nnz-Forum: Leid nicht politisieren
Montag, 16. Juli 2007, 19:31 Uhr
Nordhausen (nnz). Viel ist in den letzten Tagen über den Protest der von der Schließung bedrohten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fahrradwerkes Nordhausen geschrieben und gesagt worden. Jetzt melden sich die Jungen Liberalen zu Wort.
Um es klar zustellen, auch die JuLis wissen, dass es sich bei dem bevorstehenden Verlust der Arbeitsplätze um schwere persönliche Schicksalsschläge aber auch um eine starke Belastung für unsere Region handelt. Hierin sind wir uns mit allen Protestierenden einig. Auch verantwortungsvolles Management sieht anders aus, als von der Geschäftsführung der Firma demonstriert. Auch hierin besteht Übereinstimmung.
Aber die JuLis empfinden es als Gipfel des Zynismus, wenn Politiker, vor allem der Linken, großherzig Protesterklärungen gegen die Heuschrecken abgeben und Solidarität mit den betroffenen Beschäftigten der Bike Systems GmbH bekunden und dabei ganz genau wissen, dass alle ihre Verbalverurteilungen äußerst wohlfeil sind. Denn sie kosten nix und sie bringen auch nix! Außer, die trügerische Sympathie mit einer diffusen Angst, denen da Oben, den Politikern und den globalisiererenden Hauschrecken hilflos ausgeliefert zu sein. Neulich hat man eine Artikulierung von anderen dumpfen Protestempfindungen gegen die Auswirkungen des modernen Kapitalismus in Nordhausen erleben können. Bei den braunen Rattenfängern, die mit Antiglobalisierungsthemen unter den Enttäuschten hausieren gehen.
Alle Demokraten, von Links bis Rechts, sollten sich derartiger Augenwischerei tunlichst enthalten. "Betroffenheitstourismus" mag vielleicht gut gemeint sein, zukunftsweisend ist er aber nicht. Im schlimmsten Fall stellt er eine große Gefahr für die Freiheit dar. Sympathie – in der deutsche Übersetzung: Mitleiden – ist für uns Menschen als soziale Wesen ein Grundbedürfnis. Eine unsympathische Politik und Wirtschaft ist häufig auch unmenschlich. Aber eine Politik, die mit Ängsten sympathisierend arbeitet, ist genau so unmenschlich.
Die nnz hat recht. Letztlich Schall und Rauch ist das ganze Protestgehabe um das Fahrradwerk. In ihrer Angst werden die protestierenden Beschäftigten, deren Existenz bedroht ist, instrumentalisiert. Das aber hilft keinem.
Die jungen Liberalen meinen, dass nur eine starke, wachsende regionale Wirtschaft Arbeitsplätze sichern und perspektivisch aufbauen kann. Innovation und Experimentierfreude, Mut zum Risiko und zu neuen Wegen, Freiheit im Kopf und in der Gesellschaft können schöpferische Potentiale freisetzen. Das ist der einzige Weg, hier für uns Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Menschen mit Angst sind nicht schöpferisch. Nicht die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes darf zur Triebkraft individuellen und auch politischen Handelns werden.
Je funktionaler ein wirtschaftliches und soziales System, auch auf regionaler Ebene, in der Gegenwart ist, desto unwahrscheinlicher sind feste Lebensarbeitsjobs. Die Angst vor Arbeitslosigkeit kann lähmen, der Protest dagegen in eine völlig verkehrte, ja fatale, antidemokratische Richtung ausschlagen. Liberale Politik hingegen bedeutet, Strukturen zu schaffen, die den Bürgerinnen und Bürgern diese Angst nehmen kann; die Perspektiven eröffnen, in welchen der Verlust eines Jobs nicht zur persönlichen und familiären Katastrophe werden müssen, weil Langzeitarbeitslosigkeit oder Wegzug drohen. Wenn ein entsprechendes Angebot an Arbeitsmöglichkeiten besteht, wenn Firmen sich gerne bei uns ansiedeln, dann treten diese Angst und der damit instrumentalisierte Protest in den Hintergrund und der Mut und die Kreativität der Bürgerinnen und Bürger nach vorne.
Die Stadt Nordhausen hat in den letzten Jahren hierbei gute Ansätze gezeigt. Wirtschaftsförderung, Industrieansiedlung und eine den Mittelstand begünstigende Strukturpolitik weisen in die richtige Richtung. Die JuLis zollen der Oberbürgermeisterin und ihrer Verwaltung die ihnen hierfür gebührende Anerkennung, gleichwohl die Schritte doch eher klein waren. Das ist der Weg, den auch wir Liberalen für den richtige halten. Völlig versagt hingegen haben die Schwarzen im Landkreis.
Die Wirtschaftspolitik der CDU und ihres Landrates kann nur als katastrophal und als für die Region auf Dauer schädigend gekennzeichnet werden. Die Tragödie um Bike Systems GmbH sollte gerade den im Landkreis Verantwortung Tragenden zum Umdenken dienen, wenn das überhaupt mit den handelnden Personen noch möglich ist.
