Perpetuum mobile - fast
Dienstag, 17. Juli 2007, 15:27 Uhr
Nordhausen (nnz). Eingemeindet in die Stadt Nordhausen wird zum Jahresende die kleine Nachbargemeinde Petersdorf. Mit der Eingemeindung übernimmt die Stadt Nordhausen die Verantwortung für eine außergewöhnliche Form Abwasseraufbereitung, die es so nur einmal im Landkreis gibt...
Bürgermeister Tilo Große mit dem Kontrollbuch
Eine Wurzelraumkläranlage. Hier übernehmen Bakterien zwischen den Wurzeln des Gemeinen Schilfgrases die Klärung der Petersdorfer Abwässer. Bürgermeister Tilo Große ist im 10. Betriebsjahr der Anlage immer noch begeistert: Sie ist preiswert und unkompliziert im Betrieb und dabei ein Perpetuum mobile - fast, sagt Große.
Bevor man sich im Jahr 1996 in Petersdorf für diese Art der Abwasserklärung entschieden habe, sei der Gemeinderat deutschlandweit auf Besichtigungstour gewesen. Und dabei haben wir von den Gemeinden mit solchen Anlagen nur Positives gehört, so dass wir dann gesagt haben: Jawohl, so was bauen wir hier in Petersdorf auch. Es war eine gute Entscheidung. Ich bin bis heute begeistert wegen der Einfachheit des Konzeptes, der Ökonomie der Anlage für die Bürger und der Zuverlässigkeit, so der Bürgermeister. So habe der Erfinder dieser Art von Wasserreinigung solchen Anlagen eine sehr lange bis unbefristete Lebensdauer bescheinigt - eine sorgfältige Wartung und regelmäßige Kontrolle vorausgesetzt, sagte Große.
Der Bau der Wurzelraumkläranlage sei dann 1998 innerhalb eines halben Jahres erledigt gewesen- seit dem läuft die Anlage problemlos. Die Bürokratie - die regelmäßige Kontrolle der Werte - erledige ich selbst - gemeinsam mit dem Gemeindearbeiter, der die Anlagen auch wartet. Der Aufwand dafür hält sich in Grenzen, so Große. Die Alternative zur Schilfkläranlage sei damals der Anschluss des Ortes an die Nordhäuser Kläranlage gewesen. Aber dies hätte erheblichen Aufwand bedeutet: Denn man hätte das Wasser entweder über den Berg oder weit durch die Windlücke nach Nordhausen bringen müssen. Dieser gewaltige Aufwand hätte sich auch negativ in den Abwasserpreisen niedergeschlagen. Mit unserer Anlage liegen wir bei den günstigsten im Landkreis. Selbst die Entsorgung des Klärschlamms aus dem Absetzbecken gehe preisgünstig von statten: Wir müssen dafür keine Deponiegebühr oder ähnliches zahlen, weil der Schlamm in ein eigens dafür errichtetes Beet umgepumpt wird, wo er austrocknet und schließlich verrottet.
Auch technologisch sei die Wurzelkläranlage eher simpel: Das Wasser der 365 Einwohner- pro Tag rund 50 - 60 Kubikmeter - läuft durch das Gefälle bis zur Anlage. Dort werden mit einer großen Archimedischen Schraube die Feststoffe aus dem Wasser geholt, dann läuft dass Wasser in ein Vorklärbecken, wo der Schlamm absinkt. Anschließend strömt es durch die Wurzeln der Schilfpflanzen in den fünf hintereinander und terrassenförmig angeordneten Klärbeete, die jeweils rund 700 Quadratmeter groß sind, erklärte der Bürgermeister. Gereinigt werde das Wasser durch die Bakterien, die in den Wurzeln ihren Lebensraum haben. Das ganze funktioniert sowohl bei trockenem Wetter, da die Anlage so gebaut ist, dass ein gewisser Wasserstand immer vorhanden ist, als auch im Winter bei Minusgraden, weil durch die biologischen Vorgänge in den Pflanzen bzw. bei deren Verrottung immer ausreichend Wärme entsteht, so dass nichts zufrieren kann, so Große. Zum Schluss werde das so gereinigte Wasser in den sogenannten Vorfluter - den Rossmannsbach - geleitet.
Dass alles - im Wortsinne - klar läuft, dafür sorgen die regelmäßigen Kontrollen eines Fachlabors, das das Abwasser monatlich analysiert. Bisher hatten wir nie Probleme, so der Bürgermeister. Bei der Kontrolle werde u.a. überprüft, ob das Wasser genug Sauerstoff habe, der zum Ablauf der chemischen Klärprozesse nötig sei oder der Gehalt an Stickstoff.
