD und ZDF gingen diese Woche in die radrenntechnische Sommerpause. Kameraleute und Moderatoren hatten gedroht, ihre Urlaubsansprüche notfalls mit Streiks während der Tour de France durchzusetzen. Da kam den Verantwortlichen der Dussel aus dem T-Mobile-Com-Net-Homezone-Flatrate-Team gerade recht, der beim Frühstück in den Vogesen das falsche Tablett – nee, sorry – die falschen Tabletten erwischt hatte. Oder führen die das Zeug rektal ein?
Großes Sommerkino: der Aufschrei der Entrüstung, der Ausstieg aus der Live-Berichterstattung, die Saubermannattitüde des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Richtig glauben kann ich das erst, wenn die GEZ-Einnehmer auch alle Aufzeichnungen von der Tour de Trance aus den letzten 120 Jahren löschen und die Bänder öffentlich-rechtlich verbrennen.
Glück im Unglück war diese Entscheidung für die SAT1/Pro7-Gruppe, die können ihre eben frei gesetzten Nachrichtenmitarbeiter sofort nach Frankreich karren und die Live-Berichterstattung übernehmen. Und wer will sich da mokieren, die Privaten müssten auch Nachrichten senden? Machen sie doch. Täglich, stundenlang und bis nach Paris.
Dampf ablassen
Der gemeine New Yorker stöhnt ohnehin jeden Sommer über die angestaute Hitze in den Straßenschluchten. Da fällt ein bisschen Dampf aus einer maroden Leitung kaum auf. Der Katastrophenschutz kommt kostenlos zu einer Übung unter Gefechtsbedingungen, die New Yorker Bevölkerung zu einer schön traumatischen Erinnerung an den 11. September und den Terroristen wird der Spaß an neuen Anschlägen genommen. Die können sich stattdessen darauf konzentrieren, mit gezielten Lösegeldforderungen in amerikanisch besetzten Wüstengebieten richtig Kasse zu machen.
Da schlagen die Islamisten nämlich zwei Amerikaner mit einer Klappe: einmal werden sie persönlich reich und andererseits fehlen den Amis die Dollars, um in New York den Untergrund zu sanieren. Und die Hoffnung der bösen Buben, dass eines Tages nicht nur ein Rohr, sondern der ganze Kessel hochgeht, scheint ja nicht unbegründet zu sein.
Kampf um Potter
Der Kult um den Zauberlehrling Harald Töpfer erreicht einen neuen zyklischen Höhepunkt. Die Veröffentlichung des hoffentlich letzten Bandes (Versprochen ist versprochen, Frau Roawling, jetzt bitte kein Rücktritt vom Rücktritt, Sie sind doch keine Politikerin!) steht unmittelbar bevor. Inzwischen haben sich Rettungskomitees gegründet, die der Autorin nach dem Leben trachten, sollte sie dasselbige ihrem Titelhelden literarisch ausblasen wollen.
Ich persönlich verstehe ja die ganze Aufregung nicht. Allerdings habe ich die Lektüre der gesammelten Werke in der Mitte des zweiten Bandes abgebrochen, weil ich den Eindruck nicht los wurde, die gleiche Geschichte schon aus dem ersten Buch zu kennen. Aber wenn ich die Roawling wäre, würde ich schon längst keinen Finger mehr krumm machen für die Story und einige begabte Ghostwriter (so heißen in England die Geisterschreiber) mit der Fortsetzung des Potter-Lebens bis zu seiner Verrentung beauftragen. Oder hat sie das schon getan?
Olaf Schulze