Alexander Fischer, Vorstandsvorsitzender der
JuLis Nordhausen
Um es klar zustellen, auch die JuLis wissen, dass es sich bei dem bevorstehenden Verlust der Arbeitsplätze um schwere persönliche Schicksalsschläge aber auch um eine starke Belastung für unsere Region handelt. Hierin sind wir uns mit allen Protestierenden einig. Auch verantwortungsvolles Management sieht anders aus, als von der Geschäftsführung der Firma demonstriert. Auch hierin besteht Übereinstimmung.
Aber die JuLis empfinden es als Gipfel des Zynismus, wenn Politiker, vor allem der Linken, großherzig Protesterklärungen gegen die Heuschrecken abgeben und Solidarität mit den betroffenen Beschäftigten der Bike Systems GmbH bekunden und dabei ganz genau wissen, dass alle ihre Verbalverurteilungen äußerst wohlfeil sind. Denn sie kosten nix und sie bringen auch nix! Außer, die trügerische Sympathie mit einer diffusen Angst, denen da Oben, den Politikern und den globalisiererenden Hauschrecken hilflos ausgeliefert zu sein. Neulich hat man eine Artikulierung von anderen dumpfen Protestempfindungen gegen die Auswirkungen des modernen Kapitalismus in Nordhausen erleben können. Bei den braunen Rattenfängern, die mit Antiglobalisierungsthemen unter den Enttäuschten hausieren gehen.
Alle Demokraten, von Links bis Rechts, sollten sich derartiger Augenwischerei tunlichst enthalten. "Betroffenheitstourismus" mag vielleicht gut gemeint sein, zukunftsweisend ist er aber nicht. Im schlimmsten Fall stellt er eine große Gefahr für die Freiheit dar. Sympathie – in der deutsche Übersetzung: Mitleiden – ist für uns Menschen als soziale Wesen ein Grundbedürfnis. Eine unsympathische Politik und Wirtschaft ist häufig auch unmenschlich. Aber eine Politik, die mit Ängsten sympathisierend arbeitet, ist genau so unmenschlich.
Die nnz hat recht. Letztlich Schall und Rauch ist das ganze Protestgehabe um das Fahrradwerk. In ihrer Angst werden die protestierenden Beschäftigten, deren Existenz bedroht ist, instrumentalisiert. Das aber hilft keinem.
Die jungen Liberalen meinen, dass nur eine starke, wachsende regionale Wirtschaft Arbeitsplätze sichern und perspektivisch aufbauen kann. Innovation und Experimentierfreude, Mut zum Risiko und zu neuen Wegen, Freiheit im Kopf und in der Gesellschaft können schöpferische Potentiale freisetzen. Das ist der einzige Weg, hier für uns Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Menschen mit Angst sind nicht schöpferisch. Nicht die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes darf zur Triebkraft individuellen und auch politischen Handelns werden.
Je funktionaler ein wirtschaftliches und soziales System, auch auf regionaler Ebene, in der Gegenwart ist, desto unwahrscheinlicher sind feste Lebensarbeitsjobs. Die Angst vor Arbeitslosigkeit kann lähmen, der Protest dagegen in eine völlig verkehrte, ja fatale, antidemokratische Richtung ausschlagen. Liberale Politik hingegen bedeutet, Strukturen zu schaffen, die den Bürgerinnen und Bürgern diese Angst nehmen kann; die Perspektiven eröffnen, in welchen der Verlust eines Jobs nicht zur persönlichen und familiären Katastrophe werden müssen, weil Langzeitarbeitslosigkeit oder Wegzug drohen. Wenn ein entsprechendes Angebot an Arbeitsmöglichkeiten besteht, wenn Firmen sich gerne bei uns ansiedeln, dann treten diese Angst und der damit instrumentalisierte Protest in den Hintergrund und der Mut und die Kreativität der Bürgerinnen und Bürger nach vorne.
Die Stadt Nordhausen hat in den letzten Jahren hierbei gute Ansätze gezeigt. Wirtschaftsförderung, Industrieansiedlung und eine den Mittelstand begünstigende Strukturpolitik weisen in die richtige Richtung. Die JuLis zollen der Oberbürgermeisterin und ihrer Verwaltung die ihnen hierfür gebührende Anerkennung, gleichwohl die Schritte doch eher klein waren. Das ist der Weg, den auch wir Liberalen für den richtige halten. Völlig versagt hingegen haben die Schwarzen im Landkreis.
Die Wirtschaftspolitik der CDU und ihres Landrates kann nur als katastrophal und als für die Region auf Dauer schädigend gekennzeichnet werden. Die Tragödie um Bike Systems GmbH sollte gerade den im Landkreis Verantwortung Tragenden zum Umdenken dienen, wenn das überhaupt mit den handelnden Personen noch möglich ist.
Alexander Fischer, Vorstandsvorsitzender der
JuLis Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