Autor: nnzBürgermeister Tilo Große mit dem Kontrollbuch
Eine Wurzelraumkläranlage. Hier übernehmen Bakterien zwischen den Wurzeln des Gemeinen Schilfgrases die Klärung der Petersdorfer Abwässer. Bürgermeister Tilo Große ist im 10. Betriebsjahr der Anlage immer noch begeistert: Sie ist preiswert und unkompliziert im Betrieb und dabei ein Perpetuum mobile - fast, sagt Große.
Bevor man sich im Jahr 1996 in Petersdorf für diese Art der Abwasserklärung entschieden habe, sei der Gemeinderat deutschlandweit auf Besichtigungstour gewesen. Und dabei haben wir von den Gemeinden mit solchen Anlagen nur Positives gehört, so dass wir dann gesagt haben: Jawohl, so was bauen wir hier in Petersdorf auch. Es war eine gute Entscheidung. Ich bin bis heute begeistert wegen der Einfachheit des Konzeptes, der Ökonomie der Anlage für die Bürger und der Zuverlässigkeit, so der Bürgermeister. So habe der Erfinder dieser Art von Wasserreinigung solchen Anlagen eine sehr lange bis unbefristete Lebensdauer bescheinigt - eine sorgfältige Wartung und regelmäßige Kontrolle vorausgesetzt, sagte Große.
Der Bau der Wurzelraumkläranlage sei dann 1998 innerhalb eines halben Jahres erledigt gewesen- seit dem läuft die Anlage problemlos. Die Bürokratie - die regelmäßige Kontrolle der Werte - erledige ich selbst - gemeinsam mit dem Gemeindearbeiter, der die Anlagen auch wartet. Der Aufwand dafür hält sich in Grenzen, so Große. Die Alternative zur Schilfkläranlage sei damals der Anschluss des Ortes an die Nordhäuser Kläranlage gewesen. Aber dies hätte erheblichen Aufwand bedeutet: Denn man hätte das Wasser entweder über den Berg oder weit durch die Windlücke nach Nordhausen bringen müssen. Dieser gewaltige Aufwand hätte sich auch negativ in den Abwasserpreisen niedergeschlagen. Mit unserer Anlage liegen wir bei den günstigsten im Landkreis. Selbst die Entsorgung des Klärschlamms aus dem Absetzbecken gehe preisgünstig von statten: Wir müssen dafür keine Deponiegebühr oder ähnliches zahlen, weil der Schlamm in ein eigens dafür errichtetes Beet umgepumpt wird, wo er austrocknet und schließlich verrottet.
Auch technologisch sei die Wurzelkläranlage eher simpel: Das Wasser der 365 Einwohner- pro Tag rund 50 - 60 Kubikmeter - läuft durch das Gefälle bis zur Anlage. Dort werden mit einer großen Archimedischen Schraube die Feststoffe aus dem Wasser geholt, dann läuft dass Wasser in ein Vorklärbecken, wo der Schlamm absinkt. Anschließend strömt es durch die Wurzeln der Schilfpflanzen in den fünf hintereinander und terrassenförmig angeordneten Klärbeete, die jeweils rund 700 Quadratmeter groß sind, erklärte der Bürgermeister. Gereinigt werde das Wasser durch die Bakterien, die in den Wurzeln ihren Lebensraum haben. Das ganze funktioniert sowohl bei trockenem Wetter, da die Anlage so gebaut ist, dass ein gewisser Wasserstand immer vorhanden ist, als auch im Winter bei Minusgraden, weil durch die biologischen Vorgänge in den Pflanzen bzw. bei deren Verrottung immer ausreichend Wärme entsteht, so dass nichts zufrieren kann, so Große. Zum Schluss werde das so gereinigte Wasser in den sogenannten Vorfluter - den Rossmannsbach - geleitet.
Dass alles - im Wortsinne - klar läuft, dafür sorgen die regelmäßigen Kontrollen eines Fachlabors, das das Abwasser monatlich analysiert. Bisher hatten wir nie Probleme, so der Bürgermeister. Bei der Kontrolle werde u.a. überprüft, ob das Wasser genug Sauerstoff habe, der zum Ablauf der chemischen Klärprozesse nötig sei oder der Gehalt an Stickstoff.

