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Niels Neu: Ist alles vergessen?

Montag, 16. Juli 2007, 13:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Vor 35 Jahren im Juli 1972 hatte das damalige Zentralkomitee der SED die Verstaatlichung der privaten und halbstaatlichen Betriebe abgeschlossen. Damit war der gewerbliche Mittelsstand beseitigt. Die nnz mit einem Rückblick aus unternehmerischer Sicht.


An dieses Datum erinnert heute der Kreisvorsitzende der Nordhäuser Mittelstandsvereinigung, Niels Neu, der in seiner eigenen Familie die Willkür dieser sozialistischen Diktatur erlebt hat. Neu sagte: „Mein Großvater hatte zwar ab diesem schwarzen Tag viel Zeit für mich als Enkel, doch sah er sein Lebenswerk zerstört.“

Mit Sorge sieht Neu, dass die Linke als Erbe der SED heute schon wieder das Misstrauen gegen sogenanntes „privatkapitalistisches Eigentum“ schürt und Verstaatlichungen begrüßt. Anfangs durften die „Alteigentümer“ noch als Direktoren in den Betrieben bleiben. Die Abkürzung GmbH bekam im Volksmund einen neuen Sinn: „Geklaut mit besonderer Höflichkeit“.

Später wurden sie durch Parteikader oft auch aus diesen Positionen verdrängt. Durch diesen von Honecker stolz verkündeten „Sieg der sozialistischen Produktionsverhältnisse“ verschärften sich zunächst die wirtschaftlichen Probleme. Nicht unerwähnt sollte an dieser Stelle bleiben, dass viele Unternehmer die staatlichen Repressalien nicht ohne gesundheitliche Schäden verkraftet haben.

1990 stellten 95 % der enteigneten Unternehmen Reprivatisierungsanträge. Die Linke scheint vergessen zu haben, dass der Weg der SED „in Staatsbankrott und Mangelwirtschaft“ endete. Einzelne Sympathiebekundungen zu regionalen Betrieben – wie unlängst zu Bike Systems - durch die Linke, erscheinen unter dem historischen Blickwinkel der Geschichte wie Spott an den heutigen Unternehmern.
Autor: nnz

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